YouTube-Empfehlung: Christopher Frost

Christopher Frost Photography

Als ich angefangen habe, mich nach weiteren Objektiven für meine 760D umzuschauen, war der YouTube-Kanal von Christopher Frost einer der ersten, die ich abonniert habe. Chris ist ein begeisterter Fotograf und angehender Vikar, der in Cardiff lebt. Er bezeichnet sich selbst als „Objektiv-Enthusiast“ und veröffentlicht laufend detaillierte Testberichte.

Genau diese Testberichte habe ich sehr zu schätzen gelernt. Chris geht dabei gewissenhaft und nach einem konsistenten Schema vor, so dass die Berichte auch untereinander vergleichbar sind. Gelegentlich nutzt er dies, um mehrere Videos zu einer „Battle“ zusammenzufassen – zum Beispiel zehn verschiedene 50mm Objektive oder acht Ultra-Weitwinkel. So sieht man nicht nur sehr gut, wie sich ein bestimmtes Objektiv unter verschiedenen Einstellungen oder an unterschiedlichen Kameras verhält, sondern kann die Objektive auch leicht untereinander vergleichen.

Die folgenden Punkte werden von ihm bewertet:

  • Anmutung, Qualität und Ausstattung
  • Bildqualität (Schärfe, Kontrast, chromatische Aberrationen) – und zwar an Vollformat als auch an APS-C soweit möglich sowie bei verschiedenen Blendenstufen und (bei Zoom-Objektiven) Brennweiten.
  • Verzerrung und Vignettierung
  • Bildqualität an der Naheinstellgrenze
  • Verhalten bei Gegenlicht
  • Bokeh

Dabei testet er an Objektiven so ziemlich alles, was auf eine Canon DSLR passt; insbesondere von Drittanbietern. Inzwischen sind so schon über 130 Videos entstanden. Zuletzt hat er sich auch eine spiegellose Kamera zugelegt, so dass er nun auch Objektive speziell für DSLM betrachtet.

Die Videos sind sehr angenehm gemacht und beinhalten neben den immer gleichen Testbildern auch stets einige Beispielbilder und persönliche Erfahrungsberichte. Er ist mit Begeisterung bei der Sache, jedoch ohne dabei zu übertreiben. Die Videos haben mit jeweils fünf bis zehn Minuten eine angenehme Länge. Sein Englisch ist sehr gut zu verstehen. Ich habe mich anhand seiner Tests zum Beispiel für mein Tele-Objektiv, das Tamrom SP 70-300mm ƒ4-5,6 Di VC, entschieden.

PLAYLIST-EMPFEHLUNGEN

  • Canon Objektive – Berichte zu Canons eigenen EF, EF-S und neuerdings auch EF-M Linsen.
  • Sigma Objektive – Objektive aus den aktuellen „Art“, „Contemporary“ und „Sports“ Reihen sowie ältere Modelle
  • Tamron Objektive – Gläser aus dem Hause Tamron
  • Berichte zu weiteren Objektiven – Tests zu Linsen von Irix, Mitakon, Tokina, Venus ‚Laowa‘, Yongnuo und Zeiss sowie einige eigenartige Exemplare

Darüber hinaus hat Chris noch weitere Playlisten, die sich um Musik, Fernsehserien oder sein Engagement in der Kirche drehen.


FAZIT

Empfehlung: Wer angenehm gestaltete, fundierte und informative Testberichte zu Objektiven für Canon-Kameras sucht, ist bei Chris an der richtigen Adresse – große Empfehlung!

Was ich gelernt habe: Gerade durch die Vergleichbarkeit der Tests untereinander habe ich verstanden, wie unterschiedlich sich Objektive hinsichtlich Schärfe und Farbsäumen bei verschiedenen Blenden und Brennweiten unterhalten und auch, wie groß die Unterschiede sein können, wenn man dasselbe Objektiv an einer Vollformat- oder APS-C Kamera nutzt.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

Ausgeliehen und ausprobiert: Sigma A 50-100mm f/1.8

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 an der Canon 760D

Eine verbleibende Lücke in meiner Ausrüstung ist ein hochwertiges Tele-Zoom-Objektiv – also insbesondere eines, das sich auch für Portraits mit schön unscharfem Hintergrund (Bokeh) eignet. Mit dem „nifty fifty“ Canon 50mm ƒ/1.8 sowie dem Tamron SP 90mm ƒ/2.8 Di VC Macro habe ich zwar schon zwei geeignete Festbrennweiten, aber gerade für Situationen wie Veranstaltungen bei denen sich die Leute bewegen, möchte ich die Flexibilität eines Zooms haben.

