In eigener Sache: Systementscheidung – Warum Canon APS-C?

Canon 760D

Als Fotografie-Einsteiger oder Umsteiger ist die größte Frage, die sich einem stellt, die nach dem System: Kompaktkamera oder eine mit Wechselobjektiven? Spiegelreflex oder Systemkamera? Micro-Four-Thirds, APS-C oder Vollformat? Alles davon hat seine Daseinsberechtigung, seine speziellen Stärken, aber auch eben seine eigenen Schwächen – es gibt nicht die „eine für alles“. Natürlich gibt es Allround-Kameras, die in allem gut sind – sich dann aber in einzelnen Disziplinen doch jeweils den Spezialisten geschlagen geben müssen.

Erst an zweiter Stelle kommt die Marke. Die technischen Unterschiede zwischen vergleichbaren Kameras verschiedener Hersteller sind heute so gering, dass die Wahl hier oft subjektiv ausfällt: Mit welchen Bedienelementen und welcher Menüführung komme ich besser zurecht? Welche Kameras habe ich früher besessen? Um eine gute Entscheidung treffen, muss man sich einer zentralen Frage stellen:

Was will ich fotografieren? 

Kalender 2018

Mit all diesen Überlegungen habe ich mich schon einmal beschäftigt, als ich mich vor zwei Jahren für meine aktuelle Ausrüstung entschieden habe. Nun, da ich darüber nachdenke, auf eine Kamera mit größerem Funktionsumfang zu wechseln, sind diese Fragen wieder hochaktuell.

ENTDECKE DIE MÖGLICHKEITEN

Es gibt innerhalb der Fotografie so viele verschiedene Teilgebiete, die alle ihren eigenen Anforderungen haben. Die folgende – stark vereinfachte – Liste soll einen kleinen Eindruck typischer Kriterien geben:

  • Landschaften – großer Dynamikumfang
  • Portraits – möglichst geringe Schärfentiefe
  • Nachtaufnahmen – gute Bildqualität (wenig Rauschen) auch bei sehr hohen ISO-Werten
  • Wildlife – hohe Reichweite mit Teleobjektiven
  • Allrounder – große Auswahl an Objektiven
  • Reise – geringes Gewicht, kompakte Maße
  • Video – guter Video-Autofokus, Anschlüsse für Peripherie

Dabei wird klar, dass sich einige dieser Kriterien gegenseitig ausschließen: Für klassische Portraits mit minimaler Schärfentiefe brauche ich eine Vollformat-Kamera mit großer Offenblende. Eine Canon 5D Mark IV wiegt mit dem Kit-Objektiv schon fast 1,5kg; mit einem Portrait-Objektiv wie dem 70-200mm ƒ/2.8 sind es deutlich über 2kg. Im Fotostudio mag das keine Rolle spielen, aber bei einer Wanderung überlegt man sich schon, ob man das mitschleppen will. Eine Sony RX100 III hingegen wiegt nur 300g, ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel, und wird dennoch von vielen Fotografen als sehr gute Reisekamera empfohlen. Dafür hat sie anderswo ihre Grenzen.

Für Nachtaufnahmen eignet sich am besten ein großer Sensor mit niedriger Auflösung, so dass jedes Pixel viel Licht einfangen kann – wie zum Beispiel die Sony A7S, eine Vollformat-Kamera mit lediglich 12 Megapixeln, aber überragender Leistung in dunklen Umgebungen. Für Wildtiere hingegen nehme ich lieber einen kleineren Sensor, um mit den Teleobjektiven durch den engeren Bildausschnitt eine noch größere Reichweite zu haben – eine Canon 80D hat 24 Megapixel und durch den Formatfaktor von 1,6 erhalte ich mit einem 300mm-Objektiv denselben Bildausschnitt wie bei 480mm am Vollformat.

Die Frage darf also nicht lauten: Welche Kamera ist die beste? Sondern: Welche Kamera ist für mich die beste?

Alles gepackt für den nächsten Foto-Ausflug
Alles gepackt für den nächsten Foto-Ausflug

WARUM ICH MICH DAMALS FÜR CANON APS-C ENTSCHIEDEN HABE…

Mit Blick auf das anstehende Upgrade lohnt es sich natürlich, darüber noch einmal nachzudenken. Vor allem mit der Frage: Was hat sich seitdem geändert? Wesentliche Erkenntnis von damals: ich bin am ehesten ein Allrounder. Ich habe kein ausgesprochenes Spezialgebiet, sondern fotografiere, was mir Spaß macht: Landschaften, aber auch Leute auf Veranstaltungen. Mal Nachtaufnahmen, mal Tiere. Mal kleine Details, mal das große Ganze. Ich will eine gute Bildqualität, aber die Kamera auch mal einen ganzen Tag mitnehmen können, ohne dass sie zum buchstäblichen Klotz am Bein wird.

Ich habe mich damals nach reiflicher Überlegung für die Canon 760D entschieden. In meinem Blog-Beitrag zur Kamera habe ich ausführlich beschrieben, warum. Und ich habe diese Entscheidung bis heute nie bereut.

Ausschlaggebend waren unter anderem Punkte wie der dreh- und klappbare Touchscreen, die (für mich) intuitive Bedienung, und vor allem die große Auswahl an Objektiven verschiedener Hersteller. Letztlich spielte natürlich auch der Preis eine Rolle. Die 760D hat meine Erwartungen voll erfüllt, und ich habe mir ihr viele sehr schöne Fotos machen können – weit über das hinaus, was ich mir anfangs überlegt hatte.

Natürlich habe ich in den zwei Jahren auch sehr viel dazu gelernt, und mit dem Können wachsen auch die Ansprüche. Daher habe ich mir in den letzten Monaten immer wieder die Frage gestellt: Ist eine Kamera wie die 760D immer noch die für mich beste Kamera?

…UND WARUM ICH JETZT ENTSCHIEDEN HABE, DABEI ZU BLEIBEN

Im Laufe der Zeit habe ich mir eine Anzahl Objektive verschiedenster Hersteller (Canon, Sigma, Tamron, Tokina, Samyang…) zugelegt. Um den finanziellen Aufwand eines Upgrades im Rahmen zu halten war klar, dass ich bei einer Canon-Kamera bleibe. Daher kamen daher nur drei Alternativen infrage: Spiegellos, Vollformat oder ein APS-C Upgrade.

Spiegellose Kamera sind zweifelsohne immer stärker im Kommen, nicht zuletzt weil der Autofokus im Live-View – bisher die Achillesferse dieses Systems – immer besser wird. Auch für mich hätte so eine Kamera Vorteile: Durch den elektronischen Verschluss lassen sich zum Beispiel die vielen tausend Einzelbilder eines Zeitraffer verschleißfrei aufnehmen, und Fokus-Peaking erleichtert das manuelle Fokussieren. Das Problem hier sind die Objektive. Theoretisch lassen sich meine Objektive, mit entsprechenden Adaptern, auch an einer Canon EOS M5 nutzen. Erfahrungsberichte aus vielen Quellen zeigen aber, dass es dabei immer wieder Probleme mit dem Autofokus gibt, vor allem bei weit offener Blende oder schlechten Lichtverhältnissen, und dass sich auch nicht jeder Adapter mit jedem Objektiv verträgt. Es gibt natürlich auch Objektive direkt für spiegellose Kameras – das würde aber erneute Investitionen bedeuten. Auch die begrenzte Akkulaufzeit der meisten spiegellosen Kameras ist für mich ein Faktor. Und zuletzt noch ein ganz irrationaler Grund: das Gefühl, eine „richtige“ Kamera in der Hand zu halten und das Klacken des Spiegels gehören für mich zum Fotografieren einfach dazu. Kurz gesagt, meine Zukunft ist (noch) nicht spiegellos.

Bleibt also Vollformat. Mit dem Erscheinen der aktuellen Canon 6D Mark II war die Versuchung schon recht groß, in diese Richtung zu gehen. Also habe ich mir eine Liste geschrieben und eine Gegenüberstellung gemacht: Was sind die Gesamtkosten für den Umstieg auf Vollformat gegenüber einem Upgrade mit APS-C, und welche Vorteile bringt mir das?

Auf der „Haben“-Seite standen dabei realistische (über verschiedene Quelle hinweg abgeglichene) Verkaufspreise für die aktuelle Kamera und alle Objektive, die rein für APS-C geeignet sind, wie etwa mein aktuelles „Immerdrauf„. Auf der „Soll“-Seite dementsprechend die Kosten für die neu anzuschaffende Kamera und die passenden, wieder zu ergänzenden Objektive. Für das APS-C Upgrade kam hier nur die Preisdifferenz der Kameras zum Tragen.

Unter dem Strich würde mich der Umstieg auf Vollformat rund 1.500,- € mehr kosten, vor allem der Objektive wegen. Bleibt die Frage: Ist es mir das wert?

Die Überschrift hat es schon verraten: nein, das ist es nicht. Denn der Abstand zwischen APS-C und Vollformat ist durch Profi-Objektive wie das 50-100mm ƒ/1.8 von Sigma deutlich geschrumpft, so dass inzwischen auch mit einer „kleinen“ Spiegelreflex sehr gute Portraits und Nachtaufnahmen möglich sind. Natürlich bleibt da noch ein Unterschied. Aber die Fälle, wo dieser für mich relevant wäre, sind so selten, dass es sich am Ende einfach nicht rechnet. Zumal der Umstieg auch Nachteile hätte: Eine Canon 5D mit Kit-Objektiv ist in jeder Dimension (Breite, Höhe, Tiefe) zwei Zentimeter größer als die 760D mit dem Immerdrauf – und um mehr als die Hälfte schwerer. Was nutzt mir eine tolle Kamera, wenn ich sie nicht mitnehme, weil sie zu unhandlich ist?

Ich bleibe also bei Canon APS-C Spiegelreflex. Das ist für mich der ideale Kompromiss aus Größe, Flexibilität, Funktionsumfang und Bildqualität. Wenn im Frühjahr 2018 der Nachfolger der Canon 80D auf den Markt kommt, wie aktuell gemutmaßt wird, dann werde ich mir diese Kamera sehr genau anschauen. Die wesentlichen Gründe für das angestrebte Upgrade sind schnell genannt: deutlich größerer Funktionsumfang und stark verbesserter Autofokus. Bis dahin habe ich sicherlich noch viel Freude an meiner 760D und den Fotos, die ich damit mache.

Ich hoffe, diese Überlegungen waren auch für Euch hilfreich.

– Jochen =8-)


LINKS

Bildnachweis: Alle Bilder – eigene Aufnahmen

Bilder in Bewegung: Zeitraffer-Aufnahmen – Nachbearbeitung

Zeitraffer

In den beiden ersten Teilen der Serie ging es darum, wie man mit verschiedenen Kameras die Bilder für eine Zeitrafferaufnahme macht. Für einen längeren Clip kommen dabei schnell ein paar tausend Fotos zusammen. Um diese nun in ein fertiges Video umzuwandeln, gibt es zahlreiche Programme für jedes Betriebssystem. Vom Prinzip her funktionieren diese alle gleich; sie unterscheiden sich beim Funktionsumfang, dem Bedienungskomfort und natürlich dem Preis. Ich möchte hier die beiden Methoden vorstellen, die ich üblicherweise nutze: die schnelle und einfache Variante mit Adobe Photoshop ohne weitere Bearbeitung der Bilder, sowie den Workflow mit der Kombination aus Adobe Lightroom und LRTimelapse, der umfassende Möglichkeiten zur Optimierung bietet des fertigen Videos bietet.

