YouTube-Empfehlung: ValueTechTV

ValueTechTV

Hinter ValueTech steht im Wesentlichen der Berliner Matthias Proske mit seinem Team. Die Platform bietet dabei sehr viel mehr als nur den YouTube-Kanal, auf den ich zuerst gestoßen bin. Dazu gehört auch die Homepage mit geschriebenen Testberichten und einem recht aktiven Forum rund um Fotografie und Computer. ValueTech ist auch auf den üblichen sozialen Medien aktiv.

Mich haben vor allem die gut gemachten und angenehm präsentierten Testberichte zu Kameras und Objektiven überzeugt, und so war das einer der ersten Kanäle, die ich abonniert habe. Die Tests sind praxisnah, weder zu akademisch oder wissenschaftlich, aber auch nicht zu abschweifend. So habe ich über die Reviews auf diesem Kanal zum Beispiel mein Makro-Objektiv gefunden, mit dem ich sehr glücklich bin und das  mir schon einige faszinierende Aufnahmen beschert hat.

Angenehm hier auch: Matthias ist nicht auf eine bestimmte Kamera-Marke festgelegt sondern testet alle großen Hersteller gleichermaßen, so dass man sehr guten Überblick erhält.

PLAYLIST-EMPFEHLUNGEN

  • DSLR, DSLM und Kompaktkameras – Diese Kanal sammelt alle Kameratests von Canon, Nikon, Samsung, Sony und Co. Die jeweils fünf bis zehn Minuten langen Videos geben einen guten Überblick über das vorgestellte Modell und umfassen gelegentlich auch Vergleiche mit Vorgänger- oder Konkurrenzmodellen oder ein Unboxing. Zu ausgewählten Kameras gibt es dann jeweils nochmal eigene Playlists mit mehreren Videos, wie zum Beispiel für meine Canon 760D.
  • Objektive – Was wäre eine gute Kamera ohne die passenden Objektive? Hier gibt es die Testberichte nicht nur den Objektiven der Kamerahersteller wie Canon, Nikon oder Sony selber, sondern auch Drittanbieter wie Tamron und Sigma sind hier gut vertreten.
  • Foto- und Videozubehör – Diese Kategorie ist extrem umfangreich. Von Stativen über Speicherkarten und Mikrofonen zu Filtern, Taschen und Gimbals findet man hier eigentlich alles, was außer Kameras und Objektiven eben noch zum Thema Fotografie gehört.

Abschließend sei erwähnt, dass es auch noch eine Playlist mit 12 Tipps für bessere Fotos gibts. Der Begriff „Tutorial“ wäre hier allerdings übertrieben, aus meiner Sicht ist das eher ein Video-Glossar in dem einzelne Aspekte der Fotografie ganz kurz vorgestellt werden.


FAZIT

Empfehlung: Gut gemachte, informative Reviews zu Kameras, Objektiven und Ausrüstung. Auf jeden Fall ein Abonnement auf YouTube wert!

Was ich gelernt habe: Die Videos von ValueTechTV haben mir dabei geholfen, einige gute Entscheidungen für meine Ausrüstung zu treffen.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten – genießt die Feiertage mit Euren lieben, lasst es Euch gut gehen, kommt zur Ruhe, und vor allem: bleibt gesund und fröhlich!

Jochen =8-)

Frohe Weihnachten!

Ausgeliehen und ausprobiert: Sigma A 50-100mm f/1.8

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 an der Canon 760D

Eine verbleibende Lücke in meiner Ausrüstung ist ein hochwertiges Tele-Zoom-Objektiv – also insbesondere eines, das sich auch für Portraits mit schön unscharfem Hintergrund (Bokeh) eignet. Mit dem „nifty fifty“ Canon 50mm ƒ/1.8 sowie dem Tamron SP 90mm ƒ/2.8 Di VC Macro habe ich zwar schon zwei geeignete Festbrennweiten, aber gerade für Situationen wie Veranstaltungen bei denen sich die Leute bewegen, möchte ich die Flexibilität eines Zooms haben.

Grundsätzlich kommen hier zwei Objektive infrage: zum einen der „Klassiker“, ein 70-200mm ƒ/2.8, das es von Canon, Sigma und Tamron in verschiedenen Ausführungen gibt. Oder das noch recht neue Sigma 50-100mm ƒ/1.8 speziell für APS-C Kameras wie meine 760D. Diese Gläser haben jedoch alle eines gemeinsam: Sie liegen in einer Preisklasse in der man nicht mehr „auf Verdacht“ kauft. Natürlich gibt es unzählige Testberichte, aber um herauszufinden welches Objektiv besser zu meiner Art zu fotografieren passt, bleibt nur eines: ausprobieren.

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Die wenigsten von Euch werden das Glück haben einen Fotografen zu kennen, von dem man sich so ein Objektiv mal eben für eine Weile ausleihen kann. Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern, bei denen man Foto-Ausrüstung mieten kann – nicht nur Objektive, auch Kameras oder ganze Blitz- und Beleuchtungsausrüstungen. Ich habe diesen Service inzwischen zwei Mal genutzt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

ZOOMYRENTALS

Der Anbieter, den ich nutze, heißt ZoomyRentals.de. Die Firma sitzt in Berlin und bietet eine große Auswahl an Kameras, Objektiven und Zubehör von bzw. für Canon, Sony und Nikon. Der Ausleihvorgang verläuft ganz einfach:

  • Ihr registriert Euch
  • Vor Eurer ersten Bestellung müsst Ihr einmalig eine Kopie Eures Personalausweises zur Verifizierung im Profil hinterlegen. Euer Name und Eure Anschrift müssen gut lesbar sein.
  • Ihr sucht Euch die gewünschte Ausrüstung aus
  • Ihr wählt den Starttermin und die Mietdauer – diese kann zwischen 3 Tagen und 4 Wochen betragen
  • Los geht’s!