Grundsätzlich kommen hier zwei Objektive infrage: zum einen der „Klassiker“, ein 70-200mm ƒ/2.8, das es von Canon, Sigma und Tamron in verschiedenen Ausführungen gibt. Oder das noch recht neue Sigma 50-100mm ƒ/1.8 speziell für APS-C Kameras wie meine 760D. Diese Gläser haben jedoch alle eines gemeinsam: Sie liegen in einer Preisklasse in der man nicht mehr „auf Verdacht“ kauft. Natürlich gibt es unzählige Testberichte, aber um herauszufinden welches Objektiv besser zu meiner Art zu fotografieren passt, bleibt nur eines: ausprobieren.

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Die wenigsten von Euch werden das Glück haben einen Fotografen zu kennen, von dem man sich so ein Objektiv mal eben für eine Weile ausleihen kann. Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern, bei denen man Foto-Ausrüstung mieten kann – nicht nur Objektive, auch Kameras oder ganze Blitz- und Beleuchtungsausrüstungen. Ich habe diesen Service inzwischen zwei Mal genutzt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

ZOOMYRENTALS

Der Anbieter, den ich nutze, heißt ZoomyRentals.de. Die Firma sitzt in Berlin und bietet eine große Auswahl an Kameras, Objektiven und Zubehör von bzw. für Canon, Sony und Nikon. Der Ausleihvorgang verläuft ganz einfach:

  • Ihr registriert Euch
  • Vor Eurer ersten Bestellung müsst Ihr einmalig eine Kopie Eures Personalausweises zur Verifizierung im Profil hinterlegen. Euer Name und Eure Anschrift müssen gut lesbar sein.
  • Ihr sucht Euch die gewünschte Ausrüstung aus
  • Ihr wählt den Starttermin und die Mietdauer – diese kann zwischen 3 Tagen und 4 Wochen betragen
  • Los geht’s!

Ich empfehle Euch unbedingt, bei jeder Bestellung die angebotene optionale Versicherung mit abzuschließen. Gerade bei teureren Sachen gilt die Devise „better safe than sorry“.

LIEFERUNG

Die Lieferung erfolgt durch einen DHL-Boten. Ihr erhaltet die Ausrüstung am Vormittag des ersten Miettags, und sie wird bei Mietende wiederum vormittags per Boten abgeholt. Das funktioniert sehr zuverlässig; Empfang und Abholung werden jeweils durch Unterschrift bestätigt. Somit seid Ihr auf der sicheren Seite. Vor allem landet das teure Objektiv nicht versehentlich beim Nachbarn oder auf der Terrasse.

Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand
Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand

Bei Objektiven gehören in der Regel je ein Deckel für Vorder- und Rückseite, Sonnenblende, Schutzfilter und eine Objektivtasche zum Lieferumfang. Das alles wird zum Versand sicher in dicken Schaumstoff verpackt. In dem Karton befindet sich dann neben dem Lieferschein auch direkt der Adressaufkleber für die Rücksendung.

Und dann kann es losgehen: Ihr könnt die gemietete Ausrüstung für die Leihdauer nach Lust und Laune ausprobieren. Sorgsamer Umgang mit den Sachen versteht sich von selbst.

SIGMA A 50-100mm ƒ/1.8

Ich habe mir im Dezember 2016 den „großen Bruder“ meines Sigma A 18-35mm ƒ/1.8 eine Woche lang ausgeliehen. In der Zeit hatte ich Besuch und es stand unter anderem eine Feier an, so dass sich ausreichend Gelegenheit zum Testen bot.