WIE AUS 2.000 FOTOS EIN FILM WIRD

Starten wir mit dem einfachen Fall: die Bilder liegen bereits alle im JPEG-Format vor, so wie das zum Beispiel bei Zeitraffer-Aufnahmen mit meiner alten GoPro der Fall ist. Wer von Adobe das Creative Cloud Foto-Abo nutzt, hat neben Lightroom auch Photoshop zur Verfügung. In Photoshop einfach über Datei → Öffnen das erste Bild auswählen und im Öffnen-Dialog bei den Optionen den Haken für Bildsequenz setzen. Photoshop fragt dann im nächsten Schritt nach der Bildwiederholrate, und anschließend kann man direkt den Film im gewünschten Format exportieren. Wer nur Lightroom nutzt, findet im Internet eine Reihe von Skripten, die im Prinzip dasselbe machen.

Bildsequenz in Photoshop öffnen
Bildsequenz in Adobe Photoshop CC öffnen

Außerdem gibt es eine Vielzahl weiterer Bildbearbeitungsprogramme, die eine solche Funktion anbieten. Ohne sie selber ausprobiert zu haben, möchte ich zumindest das in Java geschriebene Open-Source-Tool ImageJ und die Software Panolapse nennen. Beide laufen sowohl auf MacOS X als auch auf Windows.

Ich möchte noch eine weitere Möglichkeit nennen, die langjährigen Apple-Nutzern zur Verfügung steht: Wer in seinen Archiven noch einen Registrierungscode für die Pro-Version des alten QuickTime Player 7 hat, kann sich die letzte Version von QuickTime 7 von der Apple-Homepage herunterladen. Man kann zwar keine neuen Lizenzschlüssel mehr kaufen, aber die alten funktionieren noch. Nachdem man die Pro-Version aktiviert hat, steht im Menü Datei die Option Bildsequenz öffnen zur Verfügung. Dort einfach das erste Bild der Sequenz auswählen. Es folgt eine Abfrage für die gewünschte Bildwiederholrate, und nach einem kurzen Moment lässt sich das Video bereits anschauen. Anschließend lässt es sich im Apple-üblichen QuickTime-Format (H.264) als Videodatei speichern.

BEARBEITUNG DER EINZELFOTOS

Vor der Umwandlung zum Film bietet sich noch die Gelegenheit, die Bilder zu bearbeiten. Hat man im RAW-Format fotografiert, so stehen einem hierfür die vollen Möglichkeiten zu Verfügung. Insbesondere in den sehr hellen und den sehr dunklen Bildbereichen lassen sich so viele Details herausholen. Zudem kann man Weißabgleich, Kontrast und Farbwiedergabe den eigenen Wünschen entsprechend optimieren.

Damit ergibt sich die Herausforderung, die Bilder so konsistent zu bearbeiten, dass hinterher ein möglichst gleichmäßiger Film dabei herauskommt. Man braucht also ein Programm, das es erlaubt, an einem Foto gemachte Änderungen auf den Rest der Bildreihe zu übertragen.

In Adobe Lightroom geht das am besten, wenn man ein Bild etwa aus der Mitte der Sequenz bearbeitet und dann die Entwicklungseinstellungen auf alle Fotos synchronisiert. Das funktioniert sehr gut, solange sich die gemachten Änderungen für alle Bilder etwa gleich gut eignen. Dabei sollte man die Aufnahmen auch direkt im Seitenverhältnis 16:9 zuschneiden. Nachdem man alle Dateien in der Größe 3840×2160 Pixel (4K-Auflösung) oder 1920×1080 Pixel (Full HD) als JPEG exportiert hat, kann man den Bilderstapel wie oben beschrieben in ein Video umwandeln.

WORKFLOW MIT LRTIMELAPSE 4

Will man die Bilderreihe für die Zeitrafferaufnahme umfangreicher bearbeiten, reicht ein übliches Bildbearbeitungsprogramm alleine nicht mehr aus – denn die Schwierigkeit liegt ja darin, die Anpassungen der einzelnen Fotos so aufeinander abzustimmen, dass am Ende im Video keine plötzlichen Helligkeits- oder Farbänderungen auftreten. Solche sind unvermeidlich, wenn man z.B. im Verlauf der Dämmerung die Verschlusszeit und den ISO-Wert ändert, um die Belichtung anzupassen. Videos von Sonnenauf- oder -untergängen werden daher auch als der „Heilige Gral“ der Zeitraffer bezeichnet.

Für solche Fälle habe ich mir die Software LRTimelapse 4 von Gunther Wegner zugelegt. Diese arbeitet in Verbindung mit Adobe Lightroom und bietet eine Reihe von Funktionen, mit denen sich die erstellten Videos deutlich verbessern lassen. LRTimelapse ist einfach zu bedienen und bietet sehr umfangreiche Möglichkeiten um Anpassungen an den Ausgangsbildern auf die ganze Reihe zu synchronisieren und dabei auch Helligkeitsänderungen im Laufe der Aufnahme anzugleichen. Dabei verändert LRTimelapse die Bilder nicht selbst, sondern berechnet die nötigen Anpassungen für jedes Bild und gibt diese als Metadaten an Lightroom weiter. Die eigentliche Verarbeitung der Bilder erfolgt durch Adobes Camera RAW Engine. Der Prozess läuft wie folgt ab:

  • LRTimelapse starten und den Ordner mit den RAW-Dateien für die Zeitraffer öffnen. Das Programm importiert die Daten und analysiert den Helligkeitsverlauf. Basierend darauf schlägt es eine Anzahl von Keyframes vor, die sich manuell noch anpassen lassen. Üblicherweise setzt man zwischen vier und acht solcher Keyframes.
  • Über einen speziellen Drag&Drop-Button wird die Bildsequenz einfach nach Lightroom importiert. Dort kann man durch Setzen eines vordefinierten Filters die Keyframes auswählen.
  • Diese kann man nun nach Belieben und in vollem Umfang bearbeiten. Man beginnt mit dem ersten Frame und synchronisiert anschließend die vorgenommenen Einstellungen auf alle folgenden Bilder. Dann geht man zum nächsten Foto, nimmt eventuell nötige Anpassungen vor, synchronisiert wieder auf die Folgebilder und so weiter, bis alle Keyframes den eigenen Wünschen entsprechen. Dabei sollte man die Bilder auch gleich auf 16:9 anpassen. So kann man den Bildausschnitt frei wählen; LRTimelapse schneidet sonst automatisch mittig zu.
  • Sind die Keyframes fertig bearbeitet, speichert man die Metadaten als Dateien ab und kehrt zu LRTimelapse zurück.
  • Jetzt kommt der Clou: LRTimelapse berechnet, ausgehend von den Keyframes, automatisch die nötigen Anpassungen für alle übrigen Fotos. So ergeben sich sanfte Übergänge für Helligkeit, Farben und Kontraste. Das dauert einen Moment, dafür kann man sich dann in der Vorschau direkt das Ergebnis anschauen.
  • Zum Feinschliff bietet LRTimelapse noch eine „Deflicker“ (Entflacker) Funktion an, um Helligkeitssprünge zu vermindern. Ich habe auf diese Weise sogar bei Verwendung der Belichtungsautomatik (Blendenvorwahl) der Kamera sehr gute Ergebnisse bei Aufnahmen während der Dämmerung erzielen können.
  • Schließlich werden die Anpassungen für alle Fotos als Metadaten in separaten Dateien (*.xmp) gespeichert.
  • In Lightroom werden diese neuen Metadaten dann geladen und die darin enthaltenen Anpassungen auf die Bilder angewendet.
  • Zuletzt startet man aus Lightroom heraus den Export. Zunächst werden auch hier wieder alle Bilder als JPEG auf die Festplatte gespeichert – bei 2.700 Bildern kann das schonmal ein paar Stunden dauern, zumindest auf einem über sechs Jahre alten Laptop. Danach rendert LRTimelapse aus den JPEGs einen Film mit den gewünschten Einstellungen (Auflösung, Bildwiederholrate, Video-Codec etc.). Das geht relativ schnell, und man kann aus der JPEG-Sequenz immer wieder neue Videos mit anderen Einstellungen erzeugen.

Gunter Wegner bietet ein rund halbstündiges Tutorial-Video (auf Deutsch) an, in dem er ausführlich die Funktionen und Arbeitsweise mit dem Programm erläutert.

BEISPIEL

Das folgende Video zeigt einen Sonnenaufgang über einen Zeitraum von etwa vier Stunden, mit einem Foto alle zehn Sekunden. Aufgenommen wurde der Zeitraffer mit der Canon 760D und dem Radian 2. Für die Aufnahme habe ich die Blende fest auf 2,2 eingestellt, während Verschlusszeit und ISO-Wert von der Kamera automatisch gewählt wurden. Die ersten Bilder entstanden bei 5 Sekunden, ISO 400; die letzten bei 1/4.000 Sekunde, ISO 100. Der Radian 2 hat dabei die Kamera ausgelöst und gedreht.

Die Bilder wurden anschließend wie oben beschrieben in Adobe Lightroom und LRTimelapse 4 bearbeitet. So entstand ein Video mit sehr gleichmäßigen Helligkeits- und Farbübergängen. Die Musik, die aus der freien Musik-Bibliothek von YouTube stammt, habe ich zum Schluss in Adobe PremierePro hinzugefügt.

Noch mehr als die Dämmerung an sich fasziniert mich in dem Video jedoch die Bewegung der Wolken. Es wird sicher nicht mein letzter Film dieser Art gewesen sein; ich werde noch viel mit Zeitintervall, Zeitraum, Ort und Wetter experimentieren…


FAZIT

Empfehlung: Für mich hat sich die Investition in LRTimelapse absolut gelohnt, und ich empfehle es jedem, der sich ernsthaft mit Zeitraffer-Aufnahmen auseinandersetzt. Es gibt auch eine kostenlose Demo-Version, die auf 400 Bilder pro Sequenz beschränkt ist, aber sonst den vollen Funktionsumfang bietet. So kann man gut testen, ob das Programm den eigenen Vorstellungen entspricht.

Was ich gelernt habe: Das Zeitraffer Spaß machen, ist denke ich schon in den ersten Teilen der Serie klar geworden. Mit den passenden Werkzeugen lassen sich auch schwierige Lichtsituationen meistern. So entstehen mit überschaubarem Aufwand kleine Meisterwerke – wieder mal ein „Gewusst, wie“.


LINKS:

Bildnachweis: Titelbild – Screenshot Adobe Lightroom CC; Bildsequenz öffnen – Screenshot Adobe Photoshop CC; YouTube-Video Sonnenaufgang – eigene Aufnahme

Bilder in Bewegung: Zeitraffer-Aufnahmen mit der DSLR/DSLM

Zeitraffer

Dieser Beitrag ist der zweite Teil einer Mini-Serie zum Thema „Zeitraffer“. Der erste Teil beschreibt, wie man Zeitraffer-Videos mit der GoPro (oder einer vergleichbaren Action-Kamera) aufnimmt. Damit kann man bereits ziemlich gute Ergebnisse erzielen, und das mit wenig Aufwand. Um die Aufnahmen noch weiter zu verbessern, gibt es vor allem zwei Ansatzpunkte: freie Wahl der Brennweite und manuelle Kontrolle der Belichtung.

VERBESSERUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie schon erwähnt, ist der offensichtlichste Vorteil bei der Nutzung einer Spiegelreflex- oder Systemkamera gegenüber der GoPro die freie Wahl der Brennweite. Dies ermöglicht wiederum andere Perspektiven, da man einzelne Details einer Szene herausheben kann. Je länger die Brennweite, umso leichter fallen Wackler auf, zum Beispiel, weil der Wind gegen das Objektiv drückt. Diese müssen dann in der Nachbearbeitung stabilisiert werden, damit das Video am Ende nicht zittert. Daher ist eine stabile Aufstellung der Kamera sehr wichtig.

