Meine Ausrüstung: Zubehör von Peak Design

Canon 760D mit "Anchor Links" und Handschlaufe "Clutch" von Peak Design

Ich bin mit meiner Kamera relativ viel unterwegs – im Urlaub ist sie natürlich mit dabei, bei Ausflügen, oder auf Veranstaltungen. Da will ich sie schnell zur Hand haben, wenn ich sie brauche, aber den Rest der Zeit soll sie mir möglichst wenig im Weg sein. Was mich dabei bislang am meisten gestört hat, ist der mitgelieferte Kameragurt. Den finde ich aus vielen Gründen enorm unpraktisch.

Man bekommt ihn zu jeder Spiegelreflex dazu: Den Gurt, der mit viel Fummelei durch die beiden Ösen links und rechts oben am Gehäuse durchgefädelt wird, und der jeden zur wandelnden Litfaßsäule für den Kamerahersteller macht. Damit kann man sich die Kamera wie einen Brustbeutel um den Hals hängen, wo sie dann bei jedem kräftigen Schritt hin- und her schaukelt. Oder man trägt den Gurt über die Schulter – aufgrund der Befestigung oben am Gehäuse zeigt das Objektiv dabei aber nach außen, so dass man leicht damit irgendwo anstößt. Und auch sonst ist der Gurt gerne mal im Weg, zum Beispiel, wenn man die Kamera auf einem Stativ verwendet. Die Befestigung des Gurtes ist aber zu umständlich, um ihn dauernd ab- und wieder dran zu machen. Der langen Rede kurzer Sinn: Ich nutze den Originalgurt nie.

Es gibt natürlich Alternativen, die ein besseres Tragen der Kamera ermöglichen. Viele davon werden am Stativgewinde befestigt, womit auch direkt klar ist, warum das unpraktisch ist: Will man ein Stativ benutzen, ist wieder Umbauen angesagt. Mir war klar: das muss besser gehen. Und siehe da, das geht auch besser. Ich stelle Euch hier das Zubehör vor das ich nutze, um Kamera und Objektive bei mir zu haben, wenn ich unterwegs bin.

PEAK DESIGN

Um es vorweg zu nehmen: Dieser Bericht ist in keiner Weise von Peak Design gesponsert oder sonst gefördert. Ich bin Anfang 2016 über eine Crowdfunding-Kampagne auf die Produkte aufmerksam geworden. Nachdem ich die ersten Sachen bestellt hatte, hat mich das Zubehör schnell überzeugt, denn ist gut durchdacht und qualitativ hochwertig. Daher sind inzwischen noch eine Reihe weiterer Accessoires dazugekommen.

BEFESTIGUNG: „ANCHOR LINK“ UND „PLATE“

Zentraler Baustein des Peak Design Zubehörs sind die „Anchor Links“ genannten Befestigungen. Das sind robuste Plättchen von der Größe eines „Vier Gewinnt“-Spielsteines mit einer Schlaufe daran. Diese lassen sich leicht durch die Ösen auf der Oberseite des Gehäuses fädeln. Für die Unterseite der Kamera gibt es spezielle Stativplatten mit Löchern am Rand, an denen sich bis zu vier Anchor Links befestigen lassen. An den Gurten und Handschlaufen finden sich dann die passenden Schnellverbinder, so dass man diese mit einem einzigen Handgriff an der Kamera befestigen und wieder lösen kann.

An der Stativplatte "Pro Plate" können bis zu vier "Anchor Links" befestigt werden
An der Stativplatte „Pro Plate“ können bis zu vier „Anchor Links“ befestigt werden – genug für Handschlaufe und Schultergurt

Die Stativplatten von Peak Design sind Arca Swiss-kompatibel und passen daher, auch mit angebrachten Anchor Links, problemlos auf viele Stative, wie zum Beispiel mein kleines Rollei „Compact Traveller“ Reisestativ. Die Stativplatte kann so einfach immer an der Kamera bleiben.

GURTE: „SLIDE“, „LEASH“ UND „CLUTCH“

Natürlich will ich meine Kamera auch mit einem Gurt tragen können – nur eben ohne die oben genannten Nachteile. Der „große“ Kameragurt von Peak Design heißt „Slide“. Er hat zu den Anchor Links passende Schnellverbinder, mittels derer er sich mit wenigen Handgriffen an der Kamera befestigen und auch genauso schnell wieder entfernen lässt. Meine bevorzugte Tragevariante ist folgende: Ich befestige den Gurt an der Öse rechts oben am Kameragehäuse und unten an der Stativplatte. Wenn ich den Gurt jetzt über der Schulter trage, hängt die Kamera mit dem Objektiv nach unten, statt nach außen. Mit einem Griff habe ich sie einsatzbereit in der Hand, ohne mich verrenken zu müssen. Zudem ist „Slide“ angenehm gepolstert, bietet auf einer Seite eine Anti-Rutsch-Beschichtung, und ist schnell und einfach mit einer Hand in der Länge verstellbar.

