Meine Ausrüstung: Aufgefrischt – SSD im MacBook Pro

Geschafft: Die SSD an ihrem neuen Platz

Seit fast sechs Jahren ist mein MacBook Pro Modell „Late 2011“ nun mein treuer Begleiter wenn ich unterwegs bin. Ich hatte das Gerät bewusst mit einer – für die damalige Zeit – üppigen Ausstattung gewählt. Ich wollte anspruchsvolle Software gut nutzen können sowie eine über viele Jahre hinweg ausreichend leistungsfähige Hardware haben. Mit dieser Strategie bin ich bislang bestens gefahren; mein Hauptrechner ist ein iMac Modell „Mid 2010“, der sicher noch eine ganze Weile gute Dienste leisten wird. Die Mehrkosten bei der Anschaffung im Vergleich zum PC haben sich über die lange Lebensdauer inzwischen mehr als ausgeglichen – viele Freunde und Kollegen haben in der Zeit bereits ihren zweiten oder gar dritten Rechner gekauft…

In einem Punkt hat das MacBook Pro dann aber über die Jahre doch merklich nachgelassen, und das ist Geschwindigkeit. Das betrifft in erster Linie das Hochfahren des Rechners und das Starten der Programme. Läuft die Software erstmal, gibt es kaum Grund zur Klage. Im Gespräch mit Freunden war hier bald die Festplatte als Flaschenhals ausgemacht. Diese Vermutung wurde auch gestützt von der Beobachtung, dass mein iMac, obwohl über ein Jahr älter, noch deutlich flotter unterwegs ist – der hat allerdings schon ab Werk eine (kleine) SSD für das Betriebssystem eingebaut.

DER UMBAU: HDD RAUS, SSD REIN

Die Vorteile der Solid State Disk (SSD) gegenüber der klassischen Festplatte liegen auf der Hand: deutlicher Performance-Gewinn bei gleichzeitig niedrigerem Stromverbrauch. Dabei sind SSDs mittlerweile sehr erschwinglich geworden. Aktuell (Feb. 2017) besonders empfohlen werden vor allem die Samsung EVO 750/850 und die Sandisk Ultra II. Ich habe mich für letztere entschieden, in der Größe von 960 GB, um damit meine alte 1 TB-Festplatte zu ersetzen.

Der Umbau bei einem MacBook Pro wie meinem gestaltet sich zum Glück denkbar einfach. Nach Sicherung aller notwendigen Daten – zum Beispiel durch ein aktuelles TimeMachine-Backup – wird das Gerät ausgeschaltet und auf den Rücken gedreht. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubendreher werden die zehn Schrauben entfernt und der Deckel kann abgehoben werden.

Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug
Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug

Bei meinem 15-Zoll Modell sind das sieben kurze und drei lange Schrauben. Falls Ihr Euch nicht gemerkt habt, in welchen Löchern die langen Schrauben waren: nicht schlimm. Einfach beim Zusammenbau mit diesen anfangen, die passen nämlich nur in ihre Löcher.

Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben
Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben. Unten links die Festplatte.

Nach sechs Jahren teils intensiver Nutzung hatte sich auch einiges an Dreck im Gehäuse angesammelt, den ich zunächst behutsam soweit möglich entfernt habe. Dann geht es an den Ausbau der alten Festplatte. Deren Halteklammer ist mit zwei weiteren, leicht zu lösenden Kreuzschlitzschrauben befestigt. Sobald sie entfernt ist, kann die Festplatte einfach herausgenommen und der Stecker für den kombinierten Strom-/SATA-Anschluss nach hinten abgezogen werden.

Ausbau der Festplatte
Nach dem Lösen der Halteklammer kann die Festplatte herausgenommen und die Kabelverbindung getrennt werden.

Jetzt folgt ein wenig Fummelei: Die vier Schrauben, mit denen die Festplatte in den Gummidämpfern des Gehäuses gelagert ist, müssen von der alten Festplatte an die neue SSD ummontiert werden. Dazu braucht Ihr einen Torx (TX) 6 Schraubendreher. Mit etwas Geduld war auch das bald erledigt.

SSD fertig zum Einbau
Die neue SSD fertig zum Einbau. Das Anbringen der Halteschrauben, die die SSD in den Gummifassungen des Gehäuses halten, war der fummeligste Teil des ganzen Umbaus.

Der Zusammenbau erfolgt schnell und einfach in umgekehrter Reihenfolge: Das Strom-/SATA-Kabel sicher an der SSD befestigen, diese in ihre Halterung legen, die Klammer festschrauben, den Gehäusedeckel wieder auflegen, und die zehn Schrauben wieder reingehen – fertig.

Da die alte Festplatte zwar nicht die schnellste war, aber natürlich noch in Ordnung und zu gebrauchen ist, habe ich sie kurzerhand in ein externes USB-Gehäuse eingesetzt. Bei Gelegenheit wird sie noch gründlich formatiert und steht dann für neue Zwecke zur Verfügung.

In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um
In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um

Bleibt als letzter Schritt die Neuinstallation des MacBook Pro mit macOS Sierra. Mit einem vorher als Installationsmedium eingerichtetem USB-Stick war auch das schnell erledigt, genauso wie die Installation der wichtigsten Programme. Alles zusammen war locker an einem Nachmittag erledigt.

Abschließend bleibt noch die Neuinstallation...
Abschließend bleibt noch die Neuinstallation…

FAZIT

Empfehlung: Gerade für Besitzer älterer Laptops mit klassischer Festplatte ist die Umrüstung auf SSD extrem lohnenswert. Gute und ausreichend große Modelle sind inzwischen sehr erschwinglich geworden, und zumindest bei einem MacBook Pro wie meinem ist der Umbau einfach und schnell erledigt. Vor allem beim Hochfahren macht sich der Unterschied bemerkbar: Brauchte der Laptop vorher zum Hochfahren und Anmelden mehrere Minuten, bis man damit arbeiten konnte, so ist er jetzt in ~20 Sekunden hochgefahren. Das Anmelden dauert alles in allem nochmal eine halbe Minute und schon kann’s losgehen. Der Nachmittag war extrem gut investiert!

Was ich gelernt habe: Früher, als ich zu Hause noch mit PCs gearbeitet (und gespielt 🙂 ) habe, gehörte Rechnerschrauben für mich zum Alltag. Von daher war der Wechsel des Festplatte keine Herausforderung. SSDs haben ihre anfänglichen Kinderkrankheiten überwunden und sind etabliert. Vor allem hat mich überrascht, das auch Modelle mit großen Kapazitäten nicht mehr ein Arm und ein Bein kosten. Ich bin mir sicher, dass das MacBook Pro so gerüstet nun auch noch ein paar weitere Jahre treu seinen Dienst verrichten kann.


LINKS

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

Das könnte Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.