Des Weiteren hat man im manuellen Modus der Kamera die volle Kontrolle über die Belichtung der einzelnen Bilder – also Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und Weißabgleich. Sofern im Laufe der Aufnahme keine wesentlichen Änderungen an der Helligkeit der Szene zu erwarten sind, empfiehlt es sich immer, alle diese Werte manuell fest einzustellen. Dadurch ist ein gleichbleibendes Aussehen der Fotos gewährleistet und es entstehen keine seltsamen Effekte durch die Belichtungsautomatik, etwa wenn eine Wolke vor die Sonne zieht und die Szenerie dadurch auf einmal deutlich dunkler und blauer wird. Außerdem muss der Fokus ebenfalls manuell auf das wichtigste Element im Bild eingestellt werden. Ansonsten kann es passieren, dass die Kamera unbeabsichtigt auf Bewegungen im Bild reagiert und Teile der Aufnahme plötzlich unscharf sind.

Um die Bildqualität voll auszunutzen, sollte man natürlich in RAW fotografieren – daher muss man hier, noch viel mehr als bei der GoPro, die Datenmenge im Blick behalten. Bei meiner Canon 760D ist eine RAW-Datei bis zu 30 MB groß. Ein Zeitraffer über eineinhalb Stunden mit einem Aufnahmeintervall von zwei Sekunden erzeugt 2.700 Fotos – das sind rund 80 GB! Dementsprechend habe ich für solche Zwecke in eine 128 GB SD-Karte investiert. Ebenso muss der Akku der Kamera ausreichend lange durchhalten. Für besonders lange Aufnahmen nutze ich daher einen Batteriegriff an der Kamera, in dem zwei Akkus Platz haben.

Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit ergibt sich schließlich durch den Einsatz von Filtern. Egal ob Action-Kamera oder Spiegelreflex, bei schönem Wetter ist die Belichtungszeit für ein Foto in der Regel sehr kurz, so um 1/1000 Sekunde. Das führt im fertigen Video dazu, dass sich bewegende Leute oder Fahrzeuge scheinbar ruckartig von einer Position zur nächsten springen, wie man im Beispiel im ersten Teil gut sehen kann. Um bei Filmaufnahmen eine flüssige Bewegung zu erzielen, nimmt man als Richtwert für die Belichtungszeit üblicherweise das Doppelte der Bildwiederholrate, also 1/60 bei 30 Bildern pro Sekunde. Um die Belichtungszeit derart strecken zu können, ohne dass das Bild überbelichtet wird, kommen sogenannte Graufilter oder Neutral-Dichte (ND) Filter zum Einsatz.

Ich habe einen 1.000× Graufilter (ND 3,0-Filter) genutzt, um die Belichtungszeit auf eine halbe Sekunde zu verlängern. In Verbindung mit dem Tokina 11-20 mm Ultra-Weitwinkel habe ich folgende Einstellungen verwendet: ISO 200 | 16 mm | ƒ/4.0 | ½ Sek. Dadurch verschwimmen sich bewegende Personen oder Objekte im Bild. In Kombination mit einem Aufnahmeintervall von zwei Sekunden ergibt sich so im fertigen Film eine schöne fließende Bewegung; das fertige Beispiel-Video zum Vergleich mit dem aus dem ersten Teil gibt es weiter unten.

Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe durch Belichtungszeit von einer halben Sekunde bei Verwendung eines Graufilters

Polarisationsfilter können grundsätzlich auch genutzt werden, allerdings mit Einschränkungen: Da die Wirkung des Polfilters vom Winkel der Kamera zur Sonne abhängt, ändert sich die Stärke des Effekts im Laufe der Aufnahme, wenn die Sonne in dieser Zeit deutlich wandert. Das lässt sich in der Nachbearbeitung kaum korrigieren.

Meine 760D hat, im Gegensatz zur GoPro und einigen neueren Kameras, kein eingebautes Intervalometer – der Impuls, alle x Sekunden ein Foto zu machen, muss also von außen kommen. Die preiswerteste Variante dafür ist ein Kabelauslöser, der so eine Funktion mit eingebaut hat. Brauchbare Modelle finden sich im Internet schon für rund 20 Euro, passend für alle gängigen Kameramodelle. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung einer Smartphone-App. Dazu muss die Kamera per Kabel, Bluetooth oder WiFi mit dem Smartphone verbunden werden. Solche Apps bieten neben dem Zeitraffer-Modus oft noch viele weitere Funktionen.

Ich wollte neben technisch besseren Bildern noch eine weitere Komponente ins Spiel bringen, um meine Videos interessanter zu gestalten: nämlich die Kamera selbst während der Aufnahme zu bewegen. Das erfordert eine sehr präzise Steuerung, damit sich hinterher eine sanfte Bewegung ergibt. Dafür gibt es inzwischen einige Geräte zur Auswahl, die sowohl die Bewegung als auch die synchronisierte Steuerung der Kamera übernehmen.

ALPINE LABS RADIAN 2

Über eine Crowdfunding-Kampagne bin ich auf den Radian 2 von Alpine Labs gestoßen. Dieses Gerät, das aussieht wie eine unscheinbare schwarze Dose, hat es buchstäblich in sich: es enthält einen Akku, einen Motor und eine Fernsteuerung für die Kamera. Bedient wird es via Bluetooth mit der passenden Smartphone-App; die Kamera wird via USB-Kabel verbunden. Im Wesentlichen ermöglicht es Zeitrafferaufnahmen mit Kameraschwenks: Über einen festgelegten Zeitraum wird die Kamera einen bestimmten Winkel (horizontal oder vertikal) gedreht, und alle x Sekunden wird ein Foto gemacht. Der Radian macht zwischen Drehen und Aufnahme immer eine kurze Pause, damit das Bild nicht verwackelt.

Timelapse-Setup
Timelapse-Setup: Canon 760D mit Batteriegriff, Alpine Labs Radian 2 und iPhone mit der Radian App

Mit der recht schweren Kombination aus Kamera, Batteriegriff und dem Tokina (Gesamtgewicht: 1,5 kg) hatte der Radian keinerlei Mühe bei horizontalen Schwenks. Für einen vertikalen Schwenk war das jedoch zu schwer; das muss ich bei Gelegenheit nochmal mit einem leichteren Aufbau testen.

Unabhängig davon lässt sich auch die Aufnahme selbst auf vielfache Weise variieren. Der Radian kann während der Aufnahme die Kamera-Einstellungen verändern. So kann bei Aufnahmen in der Dämmerung die Belichtung angepasst werden („Exposure Ramping“). Die Frequenz der Aufnahmen lässt sich ebenfalls regeln, so dass sich die Geschwindigkeit der Zeitraffer im Verlauf des Videos ändert („Speed Ramping“).

Alles in allem ein sehr vielseitiges und dazu einfach zu bedienendes Gerät, das viel Abwechslung in Zeitraffer-Aufnahmen bringt. Natürlich kann man den Radian auch verwenden um die GoPro zu drehen – allerdings fehlt hier die Verbindung mit der Kamera, da sich die GoPro nicht auf gleiche Weise fernsteuern lässt. Das schränkt die Möglichkeiten deutlich ein. Der Radian 2, wie ich ihn habe, ist bei Alpine Labs aktuell ausverkauft. Ob und wann es wieder welche gibt, ist nicht klar. Es gibt inzwischen jedoch auch vergleichbare Geräte anderer Hersteller.

BEISPIEL

Das folgende Video zeigt einen Zeitraum von etwa eineinhalb Stunden. Die Fotos wurden wie oben beschrieben mit der Canon 760D, dem Radian 2 und einem ND-Filter gemacht; ich habe alle zwei Sekunden für eine halbe Sekunde belichtet. Dadurch wirken die Bewegungen im Bild flüssiger; die Leute springen nicht mehr im Bild umher. Die Drehung der Kamera bringt zusätzliche Bewegung ins Bild. Mit am faszinierendsten finde ich jedoch die Bewegung der Wolken an diesem Tag.

AUSBLICK

Im nächsten Teil wird es um die Nachbearbeitung gehen: Wie optimiere ich die aufgenommenen Fotos, und wie wird aus den vielen Einzelbildern ein fertiger Film? Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Bearbeitung und Konvertierung der Daten. Ich werde Euch vorstellen, welche Vorgehensweise und Software ich dafür nutze.


FAZIT

Empfehlung: Bei der Bildqualität liegen zwischen den mit der großen Kamera aufgenommenen Fotos und denen aus der GoPro natürlich Welten. Dafür ist die nötige Ausrüstung aber auch deutlich größer und schwerer (und teurer). Je nach Gegebenheit muss man das gegeneinander abwägen. Wann immer möglich, empfehle ich auf jeden Fall den Einsatz einer Spiegelreflex- oder Systemkamera, um alle Möglichkeiten der Bildgestaltung und Nachbearbeitung ausnutzen zu können.

Was ich gelernt habe: Wichtig ist, dass sämtliche Einstellungen – ISO, Belichtungszeit, Blende, Fokus, Weißabgleich – manuell vorgenommen werden, damit diese während der Aufnahmezeit konstant bleiben. Anpassungen durch die Automatik der Kamera führen sonst zu unschönem Flackern im fertigen Video. Bei der Aufnahme schneller Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel fahrenden Autos, wirkt das fertige Video deutlich flüssiger, wenn man einen Graufilter zur Verlängerung der Belichtungszeit nutzt, um so Bewegungsunschärfe zu erzeugen.


LINKS

Bildnachweis: Titelbild – Screenshot Adobe Lightroom CC; alle anderen Bilder – eigene Aufnahmen.

Bilder in Bewegung: Zeitraffer-Aufnahmen mit der GoPro

Zeitraffer

Dieser Beitrag wird der erste Teil eine Mini-Serie rund um das Thema „Zeitraffer“. Für mich liegt eine der wesentlichen Motivationen zum Fotografieren darin, Dinge so einzufangen, die das bloße Auge nicht sieht. Das können Makro-Aufnahmen sein, das Einfrieren schneller Bewegungen – oder eben Bewegungsabläufe als Film.

Hier kann es reizvoll sein, Bewegungen stark zu verlangsamen – viele Smartphones und Action-Kameras bieten heute schon spezielle Zeitlupen-Funktionen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Damit lassen sich Bewegungen ruckelfrei auf etwa 1/5 der ursprünglichen Geschwindigkeit verlangsamen. Soll es noch langsamer werden, braucht es spezielle – und damit teure – Kameras, zumindest wenn der Film hinterher auch noch eine gute Auflösung haben soll.

Das Gegenteil davon lässt sich einfacher umsetzen: Zeitraffer eignen sich dazu, Bewegungsmuster sichtbar zu machen, die zu langsam ablaufen, um sie mit dem bloßen Auge erfassen zu können. Für die Umsetzung braucht es nicht mehr als eine digitale Fotokamera mit der Möglichkeit, in festgelegten Zeitabständen Bilder aufzunehmen. Und etwas passende Software, die sich im Internet einfach finden lässt. Die Kamera muss dabei gar kein Top-Modell sein; für ein 4K-Video reichen schon 10 Megapixel aus.

Im ersten Teil beschreibe ich die Umsetzung von Aufnahme der Fotos bis zur Erstellung des Videos mit einer GoPro-Kamera und der zugehörigen Software.

IDEE & ORT

Das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein gehört mit Sicherheit zu den Orten, wo ich am längsten und am meisten fotografiere. Dabei geht es mir oft weniger darum, die Fahrzeuge in der Ausstellung im Bild festzuhalten, sondern vielmehr den Betrieb während der Veranstaltungen zu zeigen – insbesondere während des größten Events, den sogenannten „Bahnwelttagen“, die jedes Jahr im Mai am langen Himmelfahrt-Wochenende stattfinden. Ich habe den Schwerpunkt meiner Fotos auf das Publikum gelegt und nur mittelbar auf Exponate, die gerade die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Das waren immer nur Momentaufnahmen: Als Mitarbeiter im Museum muss ich während der Veranstaltungen selbst meine Aufgaben in der Ausstellung erfüllen und bekomme so oft nur wenig vom Geschehen auf dem Gelände mit – außer in den Pausen, die ich dann auch zum Fotografieren nutze. Trotzdem hat mich immer interessiert, was eigentlich den ganzen Tag über „da draußen“ passiert. So installierte ich meine Kamera mitten im Geschehen. Weil aber ein Acht-Stunden-Tag in Echtzeit anzuschauen langweilig wäre, hatte ich die Idee, Zeitraffer-Aufnahmen zu machen.

