Meine Ausrüstung: Das „Immerdrauf“ – Sigma C 17-70mm f/2.8-4.0

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Nachdem ich mich für die neue Kamera entschieden hatte, stellte sich als nächstes die Frage nach den passenden Objektiven. Ich hatte dieses Mal ganz bewusst das Gehäuse ohne das sonst übliche Kit-Objektiv, das Canon EF-S 18-55mm ƒ/3.5-5.6, gekauft – ich wollte etwas mit mehr „Bums“.

ALTERNATIVEN ZUM KIT-OBJEKTIV

Als direktes Upgrade zum Kit-Objektiv gibt es von Canon selbst das Canon EF-S 17-55mm ƒ/2.8. Das lässt am kurzen Ende zwei Drittel mehr, am langen Ende sogar viermal so viel Licht rein wie das Kit-Objektiv! Aber es schlägt dafür auch direkt mit (Stand Nov. 2016) rund 750,- € zu Buche. Zum Glück gibt es ja auch noch Drittanbieter! So hatte ich nach einigem Suchen drei Gläser in der engeren Auswahl:

  1. Sigma 17-50 mm ƒ/2.8
  2. Tamron 17-50mm ƒ/2.8
  3. Sigma 17-70 mm ƒ/2.8-4.0

Die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich recht schnell zusammenfassen:

  • Nr. 1 und 2 haben beide einen Dreifach-Zoom und eine konstante Offenblende von ƒ/2.8. Beide kosten neu (Nov. 2016) um die 300,- €
  • Nr. 3 hat einen Vierfach-Zoom, dafür am langen Ende „nur“ ƒ/4.0. Neupreis (Nov. 2016) liegt bei 400,- €.

Nach Studium zahlreicher Reviews habe ich das Tamron-Objektiv als erstes von dieser Liste gestrichen, da den beiden Sigmas übereinstimmend bessere Qualität bescheinigt wurde. Dies betrifft sowohl das Objektiv selbst, als auch die erzeugten Bilder. Damit blieb noch eine Frage zu beantworten: Was ist mir wichtiger – längere Brennweite oder offenere Blende? 70mm mit ƒ/4.0 oder 50mm bei konstant ƒ/2.8?

Ich habe mich schließlich für das 17-70er entschieden. Letztlich war mir die größere Flexibilität durch die 20mm Brennweite „extra“ dann doch wichtiger.

SIGMA C 17-70mm ƒ/2,8-4,0 DC MAKRO OS HSM

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0
Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Das Sigma ist sicher maßgeblich daran beteiligt, dass mir das Fotografieren so richtig Spaß macht seit ich die neue Kamera habe. Nicht nur dass es deutlich lichtstärker ist – Bildschärfe und die Farbwiedergabe haben mich durchaus begeistert, und so macht es seinem Namen als „Immerdrauf“ alle Ehre. Äußerlich kann es ebenfalls überzeugen: Materialien und Verarbeitung empfinde ich als sehr gut. Zudem wird es komplett mit Objektivdeckel und Gegenlichtblende geliefert – letztere kostet bei Canon gerne mal extra. Von Größe und Gewicht her ist es sehr handlich und liegt zusammen mit der Kamera gut in der Hand.

Was das Fotografieren selbst angeht: Der Autofokus arbeitet an meiner 760D sehr zuverlässig, genauso wie der Bildstabilisator. Damit sind auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder aus der Hand möglich. Ein echtes Makro-Objektiv ist es zwar nicht – aber mit einem Abbildungsmaßstab von 1:2,8 sind schon beeindruckende Nahaufnahmen möglich. Und Dank der offenen Blende sind durchaus auch Aufnahmen mit einem schönen unscharfen Hintergrund (Bokeh) möglich.

GIBT ES AUCH NACHTEILE?

Ja, aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gibt es ein paar (wenige) Kritikpunkte. Was mir dabei am meisten auffällt: Der Zoom ist ziemlich leichtgängig. Trägt man die Kamera mit dem Objektiv nach unten, am Gürtelclip oder Schultergurt, so fährt das Objektiv beim Laufen durch das eigene Gewicht (mit Gegenlichtblende) von alleine auf 70mm aus. Das kann unangenehm sein, weil man so leichter irgendwo dagegen stößt und zudem meist erstmal wieder den Zoom zurückdrehen muss, wenn man die Kamera in die Hand nimmt.

Bei der Aufnahme von Videos ist, sofern man kein von der Kamera deutlich entferntes externes Mikro verwendet, ein leises Knacken und Schnarren von Bildstabilisator und Autofokus zu hören. Da ich allerdings nur selten Videos aufnehme, stört mich das kaum.

Bei den Fotos hingegen gibt es praktisch nichts auszusetzen – die leichte Vignettierung (dunkle Ecken) bei Aufnahmen mit offener Blende lässt sich in der Nachbearbeitung mit wenigen Klicks (in Adobe Lightroom zum Beispiel reicht schon die Auswahl des korrekten Objektprofils) beheben. Chromatische Aberrationen – grüne oder violette Farbsäume an kontrastreichen Kanten – sind vernachlässigbar.


FAZIT

Empfehlung: Wer nach einem Upgrade für das Kit-Objektiv sucht, dem kann ich das Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0 absolut empfehlen. Es ist extrem vielseitig einsetzbar, zuverlässig und liefert sehr überzeugende Ergebnisse. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass das „Original“ von Canon nahezu das Doppelte kostet, diesen Aufpreis meiner Meinung nach aber nicht wert ist.

Auch das Schwestermodell, das Sigma 17-50mm ƒ/2.8, ist eine Überlegung wert – vor allem, wenn Ihr öfter Videos filmt, wobei eine konstante Offenblende wichtiger ist. Zwei meiner Freunde haben sich dafür entschieden, an einer Canon 350D bzw. einer Nikon D7100, und sind damit ebenfalls sehr glücklich.

Was ich gelernt habe: Die gründliche Recherche im Vorfeld hat sich absolut gelohnt! Und vor allem: Wenn Ihr nach einem neuen Objektiv sucht, schaut Euch auch die Dritthersteller an – Samyang, Sigma, Tamrom, Tokina und wie sie nicht alle heißen. Sowohl von der Qualität als auch vom Preis-Leistung-Verhältnis her findet Ihr dort sehr interessante Alternativen.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


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