Ich empfehle Euch unbedingt, bei jeder Bestellung die angebotene optionale Versicherung mit abzuschließen. Gerade bei teureren Sachen gilt die Devise „better safe than sorry“.

LIEFERUNG

Die Lieferung erfolgt durch einen DHL-Boten. Ihr erhaltet die Ausrüstung am Vormittag des ersten Miettags, und sie wird bei Mietende wiederum vormittags per Boten abgeholt. Das funktioniert sehr zuverlässig; Empfang und Abholung werden jeweils durch Unterschrift bestätigt. Somit seid Ihr auf der sicheren Seite. Vor allem landet das teure Objektiv nicht versehentlich beim Nachbarn oder auf der Terrasse.

Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand
Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand

Bei Objektiven gehören in der Regel je ein Deckel für Vorder- und Rückseite, Sonnenblende, Schutzfilter und eine Objektivtasche zum Lieferumfang. Das alles wird zum Versand sicher in dicken Schaumstoff verpackt. In dem Karton befindet sich dann neben dem Lieferschein auch direkt der Adressaufkleber für die Rücksendung.

Und dann kann es losgehen: Ihr könnt die gemietete Ausrüstung für die Leihdauer nach Lust und Laune ausprobieren. Sorgsamer Umgang mit den Sachen versteht sich von selbst.

SIGMA A 50-100mm ƒ/1.8

Ich habe mir im Dezember 2016 den „großen Bruder“ meines Sigma A 18-35mm ƒ/1.8 eine Woche lang ausgeliehen. In der Zeit hatte ich Besuch und es stand unter anderem eine Feier an, so dass sich ausreichend Gelegenheit zum Testen bot.

LOOK & FEEL

Das Objektiv fällt sofort auf: Es ist groß. Und es ist schwer. Die Kamera locker mit einer Hand herumzutragen wird da schnell zu einer sportlichen Herausforderung; sicherlich kein Objektiv das man immer dabei hat, sondern nur gezielt mitnimmt. Setzt man das in Relation zum Preis von aktuell (Dez. 2016) rund 1.000 Euro wird schnell klar, dass diese Investition wohl überlegt sein will. Das Gewicht hat aber auch seinen Grund: Bei 100mm Brennweite und Blende ƒ/1.8, dazu noch mit dem Zoom, kommt eine Menge Glas zusammen. Zudem ist das Objektiv aus Metall gefertigt und sehr hochwertig verarbeitet.

Sowohl den Zoom als auch den Fokusring habe ich von der Bedienung her als sehr angenehm empfunden. Insgesamt hat mich die Verarbeitung, die ich ja auch schon vom 18-35er her kenne, wieder absolut überzeugt. Die in Reviews im Internet oft kritisierte Objektivschelle hat mich in der Handhabung kaum gestört.

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8
Groß, schwer, hochwertig: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8

AUSSTATTUNG & EINSATZGEBIET

Dieses Objektiv dient eigentlich genau einem Zweck: nämlich auch mit einer APS-C Kamera professionelle Portraitaufnahmen mit butterweichem Hintergrund machen zu können. Die durchgehende Offenblende von ƒ/1.8 ist das Alleinstellungsmerkmal. Der Zoombereich ist mit 50-100mm recht begrenzt – gerade mal ein 2x Zoom, verglichen mit rund 3x bei einem 70-200er. Insbesondere beim Fotografieren auf der Feier habe ich diesen Bereich jedoch als genau richtig empfunden. Die kürzere Anfangsbrennweite ist in geschlossenen Räumen auf jeden Fall von Vorteil, und am langen Ende kann man, dank der enormen Bildschärfe, durch Zuschneiden des Bildes noch einiges herausholen.

Was sich auf jeden Fall bemerkbar macht ist das Fehlen eines Bildstabilisators. Im stimmungsvoll beleuchteten Raum war ich mit der Belichtungszeit auch bei Blende ƒ/1.8 und ISO 800 meistens in einem Bereich zwischen 1/60 und 1/10 Sekunde. Da wird es selbst mit Aufstützen auf Tisch oder Stuhllehne schwer, die Bilder nicht zu verwackeln – insbesondere bei 100mm. Höher als 800 gehe ich bei der 760D mit dem ISO-Wert nur in Ausnahmefällen, weil das Bildrauschen ab ISO 1600 für meinen Geschmack zu auffällig wird.

Ich werde daher auf jeden Fall auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator testen. Durch die im Vergleich zum Sigma um gut eine Stufe kleinere Blende wird die Verschlusszeit zwar länger. Dafür sinkt jedoch unter dem Strich das Risiko ein Bild zu verwackeln deutlich. Wie sich das insgesamt in der Praxis auswirkt, werde ich dann sehen.