GOPRO KAMERA & SOFTWARE

Vor vielen Jahren habe ich mir eine GoPro Hero 3+ Black Edition Actionkamera gekauft, um damit Aufnahmen aus Perspektiven machen zu können, die mit einer großen Kamera nicht oder nur sehr schwer zugänglich sind. Neben verschiedenen Videomodi besitzen alle GoPros auch einen eingebauten Zeitraffermodus, in dem die Kamera alle paar Sekunden ein Foto macht. Das Zeitintervall kann man bei meiner GoPro zwischen 0,5 und 60 Sekunden wählen. Welches Zeitintervall das richtige ist, hängt davon ab, welche Abläufe man im Bild festhalten möchte; also was sich wie schnell bewegt.

Solange man die einmal gestartete Aufnahme nicht stoppt, läuft sie weiter bis die Speicherkarte voll oder der Akku leer ist. Damit ersteres nicht passiert, legte ich mir eine Micro-SD-Karte mit 64GB Kapazität zu. Für die Stromversorgung habe ich zwei Varianten genutzt: um einen ganzen Tag einzufangen, sorgte ich für eine externe Stromversorgung über Netzteil und USB-Kabel. Für Aufnahmen über 2 bis 3 Stunden reicht der integrierte Akku in Verbindung mit dem für die GoPro 3+ erhältlichen, auf der Rückseite ansteckbaren Zusatz-Akku.

AUFNAHME

Für die Aufnahme braucht es, wie immer in der Fotografie, ein passendes (interessantes) Motiv. Bei einem Zeitraffer kommt noch hinzu, dass sich dieses Motiv im Laufe der Zeit verändern soll: Wolken am Himmel, Verkehr auf einer lebhaften Kreuzung oder im Eisenbahnmuseum eben die Drehscheibe am Ringlokschuppen. Dann sind ein passender Ort und die richtigen Adapter nötig, um die Kamera stabil (wackelfrei) zu befestigen. Ich habe die Ausrichtung der Kamera über die passende Smartphone-App kontrolliert und dann darüber auch die Aufnahme gestartet.

Im Eisenbahnmuseum arbeite ich in der Regel ich mit einem Zeitintervall von zwei Sekunden; im Laufe eines ganzen Veranstaltungstags kommen so über acht Stunden 14.400 Fotos zusammen. Macht man daraus ein Video mit 30 Bildern pro Sekunde, so werden am Ende aus acht Stunden acht Minuten.

NACHBEARBEITUNG

Da meine alte GoPro ausschließlich Fotos im JPEG-Format schießt, sind die Möglichkeiten der Nachbearbeitung relativ begrenzt, zumal die Änderungen auf alle Bilder synchronisiert werden müssen. Bei der teils erheblichen Anzahl von Dateien stellt dies Hard- und Software vor eine nennenswerte Herausforderung. Wie wird nun aus all den Bildern ein Film? Am einfachsten geht das über die mitgelieferte „GoPro Studio“ Software.

GoPro Studio
GoPro Studio (v2.5.12) – Zeitraffer-Video importieren und bearbeiten

Dort wählt man im ersten Schritt den Ordner mit den von der Kamera kopierten Dateien auf der Festplatte aus. Die Software baut daraus automatisch einen Videoclip zusammen. Dann stellt man die gewünschten Optionen ein. Die wichtigsten Einstellungen sind die Bildwiederholrate und ob man den Fischaugen-Effekt herausrechnen lassen möchte oder nicht. Wenn viele gerade Linien im Bild sind, ist das durchaus sinnvoll, kann aber zu starken Verzerrungen in den Bildecken führen. Das Programm erstellt daraus dann einen fertigen Film, den man schließlich im gewünschten Format exportieren kann.

BEISPIEL

Das folgende Video habe ich vor drei Jahren mit der GoPro und der mitgelieferten Software wie oben beschrieben erstellt. Das Aufnahmeintervall betrug zwei Sekunden; über acht Stunden macht das insgesamt 14.400 Fotos:

Dieser Clip hat natürlich noch keinen Ton, da er aus einzelnen Fotos erstellt wurde. Man kann das Video einfach so nutzen oder mit anderen Bausteinen zu einem abwechslungsreichen Film zusammenbauen – dann natürlich auch mit Ton. Die GoPro-Software bietet selbst einige Videoschnitt-Funktionen an, die ich jedoch nie nutze. Früher habe ich meine Filme mit Apples iMovie Software erstellt; inzwischen nutze ich Adobe Premiere Pro CC. Auf das Thema Videoschnitt und Video-Nachbearbeitung werde ich in diesem Beitrag jedoch nicht eingehen. Stattdessen verweise ich dafür auf die fantastische Video-Anleitung (fünf Teile) von Arthur Konze auf YouTube.

ALTERNATIVEN UND GRENZEN

Aktuelle GoPro-Kameras findet Ihr beim Elektronik-Händler Eures Vertrauens. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass es inzwischen auch recht preiswerte Alternativen zur GoPro gibt. Was die Qualität der erzeugten Bilder und Videos angeht, so gibt es natürlich Unterschiede, zumindest wenn man die Ergebnisse mit dem aktuellen Top-Modell vergleicht. Ob das den Aufpreis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, je nach Anwendungszweck.

Zudem bieten inzwischen auch viele Smartphones eine Zeitraffer-Funktion – entweder direkt in der integrierten Kamera-App oder durch Apps von Drittanbietern. Für meinen Anwendungsfall kommt das jedoch nicht infrage: Das Smartphone ist wesentlich empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen (direkte Sonneneinstrahlung, Regen), die Speicherkapazität ist in der Regel ebenso begrenzt wie die Akkulaufzeit – und wer hängt sein Smartphone mit allen seinen Daten bei einer Veranstaltung unbeaufsichtigt ins Gelände?

So oder so gibt es Grenzen. An erster Stelle ist man an die feste Brennweite der Kamera gebunden, die ein extremes Weitwinkel-Bild (Fischauge) liefert. Das ist nicht immer das, was man braucht. Zudem hat die kleine Kamera Probleme mit starken Kontrasten – an hellen Sommertagen sind entweder die hellen Stellen im Bild, z.B. Wolken, ausgebrannt und daher nur noch als weiße Kleckse zu sehen, oder die Schatten saufen im Schwarz ab. Zudem produzieren der automatische Weißabgleich und die Belichtungsautomatik oft seltsame Effekte, etwa wenn Wolken an der Sonne vorbeiziehen und sich so das Licht immer wieder ändert.

Die GoPro bietet mit „ProTune“ auch einen fortgeschrittenen Aufnahmemodus. Dort kann man z.B. den Weißabgleich fest einstellen. Dadurch sind die Aufnahmen kontrastärmer und bieten mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung. Allerdings konnte ich damit bei Zeitraffer-Aufnahmen nie zufriedenstellende Ergebnisse erreichen – vermutlich, weil mir die Erfahrung im Umgang mit Color Grading und Look-Up Tables fehlt. Neuere GoPro-Modelle wie z.B. die GoPro Hero 5 können auch Fotos im RAW-Format schießen; wer so ein Modell hat, sollte diese Möglichkeit unbedingt nutzen.

AUSBLICK

Im nächsten Teil der Serie wird es um Zeitraffer-Aufnahmen mit Spiegelreflex- bzw. Systemkameras gehen, sowie darum, wie man noch etwas mehr Bewegung in den Film bringt. Der dritte Teil wird sich dann mit der Nachbearbeitung befassen, also insbesondere damit, wie man die Möglichkeiten des RAW-Formats am besten ausnutzen kann, um mit vertretbarem Aufwand ein qualitativ hochwertiges Video zu erzeugen.


FAZIT

Empfehlung: Zeitraffer mit der GoPro sind sehr schnell und einfach gemacht und liefern durchaus beachtliche Ergebnisse. Diese Variante bietet eine ganze Reihe von Vorteilen: Die Kamera ist klein, leicht, unauffällig und lässt sich vielseitig befestigen. Sie arbeitet absolut geräuschlos und hält mit Zusatzakku viele Stunden durch. Die Umwandlung der Fotos in ein fertiges Video geht mit der mitgelieferten GoPro Studio Software im Handumdrehen. Also viel Spaß für wenig Aufwand!

Was ich gelernt habe: Zeitraffer-Videos haben für mich eine neue Möglichkeit eröffnet, Fotografie einzusetzen, um Bewegungsabläufe darzustellen. Vor allem, dass man die Kamera, einmal eingerichtet, einfach „ihr Ding“ machen lassen und sich währenddessen anderen Tätigkeiten widmen kann, ist einfach prima und erlaubt entspanntes „Multitasking“.


LINKS

Bildnachweis: Titelbild – Screenshot Adobe Lightroom CC

Was heißt eigentlich…? – Grundbegriffe, Abkürzungen und Objektivbezeichnungen

Grundbegriffe, Abkürzungen und Objektivbezeichnungen

Jeder, der zum ersten Mal tiefer in das Thema Fotografie einsteigt, sieht sich schnell einem ganzen Wust von Fachbegriffen und Abkürzungen gegenüber. In Testberichten, Tutorials und Online-Communities wimmelt es nur so davon. Dabei hat mich anfangs besonders verwirrt, dass es für ein und dieselbe Sache oft verschiedene Bezeichnungen gibt – oder umgekehrt dieselbe Abkürzung mehrere Bedeutungen hat. Da ich gerade dabei bin, einige meiner Ausrüstungsgegenstände zu verkaufen und durch andere zu ersetzen, musste ich für die entsprechenden Artikelbeschreibungen wieder die passenden Bezeichnungen heraussuchen. Grund genug, das hier mal auf einer Seite zusammenzufassen.

GRUNDBEGRIFFE

Zum Thema Fotografie gibt es unzählige Bücher und Videos, in denen die Grundlagen beschrieben, Anleitungen gegeben und Begriffe erklärt werden. Damit will ich hier gar nicht konkurrieren. Aber ich möchte zumindest die Begriffe, die ich selbst regelmäßig in meinen Posts verwende, in meinen eigenen Worten erläutern.

Bei den meisten Begriffen habe ich Euch den Link zum entsprechenden Artikel auf Wikipedia direkt mit eingebaut, falls Ihr etwas ausführlicher nachlesen möchtet. Und wenn Ihr es ganz genau wissen wollt, dann empfehle ich Euch ausdrücklich die Vorlesungsreihe „Lectures on Digital Photography“ von Mark Levoy.

Belichtungsdreieck

(en: exposure triangle)

Bezeichnet das Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert für die korrekte Belichtung eines Fotos.