LOOK & FEEL

Das Objektiv fällt sofort auf: Es ist groß. Und es ist schwer. Die Kamera locker mit einer Hand herumzutragen wird da schnell zu einer sportlichen Herausforderung; sicherlich kein Objektiv das man immer dabei hat, sondern nur gezielt mitnimmt. Setzt man das in Relation zum Preis von aktuell (Dez. 2016) rund 1.000 Euro wird schnell klar, dass diese Investition wohl überlegt sein will. Das Gewicht hat aber auch seinen Grund: Bei 100mm Brennweite und Blende ƒ/1.8, dazu noch mit dem Zoom, kommt eine Menge Glas zusammen. Zudem ist das Objektiv aus Metall gefertigt und sehr hochwertig verarbeitet.

Sowohl den Zoom als auch den Fokusring habe ich von der Bedienung her als sehr angenehm empfunden. Insgesamt hat mich die Verarbeitung, die ich ja auch schon vom 18-35er her kenne, wieder absolut überzeugt. Die in Reviews im Internet oft kritisierte Objektivschelle hat mich in der Handhabung kaum gestört.

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8
Groß, schwer, hochwertig: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8

AUSSTATTUNG & EINSATZGEBIET

Dieses Objektiv dient eigentlich genau einem Zweck: nämlich auch mit einer APS-C Kamera professionelle Portraitaufnahmen mit butterweichem Hintergrund machen zu können. Die durchgehende Offenblende von ƒ/1.8 ist das Alleinstellungsmerkmal. Der Zoombereich ist mit 50-100mm recht begrenzt – gerade mal ein 2x Zoom, verglichen mit rund 3x bei einem 70-200er. Insbesondere beim Fotografieren auf der Feier habe ich diesen Bereich jedoch als genau richtig empfunden. Die kürzere Anfangsbrennweite ist in geschlossenen Räumen auf jeden Fall von Vorteil, und am langen Ende kann man, dank der enormen Bildschärfe, durch Zuschneiden des Bildes noch einiges herausholen.

Was sich auf jeden Fall bemerkbar macht ist das Fehlen eines Bildstabilisators. Im stimmungsvoll beleuchteten Raum war ich mit der Belichtungszeit auch bei Blende ƒ/1.8 und ISO 800 meistens in einem Bereich zwischen 1/60 und 1/10 Sekunde. Da wird es selbst mit Aufstützen auf Tisch oder Stuhllehne schwer, die Bilder nicht zu verwackeln – insbesondere bei 100mm. Höher als 800 gehe ich bei der 760D mit dem ISO-Wert nur in Ausnahmefällen, weil das Bildrauschen ab ISO 1600 für meinen Geschmack zu auffällig wird.

Ich werde daher auf jeden Fall auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator testen. Durch die im Vergleich zum Sigma um gut eine Stufe kleinere Blende wird die Verschlusszeit zwar länger. Dafür sinkt jedoch unter dem Strich das Risiko ein Bild zu verwackeln deutlich. Wie sich das insgesamt in der Praxis auswirkt, werde ich dann sehen.

ZUVERLÄSSIGKEIT & BILDQUALITÄT

Bei den Sigma Art Objektiven mit Blende 1.8 – sowohl beim 18-35er als auch beim 50-100er – ist das mit dem Autofokus so eine Sache. Scheinbar hängt es vom einzelnen Objektiv ab, wie zuverlässig der Autofokus im Phasendetektionsmodus (durch den optischen Sucher) arbeitet. Das gemietete 50-100er zeigte sich hier vorbildlich: Bei praktisch allen Bildern, die ich gemacht habe, saß der Fokus da, wo ich ihn haben wollte. Bei meinem eigenen 18-35er hingegen ist es Glückssache: Bei rund einem Drittel der Bilder greift der Autofokus komplett daneben. Testberichte im Internet bestätigen den Eindruck, dass dies vom konkreten Objektiv abhängt; die Urteile reichen in diesem Punkt bei beiden Objektiven von „hoffnungslos“ bis „problemlos“.

Als Ausweichlösung bietet sich an, den Live-View zu nutzen, denn der Autofokus per Kontrasterkennung funktioniert immer – ist aber langsamer (wer wissen will warum das so ist, kann sich diese Vorlesung anschauen). Und wer die nötige Geduld oder das Feingefühl hat, kann auch manuell fokussieren. Beim Fotografieren mit Stativ nutze ich diese Möglichkeit eigentlich immer.