ZUVERLÄSSIGKEIT & BILDQUALITÄT

Bei den Sigma Art Objektiven mit Blende 1.8 – sowohl beim 18-35er als auch beim 50-100er – ist das mit dem Autofokus so eine Sache. Scheinbar hängt es vom einzelnen Objektiv ab, wie zuverlässig der Autofokus im Phasendetektionsmodus (durch den optischen Sucher) arbeitet. Das gemietete 50-100er zeigte sich hier vorbildlich: Bei praktisch allen Bildern, die ich gemacht habe, saß der Fokus da, wo ich ihn haben wollte. Bei meinem eigenen 18-35er hingegen ist es Glückssache: Bei rund einem Drittel der Bilder greift der Autofokus komplett daneben. Testberichte im Internet bestätigen den Eindruck, dass dies vom konkreten Objektiv abhängt; die Urteile reichen in diesem Punkt bei beiden Objektiven von „hoffnungslos“ bis „problemlos“.

Als Ausweichlösung bietet sich an, den Live-View zu nutzen, denn der Autofokus per Kontrasterkennung funktioniert immer – ist aber langsamer (wer wissen will warum das so ist, kann sich diese Vorlesung anschauen). Und wer die nötige Geduld oder das Feingefühl hat, kann auch manuell fokussieren. Beim Fotografieren mit Stativ nutze ich diese Möglichkeit eigentlich immer.

Die Bildqualität ist dafür über jeden Zweifel erhaben. Bereits bei Offenblende ist die Bildschärfe bis in die Ecken atemberaubend. Das muss sie auch sein, denn in dem Blendenbereich unterhalb von 2.8 liegt ja gerade die Besonderheit des Objektivs. Die Zeichnung der unscharfen Hintergründe ist angenehm weich; nur gelegentlich wird das Bokeh unruhig wenn viele kleine Lichter im Hintergrund sind. Schließt man die Blende, wird man mit wunderschönen Lichtsternen belohnt. Mich haben die gemachten Bilder, drinnen wie draußen, Personen wie Landschaft, durchweg begeistert. Die Bildqualität ist auf jeden Fall ein ganz starkes Argument zugunsten des Sigma A 50-100mm ƒ/1.8.

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 1

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 3


FAZIT

Empfehlung: Das Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 besetzt eine sehr kleine Nische, nämlich professionelle Portraits mit einer APS-C Kamera zu erstellen. Diese Nische besetzt es allerdings sehr gut. Mich hat vor allem die herausragende Bildqualität begeistert! Verarbeitung und Anmutung entsprechen dem hohen Wert. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, damit zu arbeiten.

Ich werde, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet, auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator zum Vergleich ausprobieren und dann auf Basis der gewonnenen Erfahrungen mit beiden Objektiven eine Entscheidung treffen. Die gibt es dann auch wieder hier zum Nachlesen.

Was ich gelernt habe: Ein Objektiv mal für eine Woche auszuleihen ist die perfekte Art, es in Ruhe ausprobieren und sich einen Eindruck verschaffen zu können, ob es die eigenen Vorstellungen und Erwartungen erfüllt. Ich werde diese Möglichkeit in Zukunft mit Sicherheit noch öfter nutzen.

Und: Es macht unheimlich Spaß, mit so einem Profi-Objektiv zu fotografieren. Die Testwoche hat mir aber auch gezeigt: So schön die Bilder auch sind, die große Offenblende beim 50-100er allein ist nicht alles. Ich will vor einer Entscheidung auf jeden Fall den Vergleich haben, und von daher war die Entscheidung, das Objektiv erstmal nur zu mieten, genau richtig.


LINKS

Bildnachweis: Alle Bilder eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Das „Immerdrauf“ – Sigma C 17-70mm f/2.8-4.0

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Nachdem ich mich für die neue Kamera entschieden hatte, stellte sich als nächstes die Frage nach den passenden Objektiven. Ich hatte dieses Mal ganz bewusst das Gehäuse ohne das sonst übliche Kit-Objektiv, das Canon EF-S 18-55mm ƒ/3.5-5.6, gekauft – ich wollte etwas mit mehr „Bums“.

ALTERNATIVEN ZUM KIT-OBJEKTIV

Als direktes Upgrade zum Kit-Objektiv gibt es von Canon selbst das Canon EF-S 17-55mm ƒ/2.8. Das lässt am kurzen Ende zwei Drittel mehr, am langen Ende sogar viermal so viel Licht rein wie das Kit-Objektiv! Aber es schlägt dafür auch direkt mit (Stand Nov. 2016) rund 750,- € zu Buche. Zum Glück gibt es ja auch noch Drittanbieter! So hatte ich nach einigem Suchen drei Gläser in der engeren Auswahl:

  1. Sigma 17-50 mm ƒ/2.8
  2. Tamron 17-50mm ƒ/2.8
  3. Sigma 17-70 mm ƒ/2.8-4.0

Die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich recht schnell zusammenfassen:

  • Nr. 1 und 2 haben beide einen Dreifach-Zoom und eine konstante Offenblende von ƒ/2.8. Beide kosten neu (Nov. 2016) um die 300,- €
  • Nr. 3 hat einen Vierfach-Zoom, dafür am langen Ende „nur“ ƒ/4.0. Neupreis (Nov. 2016) liegt bei 400,- €.