  • Jede der drei Größen hat eine Belichtungskomponente und eine künstlerische Komponente:
    • Alle drei können das Foto entweder dunkler (kurze Belichtungszeit, geschlossene Blende, kleiner ISO-Wert) oder heller (lange Belichtungszeit, offene Blende, hoher ISO-Wert) machen.
    • Mithilfe der Verschlusszeit kann man Bewegungen entweder einfrieren (kurz) oder fließend darstellen (lang).
    • Eine weit geöffnete Blende erzeugt eine geringe Schärfentiefe, so dass nur das Motiv im Fokus ist. Eine geschlossene Blende hingegen bewirkt das Gegenteil, so dass ein wesentlich größerer Bildbereich scharf abgebildet wird.
    • Niedrige ISO-Werte ergeben ein klares Bild, während hohe ISO-Werte zu Bildrauschen (Körnung) führen.
    • Je nach Art des Fotos, das man machen will, wählt man einen oder zwei der Werte fest, und lässt die Kamera den dritten automatisch wählen.
    • Bei Hamburger Fotospots gibt es einen wunderbaren Spickzettel – Neudeutsch „Cheatcard“ genannt – der anschaulich die drei genannten Parameter und ihre jeweilige Wirkung darstellt:
Quelle: Hamburger Fotospots
  • Erstes Beispiel: Wenn ich die Belichtungszeit halbiere, aber dafür den ISO-Wert verdopple, kommt am Ende dieselbe Belichtung heraus (Bewegungsunschärfe wird verringert, dafür leidet die Bildqualität).
  • Zweites Beispiel: Wenn ich die Blende von ƒ/2.8 auf ƒ/5.6 ändere, kann ich dafür die Belichtungszeit vervierfachen, ohne dabei die Belichtung des Fotos zu verändern (Bewegungen werden fließender gezeigt, dafür verändert sich die Tiefenschärfe).
  • Grau ist alle Theorie, daher hier zwei sehr anschauliche YouTube-Videos zu diesem Thema:
Belichtungszeit /
Verschlusszeit
(en: exposure time shutter speed)

Die Zeitdauer, in der Licht auf den Sensor fällt. Bei den meisten Kameras lässt sie sich zwischen 1/4.000 und 30 Sekunden einstellen (⇒ Wikipedia).

  • Höherwertige Kameras bieten auch 1/8.000 Sekunde an.
  • Für Langzeitbelichtungen jenseits von 30 Sekunden gibt es den sogenannten „Bulb“-Modus, bei dem die Belichtungszeit durch Drücken und Loslassen oder zweimaliges Drücken des Auslösers beliebig lang gewählt werden kann.
  • Wird gesteuert durch den Verschluss (siehe unten).
Blende

(en: Aperture)

Technisch gesehen bezeichnet die Blende die Öffnung im Objektiv, durch die das Licht auf den Kamerasensor fällt. Sie lässt sich in der Regel im Durchmesser variieren (⇒ Wikipedia).

Künstlerisch gesehen ist die Blende das wichtigste Gestaltungsmittel des Fotografen. Sie bestimmt die Schärfentiefe, also den Entfernungsbereich im Bild, der scharf dargestellt wird. Das macht den Unterschied zwischen einem Portrait mit weichem Hintergrund und einer durchgehend scharfen Landschaftsaufnahme. Außerdem hat sie Auswirkungen auf die Menge des einfallenden Lichts, insbesondere bei Aufnahmen mit Blitz.

  • Die Einstellung der Blende wird immer in Relation zum Objektiv angegeben. Die Blendenzahl errechnet sich aus der Brennweite des Objektivs geteilt durch den Durchmesser der wirksamen Öffnung. Da die Größe der Öffnung im Nenner steht, ist die Blendenzahl umso kleiner, je größer die Blendenöffnung ist (⇒ Wikipedia).
  • Die Blendenwerte sind so gewählt, dass eine Änderung von einem Wert zum nächsten immer einer Verdoppelung oder Halbierung der durchgelassenen Lichtmenge entspricht. Das ist gleichbedeutend mit einer Verdoppelung oder Halbierung der Größe (Fläche) der Blendenöffnung. Der Flächeninhalt eines Kreises mit Radius r ist bekanntermaßen π * r². Wenn ich den verdoppeln will, ergibt sich folglich: 2 * π * r² = π * 2 * r² = π * (√2)² * r² = π * (√2 * r)². Ich muss also den Radius um den Faktor √2 ≈ 1,4 verändern, um die Fläche zu verdoppeln.
  • Daher sind die Blendenzahlen immer Vielfache von √2: ƒ/1, ƒ/1.4, ƒ/2, ƒ/2.8, ƒ/4, ƒ/5.6, ƒ/8, ƒ/11, ƒ/16…
Objektiv mit verschieden weit geöffneter Irisblenden im Vergleich (Quelle: Wikipedia)
  • Da bei manuellen Objektiven der Einstellring für die Blende bei diesen Werten einrastet, spricht man im Englischen von „stop“. Dementsprechend beziehen sich die Begriffe „stop of light“, „stop up“ und „stop down“ auf eine Verdoppelung oder Halbierung der eingefangenen Lichtmenge.
  • Im Deutschen wird das Wort Blende auch synonym dafür benutzt; man spricht dann von „einer Blende mehr“ bei Verdoppelung der Lichtmenge. Diese Formulierung wird oft unabhängig davon verwendet, ob die Wirkung tatsächlich mit der Blende erzielt wurde oder durch andere Mittel wie etwa Belichtungszeit, ISO-Wert oder Blitzleistung.
  • Zwischen den oben genannten Hauptwerten gibt es noch Werte für jeweils ±⅓ Blende, also z.B.: ƒ/2.8, ƒ/3.2, ƒ/3.5, ƒ/4.
  • Durch diese Notation ist die Angabe der Blende, bzw. ihre Auswirkung auf die Belichtung, unabhängig von Objektiv und Kamera. Das heißt, ein mit den Daten „ISO 100, Blende ƒ/8, 1/200 Sek.“ korrekt belichtetes Foto eines bestimmten Motivs wird mit jeder Kamera, an der ich diese Werte einstellen kann, korrekt belichtet sein. Was sich unterscheidet ist, je nach Brennweite und Sensorgröße, der dargestellte Bildausschnitt, der Blickwinkel und die Schärfentiefe.
  • Wenn man in einem Foto Umgebungslicht und Blitzlicht mischen will, dann kontrolliert die Blende die Menge des Blitzlichts im Foto, während die Belichtungszeit das Umgebungslicht kontrolliert.
Blitz-Synchronzeit

(en: flash sync speed)

Bezeichnet die kürzeste Belichtungszeit, bei der ein Blitz ohne spezielle „High Speed“-Funktion noch ein vollständig belichtetes Bild liefert. Sie ist abhängig von der Bauart des Verschlusses (siehe unten) und liegt je nach Kamera bei etwa 1/200 Sekunde.
Bokeh Der Begriff leitet sich ab aus dem japanischen Wort für „unscharf, verschwommen“. In der Fotografie wird damit beschrieben, mit welcher Qualität die unscharfen Bildbereiche in einem mit offener Blende aufgenommenen Foto gezeichnet werden (⇒ Wikipedia). Das Bokeh ist abhängig von der Konstruktion des jeweiligen Objektivs und der Beschaffenheit der Linsen. Besonders bei Portrait-Objektiven wird ein hoher Wert auf ein schönes Bokeh gelegt, damit der Hintergrund möglichst weich erscheint und nichts vom Motiv ablenkt. Es gibt jedoch auch Objektive, die ein sehr unruhiges Bokeh erzeugen, z.B. weil Konturen in den unscharfen Bereichen verdoppelt werden.
Chromatische
Aberration / Farbsäume
(en: chromatic aberration / color fringing)
Beim Durchqueren von Wassertropfen werden die einzelnen Farben des Lichts unterschiedlich stark gebrochen. Das Sonnenlicht wird in seine einzelnen Farben zerlegt; so entsteht ein Regenbogen. Dasselbe passiert, wenn das Licht sich seinen Weg durch die Linsen eines Objektivs sucht. Die einzelnen Linsen müssen also so aufeinander abgestimmt sein, dass auf dem Sensor wieder alle Farben passend zueinander an den richtigen Stellen landen. Gelingt das nicht, sieht man an Kanten mit starken Kontrasten (z.B. Äste eines Baums gegen den hellen Himmel oder weißer Rahmen eines ansonsten dunklen Fensters) deutliche Farbsäume, die meistens grün auf der einen und lila auf der anderen Seite sind (⇒ Wikipedia). Sie lassen sich in der Nachbearbeitung in Programmen wie z.B. Adobe Lightroom üblicherweise gut korrigieren.
Crop-Faktor /
Formatfaktor
(en: crop factor)

Um verschiedene Kamera-Typen untereinander vergleichbar zu machen, werden wesentliche Angaben wie z.B. die Brennweite des Objektivs immer auf das sog. Vollformat umgerechnet. Damit werden Kameras bezeichnet, deren Sensor dieselbe Größe hat wie das Negativ eines 35-mm-Kleinbildfilms (24 x 36 mm). Der Formatfaktor gibt das Verhältnis der Längen der Diagonalen an. (⇒ Wikipedia)

  • Weit verbreitet sind die Formate APS-C (Crop-Faktor 1,5 (Nikon) bzw. 1,6 (Canon)) und Micro-Four-Thirds (Crop-Faktor 2 (Olympus, Panasonic)).
  • Zum Vergleich der Brennweite wird diese mit dem Crop-Faktor multipliziert: 50 mm an Canon APS-C entsprechen – multipliziert mit 1,6 – also 80 mm am Vollformat. Diese Entsprechung bezieht sich jedoch allein auf den Bildausschnitt, nicht auf den Blickwinkel.
  • Zum Vergleich der Schärfentiefe multipliziert man die Blende ebenfalls mit dem Crop-Faktor. Beispiel: die rückseitige Kamera an Apples iPhone 7 hat eine Blende von ƒ/1.8 und einen Crop-Faktor von 7,2. Das entspricht also in etwa ƒ/13 am Vollformat und macht klar, warum es mit einer Handy-Kamera praktisch unmöglich ist, Bilder mit unscharfem Hintergrund aufzunehmen (große Blendenzahl = große Schärfentiefe).
Interner Fokus

(en: internal focus)

Bei Objektiven mit internem Fokus befinden sich alle beweglichen Elemente zum Scharfstellen des anvisierten Motivs innerhalb des Objektivs. Das bedeutet, dass insbesondere das Frontelement des Objektivs beim Fokussieren weder ausfährt noch sich dreht. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man Filter verwenden möchte, bei denen es auf die richtige Orientierung ankommt; wie etwa Polarisationsfilter oder Filter mit Farb- bzw. Grauverlauf.
ISO

Bezeichnet allgemein die Internationale Organisation für Normung in der Schweiz. Da die Abkürzung für diese Bezeichnung in jeder Sprache anders wäre (auf Deutsch müsste es eigentlich ION heißen), verwendet man weltweit ISO als Eigennamen, abgeleitet von der griechischen Silbe „iso“ für „gleich“. In der Fotografie wird mit dem ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit eines analogen Films bzw. digitalen Kamerasensors bezeichnet, wie sie in der Norm ISO 5800 definiert ist (⇒ Wikipedia).

  • Der Standardwert bei den meisten Kameras heutzutage ist ISO 100.
  • Je höher der ISO-Wert, umso lichtempfindlicher ist der Film bzw. Sensor. Dies geht immer mit einer zunehmenden Minderung der Bildqualität (Körnung bzw. Rauschen) einher. Wie stark diese ausfällt, ist bei Digitalkameras abhängig von der Bauform des Sensors, insbesondere der Größe der einzelnen Pixel. Je größer, umso besser. Deshalb haben Low-Light Kameras üblicherweise nur eine geringe Auflösung.
Naheinstellgrenze

(en: minimum focus distance)

Die Naheinstellgrenze bezeichnet die kürzeste Entfernung, auf die ich mit dem Objektiv noch scharf stellen kann. Wichtig zu wissen ist dabei, das dieser Mindestabstand immer von Sensor aus gemessen wird, und nicht vom Frontelement des Objektivs aus. Die Position des Sensors ist auf dem Kameragehäuse mit einem Symbol (0) markiert. Wenn die Naheinstellgrenze z.B. 15 cm sind, aber vom Sensor bis zum Frontelement sind es schon 12 cm, dann bleiben tatsächlich nur noch 3 cm Luft zum anvisierten Objekt. Grundsätzlich nimmt der Mindestabstand mit steigender Brennweite zu; bei Teleobjektiven können das leicht 1,5 Meter oder mehr sein. Ausnahme sind Makro-Objektive, die ganz speziell so konstruiert sind, dass auf sehr kurze Entfernung scharf stellen kann. Dadurch wird der große Abbildungsmaßstab möglich.