Peak Design "Sling" als Schultergurt
Peak Design „Sling“ als Schultergurt – die Kamera ist griffbereit; das Objektiv zeigt nach unten. Gut zu sehen sind die Schnellverbinder, in denen die Anchor Links einrasten.

Der Gurt lässt sich sehr angenehm tragen, aber durch die Polsterung nimmt er auch einigen Platz in der Tasche weg, wenn man ihn nicht nutzt. Dafür gibt es dann den „kleinen“ Gurt namens „Leash“. Der besteht einfach aus einem etwa daumenbreiten robusten Textilband und passt auch in eine kleine Hosentasche. Natürlich kann man ihn auch als Hals- oder Schultergurt nutzen; „Leash“ ist aber noch deutlich vielseitiger. Mithilfe eines weiteren Anchor Links in der Gurtmitte lässt sich das Band auch am Gürtel oder Rucksack befestigen und als Absturz- oder Diebstahlsicherung für die Kamera nutzen. So braucht man keine Angst zu haben, dass einem die Kamera ins Wasser fällt, wenn man von einer Brücke herunter fotografiert und im falschen Moment angerempelt wird.

Peak Design "Capture Clip" mit "Pro Pad". Die Kamera ist zusätzlich mit der "Leash" am Gürtel gesichert.
Peak Design „Capture Clip“ mit „Pro Pad“. Die Kamera ist zusätzlich mit der „Leash“ am Gürtel gesichert. Unten am Clip sieht man den roten Entriegelungsknopf

Tatsächlich nutze ich die Kamera die meiste Zeit nicht mit einem Gurt, sondern mit der Handschlaufe „Clutch“. Auch damit lässt sich die Kamera sicher halten und, dank Polsterung, bequem tragen. Die Schlaufe ist bei mir permanent an der Kamera, ohne dabei zu stören. Sie ist ausreichend groß, dass ich sie an meiner Canon 760D auch mit zusätzlichem Batteriegriff noch gut nutzen kann.

CLIPS: „CAPTURE“ UND „PRO PAD“

Wie eingangs erwähnt, will ich meine Kamera unterwegs griffbereit haben, aber sie soll mir eben auch nicht im Weg sein, wenn ich sie nicht brauche. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass sie nicht plötzlich nach vorne rutscht und irgendwo dagegen schlägt, wenn ich mich bücke. Wenn man die Kamera am Gurt über die Schulter trägt, kann das schnell mal passieren und ich habe schon sehr teure Objektive gesehen, die das nicht überlebt haben.

Für mich hat sich der Gürtelclip „Capture“ als ideale Lösung erwiesen, vor allem in Verbindung mit der „Pro Pad“ genannten Polsterung. An der rechten Hüfte am Gürtel befestigt, lässt sich die Kamera mit montierter Stativplatte mit einer Hand sicher im Clip einrasten, und genauso auch wieder mit einer Hand entriegeln und herausnehmen. So hat man die Hände frei, wenn man gerade nicht fotografiert, und die Kamera kommt auch keinem eventuell noch getragenen Rucksack in der Quere. Wobei sich der Clip genauso gut auch am Tragriemen eines Rucksacks oder Messenger Bags befestigen lässt. Sowohl für Stadtbummel als auch Wanderungen empfinde ich diese Lösung als äußerst angenehm.

Peak Design "Capture Clip" und "Pro Pad" halten die Canon 760D griffbereit. Außerdem an der Kamera: die Handschlaufe "Clutch"
Peak Design „Capture Clip“ und „Pro Pad“ halten die Canon 760D griffbereit. Außerdem an der Kamera: die Handschlaufe „Clutch“

Die Verriegelung des Clips arbeitet absolut zuverlässig. Wer trotzdem Bedenken hat: Der Entriegelungsknopf lässt sich sperren, indem man ihn um 90° dreht. Versehentliches (oder unbefugtes) Entriegeln kann so vermieden werden. Und wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der macht die Kamera zusätzlich noch mit der „Leash“ am Gürtel fest. Diese Möglichkeit nutze ich bei Wanderungen in unwegsamem Gelände, oder zum Beispiel in Paris, wo es leider sehr viele Taschendiebe gibt. So kann mir die Kamera auch niemand aus der Hand reißen.