Nach Studium zahlreicher Reviews habe ich das Tamron-Objektiv als erstes von dieser Liste gestrichen, da den beiden Sigmas übereinstimmend bessere Qualität bescheinigt wurde. Dies betrifft sowohl das Objektiv selbst, als auch die erzeugten Bilder. Damit blieb noch eine Frage zu beantworten: Was ist mir wichtiger – längere Brennweite oder offenere Blende? 70mm mit ƒ/4.0 oder 50mm bei konstant ƒ/2.8?

Ich habe mich schließlich für das 17-70er entschieden. Letztlich war mir die größere Flexibilität durch die 20mm Brennweite „extra“ dann doch wichtiger.

SIGMA C 17-70mm ƒ/2,8-4,0 DC MAKRO OS HSM

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0
Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Das Sigma ist sicher maßgeblich daran beteiligt, dass mir das Fotografieren so richtig Spaß macht seit ich die neue Kamera habe. Nicht nur dass es deutlich lichtstärker ist – Bildschärfe und die Farbwiedergabe haben mich durchaus begeistert, und so macht es seinem Namen als „Immerdrauf“ alle Ehre. Äußerlich kann es ebenfalls überzeugen: Materialien und Verarbeitung empfinde ich als sehr gut. Zudem wird es komplett mit Objektivdeckel und Gegenlichtblende geliefert – letztere kostet bei Canon gerne mal extra. Von Größe und Gewicht her ist es sehr handlich und liegt zusammen mit der Kamera gut in der Hand.

Was das Fotografieren selbst angeht: Der Autofokus arbeitet an meiner 760D sehr zuverlässig, genauso wie der Bildstabilisator. Damit sind auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder aus der Hand möglich. Ein echtes Makro-Objektiv ist es zwar nicht – aber mit einem Abbildungsmaßstab von 1:2,8 sind schon beeindruckende Nahaufnahmen möglich. Und Dank der offenen Blende sind durchaus auch Aufnahmen mit einem schönen unscharfen Hintergrund (Bokeh) möglich.

GIBT ES AUCH NACHTEILE?

Ja, aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gibt es ein paar (wenige) Kritikpunkte. Was mir dabei am meisten auffällt: Der Zoom ist ziemlich leichtgängig. Trägt man die Kamera mit dem Objektiv nach unten, am Gürtelclip oder Schultergurt, so fährt das Objektiv beim Laufen durch das eigene Gewicht (mit Gegenlichtblende) von alleine auf 70mm aus. Das kann unangenehm sein, weil man so leichter irgendwo dagegen stößt und zudem meist erstmal wieder den Zoom zurückdrehen muss, wenn man die Kamera in die Hand nimmt.

Bei der Aufnahme von Videos ist, sofern man kein von der Kamera deutlich entferntes externes Mikro verwendet, ein leises Knacken und Schnarren von Bildstabilisator und Autofokus zu hören. Da ich allerdings nur selten Videos aufnehme, stört mich das kaum.

Bei den Fotos hingegen gibt es praktisch nichts auszusetzen – die leichte Vignettierung (dunkle Ecken) bei Aufnahmen mit offener Blende lässt sich in der Nachbearbeitung mit wenigen Klicks (in Adobe Lightroom zum Beispiel reicht schon die Auswahl des korrekten Objektprofils) beheben. Chromatische Aberrationen – grüne oder violette Farbsäume an kontrastreichen Kanten – sind vernachlässigbar.


FAZIT

Empfehlung: Wer nach einem Upgrade für das Kit-Objektiv sucht, dem kann ich das Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0 absolut empfehlen. Es ist extrem vielseitig einsetzbar, zuverlässig und liefert sehr überzeugende Ergebnisse. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass das „Original“ von Canon nahezu das Doppelte kostet, diesen Aufpreis meiner Meinung nach aber nicht wert ist.

Auch das Schwestermodell, das Sigma 17-50mm ƒ/2.8, ist eine Überlegung wert – vor allem, wenn Ihr öfter Videos filmt, wobei eine konstante Offenblende wichtiger ist. Zwei meiner Freunde haben sich dafür entschieden, an einer Canon 350D bzw. einer Nikon D7100, und sind damit ebenfalls sehr glücklich.

Was ich gelernt habe: Die gründliche Recherche im Vorfeld hat sich absolut gelohnt! Und vor allem: Wenn Ihr nach einem neuen Objektiv sucht, schaut Euch auch die Dritthersteller an – Samyang, Sigma, Tamrom, Tokina und wie sie nicht alle heißen. Sowohl von der Qualität als auch vom Preis-Leistung-Verhältnis her findet Ihr dort sehr interessante Alternativen.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Herbstfarben
Herbstfarben
Portrait einer Schnecke
Portrait einer Schnecke
Frankfurt - Skyline bei Nacht (HDR)
Frankfurt – Skyline bei Nacht (HDR)
Sonnenaufgang im Dezember
Sonnenaufgang im Dezember
Die Schmiede (HDR)
Die Schmiede (HDR)

In eigener Sache: Bitte einsteigen! Ihre nächsten Verbindungen…

Bilder-Übersicht

Während ich hier so fröhlich Empfehlungen für die Blogs, Videos, Bücher und mehr verteile, die mir beim Einstieg in die Fotografie geholfen haben – und das immer noch tun – stellt sich natürlich die Frage: Und? Was ist dabei heraus gekommen? Hat das alles was gebracht?