Schärfentiefe /
Tiefenschärfe
(en: depth of field)

Die Schärfentiefe (synonym auch Tiefenschärfe; welcher der beiden Begriffe richtig(er) ist, ist Gegenstand fortwährender Debatten zwischen Fotografen und Sprachwissenschaftlern) bezeichnet den Entfernungsbereich, innerhalb dessen Objekte hinreichend scharf abgebildet werden (⇒ Wikipedia).

  • Grundsätzlich werden nur Gegenstände, die sich exakt in der Fokusebene befinden, zu 100% scharf abgebildet.
  • Je weiter ein Gegenstand von der Fokusebene entfernt ist, nach vorne oder hinten, umso unschärfer wird er abgebildet. Das ist ein fließender Übergang, und die Grenze bis wohin ein Gegenstand „scharf genug“ ist, hängt zum einen von der Auflösung der Kamera ab, und zum anderen von der subjektiven Wahrnehmung des Betrachters.
  • Die Schärfentiefe wird kontrolliert durch drei Faktoren:
    1. Die Blende: Kleine Blendenzahl = geringe Schärfentiefe; große Blendenzahl = große Schärfentiefe.
    2. Die Brennweite: Je kürzer die Brennweite, umso größer die Schärfentiefe.
    3. Die Fokusentfernung: Je weiter weg das anvisierte Motiv ist, umso größer ist die Schärfentiefe. Ab einer bestimmten Entfernung (abhängig von Brennweite und Blende) ist Schärfentiefe unendlich; diesen Abstand nennt man Hyperfokaldistanz.
  • Deshalb werden Portraits gerne mit langer Brennweite und möglichst offener Blende fotografiert; so ist nur das Gesicht scharf und der Hintergrund möglichst unscharf. Umgekehrt arbeitet man für Landschaftsaufnahmen typischer Weise mit kurzen Brennweiten und geschlossener Blende (z.B. ƒ/8), damit möglichst viel Bildinhalt scharf abgebildet wird.
Verschluss

(en: shutter)

Der Verschluss ist eine Vorrichtung in der Kamera, die dafür sorgt, dass nur für die Dauer der eingestellten Belichtungszeit Licht auf den Film bzw. Sensor fällt (⇒ Wikipedia). Dabei ist im Wesentlichen zwischen zwei Verschlussarten zu unterscheiden:

  • Beim elektronischen oder digitalen Verschluss handelt es sich nicht um einen Verschluss im eigentlich Sinne, da während der gesamten Zeit Licht auf den Sensor trifft. Der Sensor wird zurückgesetzt (alle Werte auf null), und nach der angegebenen Zeit werden die Werte aller Pixel ausgelesen. Der Vorteil ist, dass dieser Vorgang absolut geräuschlos erfolgt. Die meisten Video-, Handy- und Kompaktkameras arbeiten so; auch Spiegelreflexkameras im Video-Modus.
  • Spiegelreflexkameras nutzen für Fotos üblicherweise einen mechanischen Schlitzverschluss, mit dem sehr präzise Belichtungszeiten bis zu 1/8.000 Sekunde realisiert werden können. Dieser besteht aus zwei Vorhängen. Zu Beginn der Belichtungszeit bewegt sich der erste Vorhang, der bis dahin den Sensor komplett abgedeckt hat, zur Seite. Am Ende der Belichtungszeit bewegt sich der zweite Vorhang aus seiner Ruhestellung in gleicher Richtung über den Sensor und deckt ihn wieder ab. Bei sehr kurzen Belichtungen (unter 1/200 Sekunde) bewegen sich die beiden Vorhänge sehr dicht hintereinander. Dadurch ist zu keinem Zeitpunkt mehr der gesamte Sensor offen, sondern es bewegt sich ein Schlitz so über den Sensor, dass jeder Bereich des Sensors für die eingestellte Zeit belichtet wird.
    • Was dabei genau passiert, kann man sich sehr schön in diesem Zeitlupen-Video auf YouTube anschauen.
    • Daher brauchen Blitze für kurze Belichtungszeiten einen speziellen „High Speed“ Modus. Durch deren extrem kurze Abbrennzeit würde man sonst einen schwarzen Balken im Bild sehen, da nur der Teil des Bildes belichtet wird, der sich zum Blitzzeitpunkt gerade zwischen den beiden Vorhängen befindet.
    • Aus der Bauform und Funktionsweise des Verschlusses leiten sich auch die Begriffe erster/zweiter (Verschluss-)Vorhang ab, die beschreiben, ob der Blitz am Anfang oder am Ende der Belichtungszeit ausgelöst wird.
  • Bei beiden Verschlusstypen wird nicht das gesamte Bild auf einmal aufgenommen, sondern die Belichtung bewegt sich gewissermaßen über den Sensor – durch das zeilenweise Auslesen der Pixel bzw. die Bewegung des Schlitzverschlusses. Das hat den Nachteil, dass schnell bewegende Objekte verzerrt abgebildet werden (sog. Rolling-Shutter-Effekt). Es gibt auch Kameras mit einem sog. „Global Shutter“, bei dem die gesamte Bildinformation auf einmal ausgelesen wird. Diese Technik kommt vor allem in teuren Hochgeschwindigkeitskameras zum Einsatz.
  • Robert Hall hat ein Video auf YouTube, in dem er die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile der beiden Verschlussarten erläutert.

ABKÜRZUNGEN

Abkürzungen in der Fotografie gibt es nahezu beliebig viele. Ich habe hier nur die herausgegriffen, die ich selber relativ häufig benutze. Außerdem fehlen in dieser Liste alle Abkürzungen, die sich auf die Bauform oder Funktion von Objektiven beziehen; diese findet Ihr weiter unten in einer eigenen Rubrik.

AF

Autofokus – Damit stellt die Kamera automatisch auf das anvisierte Objekt scharf. Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Autofokus-Systeme: Die Phasenerkennung kommt in Spiegelreflexkameras bei Nutzung des optischen Suchers zum Einsatz; die Kantenerkennung bei der Nutzung eines elektronischen Suchers oder Displays (z.B. am Handy). Die Phasenerkennung ist schneller, die Kantenerkennung zuverlässiger. Ferner kommen je nach Kamera bzw. Objektiv verschiedene Stellantriebe zum Einsatz; siehe auch Objektivbezeichnugen.

APS‑C

Advanced Photo Systems-Classic – Unter dieser Bezeichnung werden heutzutage Digitalkameras mit einer Sensorgröße von 22,5 x 15,0 mm (Crop-Faktor 1,6) bis 25,1 x 16,7 mm (Crop-Faktor 1,5) zusammengefasst. Praktisch alle Kameras mit wechselbaren Objektiven und einem Neupreis unter 1.000,- € haben einen solchen Sensor. APS-C ist keine standardisierte Angabe; die Sensorgröße schwankt je nach Hersteller. Bei Nikon tragen diese Kameras die Bezeichnung „DX“.

Die Bezeichnung geht zurück auf das Mitte der 1990er noch für analoge Filme entwickelte APS-System. Das Aufnahmeformat betrug etwa ⅓  des 35-mm-Kleinbildfilms. Dadurch war es möglich, kleinere Kameras zu bauen und zusätzliche Bildinformationen auf dem Film zu speichern. Durch die schnell aufkommende Digitalfotografie konnte sich APS im Analogbereich jedoch nie durchsetzen und verschwand bereits nach wenigen Jahren wieder vom Markt.

APS-C als Klassifizierung der Sensorgröße hat keinen Bezug zur Sensortechnologie APS (Active Pixel Sensor). Dies ist eine Bauform von sog. CMOS-Sensoren, die wegen des geringen Stromverbrauchs und der kompakten Baugröße in nahezu allen Handy- und Kompaktkameras zum Einsatz kommt.

ILC Interchangeable Lens Camera – Kamera mit wechselbarem Objektiv. Wird oft als Oberbegriff für System- und Spiegelreflexkameras gebraucht, in Abgrenzung zu den Kompaktkameras mit fest verbautem Objektiv.
DSLM Digital Single-Lens Mirrorless – Die englische Bezeichnung für digitale spiegellose Kameras, im Deutschen oft auch als Systemkameras bezeichnet (Beispiel: Sony Alpha a6000). „Single-Lens“ bedeutet, dass das Bild im Sucher durch dasselbe Objektiv erfasst wird wie das eigentliche Foto. Bei älteren Kompaktkameras gab es für den Sucher oft eine eigene Optik. Da heutzutage praktisch alle Kameras digital sind, wird das D oft weggelassen und nur SLM benutzt. Ferner gibt es eine Reihe synonymer Abkürzungen: MILC (Mirrorless Interchangeable Lens Camera), MSC (Mirrorless System Camers) und – mein Favorit  :mrgreen: – EVIL (Electronic Viewfinder Interchangeable Lens camera).
DSLR Digital Single-Lens Reflex – Die englische Bezeichnung für digitale Spiegelreflexkameras (Beispiel: Canon EOS 760D). Auch hier wird oft nur „SLR“ genutzt.
MF Manueller Fokus – Wechselobjektive erlauben in der Regel auch ein manuelles Scharfstellen auf das Motiv. Dies ist sinnvoll bei schwierigen Lichtverhältnissen (z.B. Nachtaufnahmen) oder für Aufnahmen, bei denen ein sich bewegendes Ziel an einer bestimmten Stelle fotografiert werden soll und der Autofokus nicht schnell genug wäre.
MFT Micro-Four-Thirds – Bezeichnet ein hauptsächlich von Olympus und Panasonic genutztes Sensorformat mit dem Crop-Faktor 2. „Four Thirds“ bezieht sich dabei auf das Seitenverhältnis des Sensors von 4:3, anstelle der sonst in der Fotografie üblichen 3:2.
SOOC Straight Out Of Camera – Diese vor allem in Internet-Foren und Foto-Communities genutzte Abkürzung steht für „direkt aus der Kamera“ und bedeutet, dass das so bezeichnete Foto in keiner Weise am Rechner nachbearbeitet wurde.

OBJEKTIVBEZEICHNUNGEN

Bei den Objektiven wird es besonders wild, da hier die Abkürzungen für dieselben Eigenschaften und Funktionen von Hersteller zu Hersteller variieren. In der unten stehenden Tabelle habe ich die gängigsten Kürzel für die Marken, die ich nutze, zusammengefasst.

Was ich dabei gezielt ausgelassen habe, sind die ganzen Bezeichnungen für die „optische Formel“ eines Objektivs – also welche speziell geformten Linsen verbaut sind und welche besonderen Beschichtungen diese haben. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wichtig sind da nur die Auswirkungen auf die Bildqualität (Verzerrung und chromatische Aberration).

Funktion Canon Samyang Sigma Tamron Tokina
Objektiv für Vollformat-Kameras EF DG Di FX
Objektiv für Kameras mit APS-C Sensor EF-S CS DC Di II DX
Objektiv für spiegellose Kameras EF-M FE (Sony E-Mount) DN
Bildstabilisator IS (Image Stabilization) OS (Optical Stabilizer) VC (Vibration Compensation)
Autofokus USM (Ultra-Sonic Motor)

STM (Stepping Motor)

 AF HSM (Hyper-Sonic Motor) USD (Ultrasonic Silent Drive)  AF
Interner Fokus IF IF IF IF
Profi-Objektive L (Luxury) A (Art)

S (Sport)

EX (Excellence)

SP (Super Professional) AT-X Pro
Consumer-Objektive C (Contemporary) AT-X
ANMERKUNGEN:
  • Canon: Objektive, die intern fokussieren, sowie Objektive für „Normalverbraucher“ haben keine eigene Bezeichnung.
  • Samyang: Objektive von Samyang werden unter verschiedenen Markennamen verkauft; darunter Rokinon, Bower, Opteka, Pro-Optic, Vivitar und Walimex. Technisch sind sie jeweils identisch; unterscheiden sich beim Preis aber teils deutlich. Vollformat-Objektive haben keine eigene Bezeichnung; Objektive mit Bildstabilisator gibt es keine. Auch wird nicht zwischen verschiedenen Produktlinien unterschieden.
  • Tamron: Objektive speziell für spiegellose Kameras gibt es von Tamron meines Wissens nach aktuell keine. Consumer-Objektive haben keine eigene Bezeichnung.
  • Tokina: Keine Objektive speziell für spiegellose Kameras oder mit Bildstabilisator im Angebot.