FÜR OBJEKTIVE: „CAPTURE LENS“ UND „RANGE POUCH“

Die Kamera habe ich auf diese Weise griffbereit und sicher bei mir. Je nach den Gegebenheiten möchte man aber auch mehr als ein Objektiv zur Hand haben. Allerdings ist es bei Ausstellungen und Veranstaltungen oft nicht möglich, einen Rucksack oder eine größere Tasche mitzunehmen. Ich war an Pfingsten im Miniatur Wunderland in Hamburg. Dort wollte ich ein Weitwinkelobjektiv für die Landschaftsaufnahmen haben und ein Tele-/Makroobjektiv für die Details. Die Tasche musste aber im Schließfach bleiben.

Hier kam die „Capture Lens“-Halterung für Objektive zum Einsatz. Diese wird ebenfalls mit einem „Capture“-Clip am Gürtel festgemacht und besteht im Wesentlichen aus zwei gegenüberliegenden Objektivanschlüssen und einem Drehmechanismus. Das Befestigen und Entnehmen der Objektive funktioniert auf dieselbe Weise wie am Kameragehäuse. Man hält die Kamera in der rechten Hand und nimmt das aktuell verwendete Objektiv mit der linken Hand ab. Dieses wird auf den freien Anschluss oben am „Capture Lens“ gesteckt, und die Halterung dann um 180° gedreht. Dann kann man das zweite Objektiv entnehmen und an der Kamera anbringen. Auf diese Weise dauert der komplette Objektivwechsel, vom letzten Foto bis zum ersten mit der neuen Linse, weniger als zehn Sekunden. Vor allem erspart einem das riskante Manöver, bei denen man sich ein Objektiv unter den Arm klemmt oder sich mitten im Gedränge auf den Boden hockt. Da kann ein Rempler schnell teuer werden.

Peak Design "Capture Lens" mit dem Canon EF-S 55-250mm
Peak Design „Capture Lens“ mit dem Canon EF-S 55-250mm. Der rote Knopf an der Fassung dient zum Entriegeln des Objektivs

Einen Nachteil hat diese Lösung allerdings: Es sieht schon sehr nach „Wilder Westen“ aus, mit dem Objektiv links und der Kamera rechts am Gürtel, und ich musste mir bereits mehr als einen „Wir treffen uns um zwölf Uhr vor dem Saloon“-Witz anhören deswegen. Dafür habe ich schon etliche gute Fotos nicht verpasst, weil ich das richtige Objektiv schnell genug zur Hand hatte.

Eine zweite, weniger auffällige, Lösung ist die Objektivtasche „Range Pouch“, die es in drei verschiedenen Größen gibt. Ich habe die mittlere, in die alle meine Objektive (mit Ausnahme des 70-200er) reinpassen. Die Tasche ist wetterfest und gut gepolstert. Zum Tragen nutzt man entweder die Gürtelschlaufe an der Rückseite, oder man befestigt an den vormontierten Anchor Links einen „Slide“ oder „Leash“ als Schultergurt. Selbstverständlich lassen sich in dem Beutel nicht nur Objektive, sondern auch allerlei anderer nützlicher Kram unterbringen.

Peak Design "Range Pouch"
Peak Design „Range Pouch“, hier mit dem Sigma A 18-35 mm ƒ/1.8
Peak Design "Range Pouch"
Peak Design „Range Pouch“ mit rückseitiger Gürtelschlaufe und Anchor Links

TASCHEN

Es gibt Peak Design auch eine Reihe von Taschen: einen Rucksack, eine Tragetasche, eine kleine Umhängetasche und eine Messenger Bag. Ich habe keine davon, weil ich, um meinen Laptop oder die Kamera samt Zubehör irgendwohin mitzunehmen, bereits gute Taschen aus anderer Quelle habe.

Für die Peak Design Messenger Bag gibt es ein sehr gutes Review von Stephan Wiesner auf YouTube.


FAZIT

Empfehlung: Das gut durchdachte und hochwertige Zubehör von Peak Design kann ich uneingeschränkt empfehlen. Handschlaufe, Gürtelclip und der schnell abnehmbare Gurt haben es für mich sehr viel angenehmer gemacht, die Kamera auf Ausflüge und Veranstaltungen mitzunehmen. Falls Ihr Euch ebenfalls überlegt, Euch welche von den hier vorgestellten Sachen zu holen, dann werft einen Blick auf die angebotenen Bundles, mit denen sich etwas Geld sparen lässt.

Was ich gelernt habe:  Für jedes Problem gibt es gute Lösungen, auch für den Transport der Kamera. Gutes Zubehör ist nicht billig, aber das ist es mir auch wert – wenn man für Kamera plus Objektiv größere Summen investiert, dann sollte ein robuster und praktischer Gurt mehr 20 Euro kosten dürfen. Zumal zu erwarten ist, dass das Zubehör länger hält als die Kamera.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

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