Ich für mich kann jedenfalls sagen: Ich mache heute Fotos, von denen ich vor eineinhalb Jahren nicht gedacht hätte, sie selber machen zu können. Und diese Grenze will ich auch in den nächsten eineinhalb Jahren noch weiter ausdehnen. In der Zwischenzeit haben sich natürlich schon eine ganze Reihe Bilder angesammelt, und eine kleine Auswahl davon – sozusagen ein „best of“ – pflege ich auf der Fotografie-Platform 500px.

Einiges davon, gemischt mit einigen älteren Bildern und Handy-Schnappschüssen, findet Ihr auch bei Instagram.

Und zu guter Letzt produziere ich von Zeit zu Zeit auch mal bewegte Bilder; die findet Ihr dann auf YouTube.

Wenn Ihr also mitverfolgen wollt was bei all dem, was ich so finde, hier teile, und lerne herauskommt – dann schaut auch dort vorbei  😀 Die Links dorthin findet Ihr auch immer griffbereit in Form der entsprechenden Icons oben rechts in der Menüleiste.


LINKS: BITTE EINSTEIGEN…

Blog-Empfehlung: 20 Tipps zum Bildaufbau in der Fotografie

Bildaufbau - Drittelregel und führende Linien

Der gezielte Bildaufbau ist das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen einem Schnappschuss und einer Fotografie. Das soll nicht heißen, dass Schnappschüsse „verboten“ sind – manchmal ist das Einfangen eines kurzen Moments viel wichtiger als das „Drumherum“. In der Regel hat man jedoch die Zeit, sich ein paar Gedanken darüber zu machen wie man das angepeilte Motiv schön in Szene setzen kann. Wir kennen alle die typischen Urlaubsbilder: Horizont und/oder Person in der Bildmitte. Ich gebe zu, ich habe in der Vergangenheit auch schon viele von der Sorte produziert. Und wir wissen auch alle, wie langweilig diese Bilder meistens sind.

Jetzt gibt es natürlich auch zum Thema Bildaufbau mehr als genug Literatur – man kann buchstäblich ganze Vorlesungen darüber halten. Und genau das ist auch wieder das Problem: Sucht man danach im Internet, findet man oft seitenweise Texte die sich in Details und kunsthistorischen Zusammenhängen verlieren, ohne jedoch anschauliche Beispiele zu liefern. Oder es werden jeweils isoliert nur einzelne Aspekte betrachtet, wie etwa die Drittelregel.

Umso glücklicher war ich daher, als ich auf den Blog von Barry O Carroll gestoßen bin. Neben den Bildergalerien von seinen Reisen hat er auch eine Reihe von Guides geschrieben und dort veröffentlicht. Allen voran der Beitrag „Guide to Composition in Photography – 20 Tips„. Dort stellt er in einer gut strukturierten Übersicht die wesentlichen Regeln des Bildaufbaus vor – allesamt mit anschaulichen Bildbeispielen und einem kurzen(!) Text. Einfach auf den Punkt gebracht – besser kann man es nicht mehr machen.

Dabei gilt: Diese Regeln sind keine Gesetze, an die man sicher jederzeit akribisch halten muss. Sie sind eher als Inspiration gedacht wie man seine Bilder interessanter gestalten kann. Hat man sie verinnerlicht, und schaut sich dann berühmte Fotografien an, wird man viele dieser Gestaltungsmuster schnell wieder erkennen.

INFORMATIONEN AUF DEUTSCH

Barrys Blog ist natürlich auf Englisch – aber auch wenn Ihr in dieser Sprache nicht so sicher seid, schaut Euch die 20 Tipps auf jeden Fall an. Viele der Illustrationen sprechen schon für sich. Ich habe mich dennoch bemüht auch eine vergleichbare Seite mit deutschem Text zu finden. Den meiner Meinung nach besten Treffer dazu findet Ihr bei Frank Salomo auf seiner Seite fuenfzigmillimeter.de unter dem Titel „Motivanordnung und Bildaufbau„.


FAZIT

Empfehlung: Unbedingt anschauen!

Was ich gelernt habe: Grau ist alle Theorie, Bilder sagen mehr als 1.000 Worte – hier gibt es kurz und knapp zusammengefasst und fantastisch aufbereitet jede Menge Anregungen zur Gestaltung der eigenen Fotos. Die Beispiel-Fotos mit den aufgebrachten Linien und Markierungen zeigen jeweils sehr gut, wie und warum die jeweilige Regel funktioniert.


LINKS

Bildnachweis: Titelbild: eigene Aufnahme

Milchstraße fotografieren & nachbearbeiten

Lonely Speck

Die Milchstraße fotografieren – das war die Motivation für mich, mich endlich eingehender mit dem Thema Fotografie zu befassen. Im Vorfeld einer Reise nach Albuquerque, New Mexico, hatte ich mir bereits eine neue Kamera zugelegt. Jetzt ging es darum zu lernen, wie ich die Ausrüstung am besten einsetze – und vor allem auch, wie ich im Anschluss am Rechner das Beste aus den Bildern heraushole. Am meisten geholfen hat mir dabei der YouTube-Kanal von Ian Norman, den ich hier vorstellen möchte.