FAZIT

Empfehlung: Am Anfang sind die ganzen Begriffe und Abkürzungen ziemlich verwirrend, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen! Für die Grundbegriffe hilft am Anfang natürlich auch mal ein Buch, aber letztlich ist es „learning by doing“. Insbesondere mit dem Belichtungsdreieck muss man sich intensiver befassen und die damit verbundenen gestalterischen Möglichkeiten (Wie bekomme ich den Hintergrund unscharf? Wie friere ich Bewegungen ein?) verinnerlichen.

Was ich gelernt habe: Eine Menge  😀 Und ich lerne immer noch. Auch beim Schreiben dieses Artikels habe ich wieder ein paar Dinge besser verstehen gelernt…


LINKS

Außer auf Wikipedia finder Ihr weitergehende Erklärungen hier:

Bildnachweis: Titelbild: eigene Grafik

Buchempfehlung: Tony Northrup – Stunning Digital Photography

Book Cover: Stunning Digital Photography (www.northrup.photo)

Ein umfangreiches Fotografie-Buch, das gleichzeitig Video-Tutorial und Foto-Community ist, gibt’s das? Ja, gibt’s tatsächlich. Zumindest auf Englisch: Tony Northrup spannt mit seinem Buch „Stunning Digital Photography“ (SDP) den großen Bogen von Anleitungen für Einsteiger bis hin zu Tipps für Fortgeschrittenen, und das praktisch quer durch alle Disziplinen der Fotografie.

Als ich damals angefangen habe, mich intensiver mit der Fotografie zu beschäftigen, habe ich vor allem eins gesucht: Orientierung. Welche Möglichkeiten gibt’s überhaupt? Was braucht man wofür? Wo fängt man am besten an? Nachdem ich für die Auswahl meiner Kamera und Objektive, sowie für das Thema „Milchstraße fotografieren“ YouTube als Informationsquelle entdeckt hatte, bin ich dort auch recht schnell auf die zahlreichen Videos im Kanal von Chelsea & Tony Northrup gestoßen – und dadurch auf das Buch.

SDP: EINES FÜR ALLES

Das Buch gibt es in allen möglichen Formaten: als gebundene Ausgabe oder als Ebook für alle gängigen Reader. Ich empfehle unbedingt die Ebook-Variante, denn hier sind die zahlreichen Videos mit Beispielen und Anleitungen direkt verlinkt, so dass man zwischen Lesen und Schauen hin- und herspringen kann. Das macht das Buch sehr lebendig, denn in den Videos werden die Auswirkungen verschiedener Einstellungen sehr viel anschaulicher dargestellt als dies lediglich mit ein paar Bildern im Buch möglich wäre. Gerade das macht für mich den großen Reiz aus und war letztlich ausschlaggebend für den Kauf.

Ein weiterer Vorteil hier ist, dass das Buch nicht „fertig“ ist – es werden immer mal wieder Kapitel und Videos aktualisiert, oder es kommen neuen hinzu. Und hat man das Buch einmal erworben, hat man auch automatisch Zugriff auf alle folgenden Aktualisierungen, die man dann einfach von der Homepage herunterladen kann.

BUCHAUFBAU

Das Buch beginnt mit einigen allgemeinen Kapiteln: den „Quick Tips“ für Schnelleinsteiger, gefolgt von Abschnitten zu Bildaufbau, Licht und Blitz, sowie Kamerabedienung im Allgemeinen. Hier werden viele Grundbegriffe erläutert wie etwa die Wirkung von Brennweite, Blickwinkel und Lichteinfall auf ein Bild. Ergänzend zu den allgemeinen Bedienungshinweisen bietet Tony für viele populäre Kameramodelle jeweils ca. einstündige Tutorials an, in denen ausführlich auf die Bedienung der jeweiligen Kamera und ihre Besonderheiten eingegangen wird. Der allgemeine Abschnitt wird abgeschlossen mit einem „Trouble Shooting“ Kapitel, in dem den Ursachen für unscharfe Bilder oder verfälschte Farben nachgegangen wird.

Dann folgt eine ganze Reihe von Kapiteln, die sich, aufbauend auf den zuvor geschaffenen Grundlagen, ausführlich speziellen Themen widmen: Portraits, Hochzeiten, Tiere, Landschaften, Nachtaufnahmen, HDR-Bilder, Makro-/Nahaufnahmen und schließlich Unterwasser-Fotografie. In jedem dieser Abschnitte gibt es neben einleitenden Hinweisen dann spezifische Tipps zur Planung von Fotos, Kameraeinstellungen, Ausrüstung und leicht zu vermeidenden Fehlern. In vielen Kapiteln gibt es zudem ein kleines Quiz, mit dem man einfach schauen kann, wie viel des Gelesenen und Gesehenen man bereits verinnerlicht hat.

DIE VIDEOS

Die Videos sind allesamt gut gemacht – mit zwei bis fünf Minuten haben die meisten von ihnen eine angenehme Länge; bei komplexen Themen können es auch mal zehn Minuten werden. Viele der Videos sind auf dem YouTube-Kanal frei zugänglich; es gibt aber auch etliche, an die man nur über die Links aus dem Buch kommt, so dass man hier einen echten Mehrwert hat. Ich finde das Englisch von Chelsea und Tony gut zu verstehen. Zudem haben die meisten Videos inzwischen auch Untertitel, die man zusätzlich einblenden kann.

Jedes Video betrachtet ein spezielles Thema und stellt es anschaulich dar. Das kann ein Stück Theorie sein, wie etwa die Wirkung der Blendeneinstellung auf das Foto, oder praktische Hinweise, etwa zum Fotografieren von Vögeln. Auch heute noch greife ich immer wieder gezielt auf einzelne Videos aus dem Buch zu, wenn ich etwas Bestimmtes ausprobieren oder wissen will.

FACEBOOK-GRUPPE

Wenn Ihr das Buch habt, bekommt Ihr auch Zugang zur geschlossenen Facebook-Gruppe „Stunning Digital Photography Readers“. Hier könnt Ihr eigene Bilder hochladen und so direkte Rückmeldungen aus dieser recht großen Community bekommen. Die Erfahrung zeigt: Je konkreter die Fragen sind, die Ihr zum eigenen Bild stellt, umso bessere Rückmeldungen erhaltet Ihr. Zudem bieten die zahlreichen Bilder anderer Fotografen Inspirationen für eigene Foto-Versuche. Auch dafür hat sich aus meiner Sicht die Investition in das Buch gelohnt.

WEITERFÜHRENDES

In „Stunning Digital Photography“ geht es in erster Linie um das Machen der Bilder. Was hier nur ansatzweise behandelt wird, ist die Nachbearbeitung. Das ist auch in Ordnung aus meiner Sicht, denn es würde zum einen den Rahmen des Buches sprengen und ist zudem stark von der verwendeten Software abhängig. Wer auf die Programme von Adobe setzt, für den haben Chelsea und Tony weitere Bücher speziell für Lightroom und Photoshop im Angebot, die ähnlich aufgebaut sind wie SDP. Auch hier sind viele, aber lange nicht alle Videos auf YouTube frei zugänglich.

Falls Euch die Erläuterungen zur Theorie des Fotografierens in SDP, egal ob z.B. Bildaufbau oder Kameratechnik, nicht weit genug gehen, oder falls Ihr schlicht neugierig geworden seid, dann schaut Euch unbedingt die Vorlesungsreihe Digitale Fotografie von Mark Levoy an.

VERGLEICHBARES AUF DEUTSCH

Etwas Vergleichbares – im Sinne von „alles aus einer Hand“ – ist mir bislang auf Deutsch noch nicht untergekommen. Natürlich gibt es auch hier ein weit gefächertes Angebot an YouTube-Videos und Büchern, zum Beispiel von Stephan WiesnerBenjamin Jaworskyj und Frank Fischer. Die einzelnen Themen sind hier ebenfalls gut aufbereitet und präsentiert; es fehlt jedoch die allumfassende Klammer, die alles miteinander verbindet. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass jeder Fotograf seine Spezialgebiete hat, die er besonders gut präsentiert und dafür andere Themen auslässt.


FAZIT

Empfehlung: Wenn für Euch Englisch kein Ausschlusskriterium ist, dann kann ich Euch „Stunning Digital Photography“ auf jeden Fall als Rundum-Paket empfehlen.

Was ich gelernt habe: Das Buch, und viel mehr noch die darin enthaltenen Videos, haben mir einen sehr guten Überblick sowohl über die Grundlagen als auch das ganze Spektrum der Fotografie gegeben. Gleichwohl habe ich im Vergleich mit den Anleitungen anderer Fotografen gelernt, nicht alles aus dem Buch und den Videos ungeprüft zu übernehmen, sondern Dinge auch zu hinterfragen und die für mich passenden Anregungen zu übernehmen. Um es mit Stephan Wiesner zu sagen: nicht glauben, ausprobieren!


LINKS

Titelbild: Buchtitel; Quelle: http://northrup.photo/

YouTube-Empfehlung: ValueTechTV

ValueTechTV

Hinter ValueTech steht im Wesentlichen der Berliner Matthias Proske mit seinem Team. Die Platform bietet dabei sehr viel mehr als nur den YouTube-Kanal, auf den ich zuerst gestoßen bin. Dazu gehört auch die Homepage mit geschriebenen Testberichten und einem recht aktiven Forum rund um Fotografie und Computer. ValueTech ist auch auf den üblichen sozialen Medien aktiv.

Mich haben vor allem die gut gemachten und angenehm präsentierten Testberichte zu Kameras und Objektiven überzeugt, und so war das einer der ersten Kanäle, die ich abonniert habe. Die Tests sind praxisnah, weder zu akademisch oder wissenschaftlich, aber auch nicht zu abschweifend. So habe ich über die Reviews auf diesem Kanal zum Beispiel mein Makro-Objektiv gefunden, mit dem ich sehr glücklich bin und das  mir schon einige faszinierende Aufnahmen beschert hat.

Angenehm hier auch: Matthias ist nicht auf eine bestimmte Kamera-Marke festgelegt sondern testet alle großen Hersteller gleichermaßen, so dass man sehr guten Überblick erhält.

PLAYLIST-EMPFEHLUNGEN

  • DSLR, DSLM und Kompaktkameras – Diese Kanal sammelt alle Kameratests von Canon, Nikon, Samsung, Sony und Co. Die jeweils fünf bis zehn Minuten langen Videos geben einen guten Überblick über das vorgestellte Modell und umfassen gelegentlich auch Vergleiche mit Vorgänger- oder Konkurrenzmodellen oder ein Unboxing. Zu ausgewählten Kameras gibt es dann jeweils nochmal eigene Playlists mit mehreren Videos, wie zum Beispiel für meine Canon 760D.
  • Objektive – Was wäre eine gute Kamera ohne die passenden Objektive? Hier gibt es die Testberichte nicht nur den Objektiven der Kamerahersteller wie Canon, Nikon oder Sony selber, sondern auch Drittanbieter wie Tamron und Sigma sind hier gut vertreten.
  • Foto- und Videozubehör – Diese Kategorie ist extrem umfangreich. Von Stativen über Speicherkarten und Mikrofonen zu Filtern, Taschen und Gimbals findet man hier eigentlich alles, was außer Kameras und Objektiven eben noch zum Thema Fotografie gehört.