Die Bildqualität ist dafür über jeden Zweifel erhaben. Bereits bei Offenblende ist die Bildschärfe bis in die Ecken atemberaubend. Das muss sie auch sein, denn in dem Blendenbereich unterhalb von 2.8 liegt ja gerade die Besonderheit des Objektivs. Die Zeichnung der unscharfen Hintergründe ist angenehm weich; nur gelegentlich wird das Bokeh unruhig wenn viele kleine Lichter im Hintergrund sind. Schließt man die Blende, wird man mit wunderschönen Lichtsternen belohnt. Mich haben die gemachten Bilder, drinnen wie draußen, Personen wie Landschaft, durchweg begeistert. Die Bildqualität ist auf jeden Fall ein ganz starkes Argument zugunsten des Sigma A 50-100mm ƒ/1.8.

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 1

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 3


FAZIT

Empfehlung: Das Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 besetzt eine sehr kleine Nische, nämlich professionelle Portraits mit einer APS-C Kamera zu erstellen. Diese Nische besetzt es allerdings sehr gut. Mich hat vor allem die herausragende Bildqualität begeistert! Verarbeitung und Anmutung entsprechen dem hohen Wert. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, damit zu arbeiten.

Ich werde, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet, auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator zum Vergleich ausprobieren und dann auf Basis der gewonnenen Erfahrungen mit beiden Objektiven eine Entscheidung treffen. Die gibt es dann auch wieder hier zum Nachlesen.

Was ich gelernt habe: Ein Objektiv mal für eine Woche auszuleihen ist die perfekte Art, es in Ruhe ausprobieren und sich einen Eindruck verschaffen zu können, ob es die eigenen Vorstellungen und Erwartungen erfüllt. Ich werde diese Möglichkeit in Zukunft mit Sicherheit noch öfter nutzen.

Und: Es macht unheimlich Spaß, mit so einem Profi-Objektiv zu fotografieren. Die Testwoche hat mir aber auch gezeigt: So schön die Bilder auch sind, die große Offenblende beim 50-100er allein ist nicht alles. Ich will vor einer Entscheidung auf jeden Fall den Vergleich haben, und von daher war die Entscheidung, das Objektiv erstmal nur zu mieten, genau richtig.


LINKS

Bildnachweis: Alle Bilder eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Das „Immerdrauf“ – Sigma C 17-70mm f/2.8-4.0

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Nachdem ich mich für die neue Kamera entschieden hatte, stellte sich als nächstes die Frage nach den passenden Objektiven. Ich hatte dieses Mal ganz bewusst das Gehäuse ohne das sonst übliche Kit-Objektiv, das Canon EF-S 18-55mm ƒ/3.5-5.6, gekauft – ich wollte etwas mit mehr „Bums“.

ALTERNATIVEN ZUM KIT-OBJEKTIV

Als direktes Upgrade zum Kit-Objektiv gibt es von Canon selbst das Canon EF-S 17-55mm ƒ/2.8. Das lässt am kurzen Ende zwei Drittel mehr, am langen Ende sogar viermal so viel Licht rein wie das Kit-Objektiv! Aber es schlägt dafür auch direkt mit (Stand Nov. 2016) rund 750,- € zu Buche. Zum Glück gibt es ja auch noch Drittanbieter! So hatte ich nach einigem Suchen drei Gläser in der engeren Auswahl:

  1. Sigma 17-50 mm ƒ/2.8
  2. Tamron 17-50mm ƒ/2.8
  3. Sigma 17-70 mm ƒ/2.8-4.0

Die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich recht schnell zusammenfassen:

  • Nr. 1 und 2 haben beide einen Dreifach-Zoom und eine konstante Offenblende von ƒ/2.8. Beide kosten neu (Nov. 2016) um die 300,- €
  • Nr. 3 hat einen Vierfach-Zoom, dafür am langen Ende „nur“ ƒ/4.0. Neupreis (Nov. 2016) liegt bei 400,- €.

Nach Studium zahlreicher Reviews habe ich das Tamron-Objektiv als erstes von dieser Liste gestrichen, da den beiden Sigmas übereinstimmend bessere Qualität bescheinigt wurde. Dies betrifft sowohl das Objektiv selbst, als auch die erzeugten Bilder. Damit blieb noch eine Frage zu beantworten: Was ist mir wichtiger – längere Brennweite oder offenere Blende? 70mm mit ƒ/4.0 oder 50mm bei konstant ƒ/2.8?