Milchstraße über New Mexico
Milchstraße über New Mexico

INFORMATIONEN AUF DEUTSCH

Der YouTube-Kanal von Ian Norman ist, da er aus Kalifornien stammt, komplett auf Englisch. Die Videos von Ian sind jedoch, was frei zugängliche Informationen zu dem Thema angeht, meiner Meinung mit Abstand das Beste was sich finden lässt. Natürlich gibt es auch Anleitungen auf Deutsch zum Fotografieren der Milchstraße. Einen guten Einstieg bietet hier zum Beispiel dieses Video von Benjamin Jaworskyj:

Videos vergleichbar mit denen von Ian habe ich allerdings bislang nicht auf Deutsch gefunden. Falls Ihr welche habt, die ähnlich gut gemacht sind, lasst es mich wissen! Es gibt natürlich auch eine ganze Reihe von Kaufvideos und -tutorials, zu denen ich allerdings nichts sagen kann. Die aus meiner Sicht wichtigsten Infos zum Thema habe ich für Euch im folgenden Text zusammengefasst.

VORBEREITUNG

PLANUNG

Ich war für rund eine Woche in Albuquerque und hatte einige Abende frei. Also schaute ich mich nach Tipps um, wo und wie man die Milchstraße am besten sehen kann. Dabei bin ich auf Astronomy Adventures gestoßen. Peter hat dort eine „dark site“ auf einer Farm in den Bergen zwischen Albuquerque und Santa Fe, auf ca. 2.400m Höhe. Dort bietet er mit seinem Teleskop geführte Touren durch den Sternenhimmel an. Gemeinsam mit ein paar Freunden hatten wir das große Glück, eine buchstäblich sternenklare Neumondnacht zu erwischen – perfekte Bedingungen. Dazu noch Peters großartige Erzählungen, der uns durch die Geschichte der Astronomie führte und einige hochinteressante Himmelsformationen zeigte.

Hierzulande ist das mit der Milchstraße wegen der Lichtverschmutzung leider nicht ganz so einfach. Um die Sterne richtig gut sehen zu können, muss man schon in den nördlichen Schwarzwald fahren, oder an die Ostseeküste. Eine sehr gute Übersicht wo es nachts richtig dunkel wird gibt es auf der Internetseite www.lightpollutionmap.info.

Aufgehender Vollmond im Odenwald
Aufgehender Vollmond im Odenwald

Eine natürliche Form der Lichtverschmutzung ist der Mond – bei Vollmond ist von den Sternen nicht mehr viel zu sehen. Zu Mondphase, Auf- und Untergang von Mond und Sonne helfen Euch prima Apps wie z.B. The Photograhper’s Ephemeris, das sich am PC oder Mac kostenlos nutzen lässt. Außerdem muss natürlich das Wetter stimmen – je weniger Wolken, je geringer die Luftfeuchtigkeit und je kälter es ist, umso besser. Und zu guter Letzt muss natürlich die Milchstraße oder das Sternbild, das Ihr fotografieren wollt, auch zu sehen sein. Auch hierfür gibt es unzählige Internetseiten und Apps; ich nutze Sky Guide für iOS.

AUSRÜSTUNG

Dieses Thema lässt sich sehr kurz zusammenfassen. Ihr braucht:

  • Eine Kamera (je größer der Sensor, umso besser – auch mit Micro Four Thirds bekommt man noch sehr gute Fotos hin; mit dem Handy dann aber nicht mehr)
  • Ein Objektiv. Dieses sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:
    • Möglichst weitwinklig (damit viel Himmel aufs Bild passt)
    • Möglichst große Blendenöffnung (also kleine Blendenzahl, damit viel Licht auf den Sensor kommt)
    • Für APS-C Spiegelreflex bietet sich z.B. das Tokina 11-20mm ƒ/2.8 DX an, das auch ich nutze.
    • Für andere Kamerasysteme gebe ich gerne die Empfehlungen von Stephan Wiesner weiter: Für APS-C Mirrorless das Samyang 12mm ƒ/2.0, und für Vollformat-Kameras das Tamron 15-30mm ƒ/2.8.
    • Teure Ausrüstung ist aber kein Muss: Auch mit dem Kit-Objektiv lassen sich schon sehr gute Bilder machen, wie unten noch gezeigt wird!
  • Stabiles Stativ
  • Optional: Fernauslöser (wenn Ihr keinen habt, nutzt den 2-Sekunden Timer Eurer Kamera)

Außerdem: warme Sachen (auch im Sommer können klare Nächte recht kalt werden), Essen, Trinken, ein Buch. Auch sehr hilfreich: eine Taschenlampe mit „Nachtsichtmodus“ (rote Lampe), damit man etwas nachschauen oder suchen kann ohne sich und andere im Dunkeln zu blenden.

FOTOGRAFIEREN

Ja, und dann: Kamera auf den gewünschten Himmelsausschnitt ausrichten und los geht’s. Das Schwierigste dabei ist das richtige Fokussieren. Im Dunkeln müsst Ihr manuell fokussieren, und einfach das Objektiv auf „unendlich“ drehen funktioniert leider in den wenigsten Fällen. Ich suche mir in der Regel einen möglichst hellen Stern, der auch im Live View auf dem LCD-Monitor der Kamera zu sehen ist, nutze dort die zehnfache Vergrößerung und drehe am Fokusring bis der Stern so klein wie möglich wird. Dann mache ich eine paar Testaufnahmen, zoome maximal hinein und feintune den Fokus bis die Sterne wirklich nur noch winzige Punkte sind.

Zu den Einstellungen: Als Startwert nehme ich meistens  11mm | ƒ/2.8 | ISO 1.600 | 25 Sek.