Abschließend sei erwähnt, dass es auch noch eine Playlist mit 12 Tipps für bessere Fotos gibts. Der Begriff „Tutorial“ wäre hier allerdings übertrieben, aus meiner Sicht ist das eher ein Video-Glossar in dem einzelne Aspekte der Fotografie ganz kurz vorgestellt werden.


FAZIT

Empfehlung: Gut gemachte, informative Reviews zu Kameras, Objektiven und Ausrüstung. Auf jeden Fall ein Abonnement auf YouTube wert!

Was ich gelernt habe: Die Videos von ValueTechTV haben mir dabei geholfen, einige gute Entscheidungen für meine Ausrüstung zu treffen.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

Meine Ausrüstung: Canon 760D

Canon 760D

Seit August 2015 bin ich mit meiner Canon 760D unterwegs. Warum ich mich damals so entschieden habe, und ob ich heute wieder so entscheiden würde, das erfahrt Ihr hier. Aber zuerst gibt es einen kurzen…

KAMERA-RÜCKBLICK

KOMPAKTKAMERAS

Meine erste eigene Kamera war eine Olympus C-700 UZ. Das wesentliche Kaufkriterium dürfte rückblickend der optische 10-fach Zoom (umgerechnet auf Vollformat 38-380mm) gewesen sein. Mit ganzen 2 Megapixeln ging es im Sommer 2001 los mit der Digitalfotografie. Da ich damals im Großen und Ganzen mit der Kamera recht happy war, folgte konsequenter Weise 2004 das Upgrade zum Nachfolgemodell, der Olympus C-750 UZ, mit inzwischen 4 Megapixeln und einigen weiteren Verbesserungen.

Die beiden Kameras haben mich durch etliche Urlaube begleitet, und waren auch oft im Eisenbahnmuseum mit am Start. Dort zeigte sich auch schnell das größte Manko: der Zoom war über einen Motor angetrieben und zu langsam, um mit sich bewegenden Motiven wie etwa einem sich nähernden Zug Schritt halten zu können. In Verbindung mit dem ebenfalls nicht sonderlich schnellen Autofokus habe ich mich oft über verpasste Motive geärgert. So wuchs der Entschluss: was Größeres muss her…

DIE ERSTE SPIEGELREFLEX

Olympus E-510
Olympus E-510

Da ich mit den Kameras (Anmutung, Bedienung, Zuverlässigkeit) und den Bildern damals insgesamt durchaus zufrieden war, bestand für mich kein Anlass die Marke zu wechseln – so landete schließlich 2008 bei der Olympus E-510, zusammen mit ihren beiden Kit-Objektiven: 14-42mm ƒ/3.5-5.6 und 40-150mm ƒ/4.0-5.6. Damit hatte ich insgesamt wieder in etwa einen 10-fach Zoom; umgerechnet aufs Vollformat bei 28-300mm.

Alles in allem war ich mit der E-510 über viele Jahre sehr glücklich. Sie war ein treuer Begleiter auf vielen Reisen und hat mir eine Reihe echt schöner Bilder geliefert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich dann doch meistens bei den Automatik-Programmen geblieben bin und mich nie eingehend mit den Grundlagen der Fotografie befasst habe. Ich habe die Möglichkeiten der Kamera wohl nie wirklich ausgenutzt, aber eines wusste ich: bei schlechten Lichtverhältnissen – nachts, oder im dunklen Lokschuppen – war E-510 mit ihren Kit-Objektiven schnell am Limit.

Olympus bot für die E-Reihe damals zwar auch „Profi-Objektive“ an; ich habe den Schritt dann letztlich aber doch nie gewagt – auch weil lange der konkrete Anlass fehlte, etwas an der Situation zu ändern. Genau das änderte sich jedoch letztes Jahr – und somit zu aktuellen…

KAMERA-AUSWAHL

Im Herbst 2015 hatte ich die einmalige Gelegenheit, nach Albuquerque, New Mexico zu reisen. Dort gab es gleich zwei Anlässe zum Fotografieren: zum einen die Albuquerque Balloon Fiesta mit rund 550 Heißluftballons – und zum anderen den Sternenhimmel. Abseits von Albuquerque, am Rande der Wüste und auf rund 2.400 Metern Höhe, ergibt sich ein atemberaubender Blick auf die Milchstraße. So fragte ich mich: Wie fotografiert man das richtig? Und was will ich sonst noch alles fotografieren? Also habe ich mir eine Liste geschrieben:

  • Interessiert mich vor allem („must have“): Landschaften / Städte (inkl. Dämmerung/-Nachtaufnahmen), Makros, Sternenhimmel und Mond, Innenaufnahmen auch in eher dunklen Räumen (z.B. Lokschuppen Eisenbahnmuseum)
  • Interessiert mich mäßig („nice to have“): Bilder bei Veranstaltungen (Gruppenfotos), Videos filmen
  • Interessiert mich weniger (nicht relevant für die Auswahl): „klassische“ Portraits, Sport/Action, Vögel/Tiere

Dann habe ich das Internet angeworfen und wurde zunächst schier erschlagen von der Informationsflut. Zu der Zeit habe ich vor allem YouTube als wertvolle Informationsquelle entdeckt. Mein Verdacht, mit der guten alten E-510 dabei nicht mehr weit zu kommen, wurde schnell bestätigt. Also formuliert ich meine Auswahlkriterien für eine neue Kamera:

  • Möglichst große Auswahl von Objektiven
  • Gute Bedienbarkeit
  • Großes Display
  • Gute Bildqualität, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen
  • Verfügbares Zubehör, auch von Drittanbietern
  • Erschwinglichkeit – mein verfügbares Budget damals waren rund 1.500,- €

APS-C ODER VOLLFORMAT

Die erste Entscheidung, die es zu treffen galt, war die über das Kamerasystem. Bedingt durch den letzten Punkt auf meiner Liste schien Vollformat für mich damals außer Reichweite. Da ich mir von Anfang an mehr als ein Objektiv leisten können wollte, der Flexibilität wegen, habe ich mich schließlich für das kleinere (und erschwinglichere) APS-C Format entschieden. Das habe ich bis heute auch nicht bereut. Ob ich bei langfristigerer Planung nicht vielleicht doch zur Canon 6D gegriffen hätte – schwer zu sagen. Die Situationen, wo eine Vollformat-Kamera ihre Stärken gegenüber APS-C ausspielen kann – im Dunkeln, oder beim Freistellen von Motiven – machen bei meinen Fotos dann doch nur eine Minderheit aus.

CANON ODER NIKON (ODER SONY)

Sony hatte ich mir damals vor allem aufgrund des Themas Low-Light Performance angeschaut. Gerade die A7S machte zu der Zeit ja ordentlich Schlagzeilen in der Hinsicht. Die war preislich jedoch weit jenseits meines Horizonts, und bei den kleineren Modellen haben mich insbesondere Bedienbarkeit und Zubehör (Objektivauswahl) nicht überzeugt. Das hat sich inzwischen zwar gebessert, und ich gebe zu die A6500 ist eine durchaus interessante Kamera, nicht zuletzt durch den Bildstabilisator im Gehäuse (den ja auch meine gute alte E-510 schon hatte). Aber 1.700,- € Startpreis?

So habe ich länger zwischen Canon und Nikon geschwankt. Das ist in erster Linie eine Bauchentscheidung, denn die technischen Vor- und Nachteile beider Seiten halten sich in meinen Augen ziemlich die Waage. Mal liegt der eine leicht vorne, mal der andere. Hier der Sensor, da die Objektive. Ich habe mir in einigen Geschäften damals Kameras angeschaut, und danach stand für mich fest: Canon. Vor allem, weil ich mit deren Bedienung besser klargekommen bin. Auch der bessere Video-Autofokus spielte eine Rolle.

70D, 700D, 750D, 760D

Das waren die Modelle, die ich schließlich in die engere Auswahl genommen habe. Die 700D schied als erste aus; sie war vom Preis-Leistungsverhältnis her zwar sehr attraktiv, aber alle Berichte sagten übereinstimmend, dass der Qualitätssprung bei den Nachfolgern 750D/760D erheblich ist. Die kleinere Schwester der beiden, die 750D, war als nächste aus dem Rennen – die zusätzlichen Features der 760D, wie zum Beispiel das Schulterdisplay oder das zweite Einstellrad, waren mir den Aufpreis wert.

Somit blieb die Wahl zwischen der 70D und eben der 760D. Preislich und technisch waren sich die beiden damals recht nah. In verschiedenen Vergleichstests kam die 760D jedoch bei den Dingen die mich interessieren leicht besser weg – somit war die Entscheidung gefallen.

Und ich bin bis heute glücklich damit! Die Kamera liegt gut in der Hand, ist einfach zu bedienen und bietet gerade mit dem dreh- und schwenkbaren Touch-Display oder der Fernsteuerung per WLAN einen sehr guten Funktionsumfang. Das Wichtigste: ich bin mit der Bildqualität mehr als zufrieden. Ich würde diese Entscheidung unter der damals gegebenen Auswahl auch heute wieder so treffen.

Dazu kommt, dass ich inzwischen eine Auswahl an Objektiven habe, mit denen ich alle meine oben genannten Interessen gut abdecken kann. Welche Objektive das im Einzelnen sind, darauf werde ich hier in weiteren Posts unter der Überschrift „Meine Ausrüstung“ noch eingehen.

UND HEUTE…?

Was mich betrifft, so hat sich für mich seither eigentlich nur eine Randbedingung entscheidend geändert, und das ist die Kameraauswahl. Denn seit rund einem halben Jahr gibt es die Canon 80D, die technisch nochmal eine Schippe drauflegt – vor allem beim Thema Autofokus – und deutlich mehr Funktionen bietet als die 760D. Ein halbes Jahr nach Markteinführung ist der Preis der 80D inzwischen um ein gutes Drittel und somit auf ein akzeptables Niveau gefallen. Zukünftiges Upgrade nicht ausgeschlossen.

WAS IST JETZT RICHTIG FÜR EUCH?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Welche Kamera die beste für Euch ist, hängt immer davon ab, was Ihr damit machen wollt. Deswegen: macht Euch Listen. Schreibt Euch auf, was Euch interessiert, was Ihr fotografieren wollt – jetzt und in den nächsten Jahren. Denn ein Kamerakauf ist ja in der Regel eine längerfristige Entscheidung. Welche Punkte sind Euch an der Kamera selbst wichtig? Welches Budget habt Ihr? Dabei auch immer die Möglichkeit im Auge behalten, sich eine gebrauchte Kamera zu kaufen. Bei einigen Objektiven habe ich das gemacht, und so eine Menge Geld gespart, ohne Abstriche bei der Qualität.

Bei den Links unten habe ich Euch noch die Überlegungen einiger bekannter Fotografen zum Thema Kameraauswahl verlinkt. Schaut sie euch an – und werft dabei immer wieder einen Blick auf Eure Listen.


FAZIT

Empfehlung: Unter der damals gegebenen Auswahl würde ich mich jederzeit wieder für die Canon 760D entscheiden. Aus heutiger Sicht (Oktober 2016) bevorzuge ich ganz klar die Canon 80D. Wer mit Nikon besser zurecht kommt, sollte sich die D7200 anschauen.

Was ich gelernt habe: Es gibt nicht „die eine beste Kamera“ – man muss sich in erster Linie fragen: Was will ich damit fotografieren? Es gibt für viele Anwendungen Kameras, die speziell dafür ausgelegt sind – ihre (teuren) Stärken dann aber auch nur dort ausspielen können. Für mich passt eben am besten ein Allrounder.


LINKS

LINKS AUF ENGLISCH:

Bildnachweis: Titelbild (Canon 760D), Olympus E-510: eigene Aufnahmen

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.