Ich habe mich schließlich für das 17-70er entschieden. Letztlich war mir die größere Flexibilität durch die 20mm Brennweite „extra“ dann doch wichtiger.

SIGMA C 17-70mm ƒ/2,8-4,0 DC MAKRO OS HSM

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0
Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Das Sigma ist sicher maßgeblich daran beteiligt, dass mir das Fotografieren so richtig Spaß macht seit ich die neue Kamera habe. Nicht nur dass es deutlich lichtstärker ist – Bildschärfe und die Farbwiedergabe haben mich durchaus begeistert, und so macht es seinem Namen als „Immerdrauf“ alle Ehre. Äußerlich kann es ebenfalls überzeugen: Materialien und Verarbeitung empfinde ich als sehr gut. Zudem wird es komplett mit Objektivdeckel und Gegenlichtblende geliefert – letztere kostet bei Canon gerne mal extra. Von Größe und Gewicht her ist es sehr handlich und liegt zusammen mit der Kamera gut in der Hand.

Was das Fotografieren selbst angeht: Der Autofokus arbeitet an meiner 760D sehr zuverlässig, genauso wie der Bildstabilisator. Damit sind auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder aus der Hand möglich. Ein echtes Makro-Objektiv ist es zwar nicht – aber mit einem Abbildungsmaßstab von 1:2,8 sind schon beeindruckende Nahaufnahmen möglich. Und Dank der offenen Blende sind durchaus auch Aufnahmen mit einem schönen unscharfen Hintergrund (Bokeh) möglich.

GIBT ES AUCH NACHTEILE?

Ja, aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gibt es ein paar (wenige) Kritikpunkte. Was mir dabei am meisten auffällt: Der Zoom ist ziemlich leichtgängig. Trägt man die Kamera mit dem Objektiv nach unten, am Gürtelclip oder Schultergurt, so fährt das Objektiv beim Laufen durch das eigene Gewicht (mit Gegenlichtblende) von alleine auf 70mm aus. Das kann unangenehm sein, weil man so leichter irgendwo dagegen stößt und zudem meist erstmal wieder den Zoom zurückdrehen muss, wenn man die Kamera in die Hand nimmt.

Bei der Aufnahme von Videos ist, sofern man kein von der Kamera deutlich entferntes externes Mikro verwendet, ein leises Knacken und Schnarren von Bildstabilisator und Autofokus zu hören. Da ich allerdings nur selten Videos aufnehme, stört mich das kaum.

Bei den Fotos hingegen gibt es praktisch nichts auszusetzen – die leichte Vignettierung (dunkle Ecken) bei Aufnahmen mit offener Blende lässt sich in der Nachbearbeitung mit wenigen Klicks (in Adobe Lightroom zum Beispiel reicht schon die Auswahl des korrekten Objektprofils) beheben. Chromatische Aberrationen – grüne oder violette Farbsäume an kontrastreichen Kanten – sind vernachlässigbar.


FAZIT

Empfehlung: Wer nach einem Upgrade für das Kit-Objektiv sucht, dem kann ich das Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0 absolut empfehlen. Es ist extrem vielseitig einsetzbar, zuverlässig und liefert sehr überzeugende Ergebnisse. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass das „Original“ von Canon nahezu das Doppelte kostet, diesen Aufpreis meiner Meinung nach aber nicht wert ist.

Auch das Schwestermodell, das Sigma 17-50mm ƒ/2.8, ist eine Überlegung wert – vor allem, wenn Ihr öfter Videos filmt, wobei eine konstante Offenblende wichtiger ist. Zwei meiner Freunde haben sich dafür entschieden, an einer Canon 350D bzw. einer Nikon D7100, und sind damit ebenfalls sehr glücklich.

Was ich gelernt habe: Die gründliche Recherche im Vorfeld hat sich absolut gelohnt! Und vor allem: Wenn Ihr nach einem neuen Objektiv sucht, schaut Euch auch die Dritthersteller an – Samyang, Sigma, Tamrom, Tokina und wie sie nicht alle heißen. Sowohl von der Qualität als auch vom Preis-Leistung-Verhältnis her findet Ihr dort sehr interessante Alternativen.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Herbstfarben
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Portrait einer Schnecke
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Sonnenaufgang im Dezember
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