Wenn Ihr nicht absichtlich auf Sternenspuren aus seid, könnt Ihr nicht beliebig lange belichten, denn die Erde dreht sich schneller als man denkt. Als Faustregel für die maximale Belichtungszeit, bei der die Sterne noch Punkte sind, gilt: (500 geteilt durch (Brennweite * Crop-Faktor)). Der Crop-Faktor gibt das Größenverhältnis des Bildsensors Eurer Kamera im Verhältnis zu einem Vollformat-Sensor an und muss mit eingerechnet werden, da kleinere Sensoren in der Regel auch kleinere Pixel haben und die Bewegung der Sterne somit schneller sichtbar wird. Bei Canon APS-C Kameras wie meiner 760D ist der Crop-Faktor 1,6 (bei Nikon 1,5 und bei Micro Four Thirds 2,0). Das heißt mit meiner Kamera und dem Tokina 11-20mm kann ich maximal (500 / (11 * 1,6)) = 28,4 (abgerundet: 25) Sekunden belichten. Bitte bedenkt, das ist eine Faustregel – also im Zweifelsfall das Bild hinterher genau anschauen und nötigenfalls die Einstellungen anpassen.

Fotografiert wird natürlich mit maximal offene Blende, um so viel Licht wie möglich einzufangen. Beim ISO-Wert starte ich immer bei 1.600; das ist zumindest bei der 760D ein guter Kompromiss zwischen eingefangenem Licht und Bildrauschen – um das ich mich in der Nachbearbeitung eh noch kümmere. Wenn Ihr alles eingestellt habt, kann es losgehen. Und das heißt: nie nur ein Foto von einem Himmelsausschnitt machen, sondern eine ganze Serie. Ich mache immer 16 Bilder oder mehr. Das braucht zwar eine Weile, aber damit könnt Ihr später am Rechner deutlich mehr aus den Fotos herausholen.

Milchstraße und Andromeda-Galaxie
Milchstraße und Andromeda-Galaxie

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: man läuft sehr schnell Gefahr, die Bilder zu dunkel aufzunehmen. Wenn sie auf dem recht hellen LCD-Bildschirm der Kamera draußen im Dunkeln gut aussehen, werdet Ihr daheim am Rechner enttäuscht sein. Nehmt die Bilder so auf, dass sie gefühlt viel zu hell sind. Wenn Eure Kamera eine Ansicht mit Histogramm bietet, nutzt es! Natürlich sollten keine Bildbereiche ausgebrannt (komplett weiß) sein, aber es sollte auf jeden Fall Information im rechten Teil des Histogramms (Lichter) vorhanden sein. Je heller das Bild, umso mehr Informationen habt Ihr für die Nachbearbeitung – womit wir beim eigentlichen Thema wären.

NACHBEARBEITUNG

Ian Norman ist ein in Kalifornien lebender Fotograf, der sich auf Astrofotografie spezialisiert hat. Dementsprechend findet Ihr in seinem YouTube-Kanal sehr viele Informationen rund um dieses Thema, und insbesondere zur Nachbearbeitung der Bilder. Seine Tutorials für die Arbeitsschritte in Adobe Lightroom und Photoshop sind gut erklärt und leicht nachvollziehbar. Als ich meine ersten Sternbilder bearbeitet habe, hatte ich stets das iPad griffbereit auf dem seine Videoanleitung lief. Ich habe immer wieder auf Pause gedrückt, oder zurückgespult, und bin ihm so Schritt für Schritt gefolgt. Inzwischen kann ich das meiste davon auch ohne zu spicken.

EINZELBILDER IN LIGHTROOM BEARBEITEN

Die große Herausforderung liegt darin, einen schönen Kontrast und möglichst viele Details hinzubekommen, so dass das Bild natürlich und nicht überladen wirkt. Ihr werdet feststellen, dass die Kamera deutlich mehr Sterne sieht als Ihr mit dem bloßen Auge. Bei der Gestaltung des Nachthimmels, insbesondere was die Farben in der Milchstraße angeht, bleibt einem natürlich eine gewisse künstlerische Freiheit.

Zwei von Ians Videos möchte ich hier besonders herausheben. Im ersten Film zeigt er, wie man selbst unter ungünstigen Verhältnissen noch Bilder der Milchstraße aufnehmen kann:

Dabei erklärt er auch nochmal ausführlich warum es besser ist, Nachtaufnahmen absichtlich zu hell aufzunehmen.

Im zweiten Video beschreibt er den normalen Bearbeitungsprozess für Sternenfotos in Lightroom. Zudem beweist Ian hier eindrucksvoll, dass man auch mit nicht sehr lichtstarken Objektiven super Bilder hinbekommt, wenn man ein paar Punkte beachtet:

In beiden Videos geht es um die Bearbeitung einzelner Bilder. Die fortgeschrittene Variante ist dann, mehrere Fotos in Photoshop zu einem Bild zusammenzusetzen – aber auch dafür werden die Ausgangsdateien zunächst in Lightroom bearbeitet, wie oben, bevor es dann Photoshop weitergeht.

MEHRERE BILDER IN PHOTOSHOP ZUSAMMENFÜHREN

Aufgrund der gegebenen Grenzen bei Blendenöffnung und Belichtungszeit kommt man nicht herum, bei Fotos vom Nachthimmel den ISO-Wert anzuheben, auf 1.600 oder sogar 3.200. Die Folge ist deutlich sichtbares Rauschen im Bild, vor allem wenn man es größer betrachtet. Wendet man einfach die Rauschreduzierung an, die Bildbearbeitungsprogramme üblicher Weise anbieten, gehen leider viele Details – insbesondere kleinere Sterne – verloren.

Hier hilft es jetzt, wenn man mehrere Fotos desselben Ausschnitts gemacht hat. Je mehr, desto besser. Kurz beschrieben besteht der Trick darin, die Bilder exakt übereinander zu legen, und dann für jedes Pixel den Durchschnittswert zu errechnen. Da die Sterne bei korrekter Ausrichtung der Fotos immer an denselben Stellen sind, bleiben sie dabei erhalten. Das Bildrauschen hingegen ist zufällig und rechnet sich so bei der Mittelwertbildung heraus. Wenn ich auf diese Art vier Fotos kombiniere die mit ISO 3.200 aufgenommen wurden, entspricht das Ergebnis in etwa einem Bild das mit ISO 800 aufgenommen wurde. Ich habe bei den Milchstraßenfotos hier im Post jeweils über 20 Aufnahmen gestapelt.

Die detaillierte Anleitung dafür gibt es in diesem Video:

Die besondere Herausforderung dabei besteht im korrekten Ausrichten der einzelnen Bilder. Denn wenn das nicht exakt stimmt, verschwindet in einigen Bildbereichen nicht nur das Rauschen, sondern alle Sterne gleich mit. Bei kontrastreichen Bildern funktioniert das „automatisch ausrichten“ von Photoshop meistens sehr gut. Ich hatte aber auch schon einige Bilder, bei denen das leider gar nicht funktioniert hat. Das ist aber noch kein Grund zu verwzweifeln, denn man kann das auch manuell bewerkstelligen:

Was dann noch bleibt, ist die künslterische Ausgestaltung des Sternenhimmels. Wie man die im Bild enthaltenen Farben und Details am besten zur Geltung bringt, seht Ihr hier:

Das funktioniert natürlich nicht nur für Orion, sondern für jeden Himmelsauschnitt der entsprechend was zu bieten hat.

Es gibt auf dem Kanal noch einige weitere Anleitungen, die allesamt hilfreich sind. Wer zum Beispiel ausreichend viele Bilder von einem Himmelsausschnitt gemacht hat, kann diese auch zu einem Zeitraffer-Video zusammensetzen. Mit dem Wissen aus den hier verlinkten Videos habe ich inzwischen eine ganze Reihe von Nachtaufnahmen gemacht, und bin zunehmend glücklich mit den Ergebnissen. Wie bei allen anderen Motiven gilt natürlich auch hier: Übung macht den Meister. Also: wartet auf die nächste klare Nacht rund um Neumond, und dann nix wie raus mit der Kamera. Gerade jetzt im Winter mit den langen Nächten und trocken-kalter Luft sind die Voraussetzungen ideal…


FAZIT

Empfehlung: Unbedingt anschauen, und dann machen!

Was ich gelernt habe: Das Wissen, was man bei der Aufnahme der Bilder beachten sollte und wie man sie nachbearbeitet, ist sehr viel wichtiger als die Ausrüstung. Die richtige Vorbereitung zählt, und die nötige Geduld bei den Aufnahmen. Die Ergebnisse, mit denen man am Ende belohnt wird, sind die Mühen allemal wert!


LINKS

WEITERE INFORMATIONEN

Bildnachweis: Titelbild: Screenshot von YouTube; Milchstraße und Mondaufgang: eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Canon 760D

Canon 760D

Seit August 2015 bin ich mit meiner Canon 760D unterwegs. Warum ich mich damals so entschieden habe, und ob ich heute wieder so entscheiden würde, das erfahrt Ihr hier. Aber zuerst gibt es einen kurzen…

KAMERA-RÜCKBLICK

KOMPAKTKAMERAS

Meine erste eigene Kamera war eine Olympus C-700 UZ. Das wesentliche Kaufkriterium dürfte rückblickend der optische 10-fach Zoom (umgerechnet auf Vollformat 38-380mm) gewesen sein. Mit ganzen 2 Megapixeln ging es im Sommer 2001 los mit der Digitalfotografie. Da ich damals im Großen und Ganzen mit der Kamera recht happy war, folgte konsequenter Weise 2004 das Upgrade zum Nachfolgemodell, der Olympus C-750 UZ, mit inzwischen 4 Megapixeln und einigen weiteren Verbesserungen.

Die beiden Kameras haben mich durch etliche Urlaube begleitet, und waren auch oft im Eisenbahnmuseum mit am Start. Dort zeigte sich auch schnell das größte Manko: der Zoom war über einen Motor angetrieben und zu langsam, um mit sich bewegenden Motiven wie etwa einem sich nähernden Zug Schritt halten zu können. In Verbindung mit dem ebenfalls nicht sonderlich schnellen Autofokus habe ich mich oft über verpasste Motive geärgert. So wuchs der Entschluss: was Größeres muss her…

DIE ERSTE SPIEGELREFLEX

Olympus E-510
Olympus E-510

Da ich mit den Kameras (Anmutung, Bedienung, Zuverlässigkeit) und den Bildern damals insgesamt durchaus zufrieden war, bestand für mich kein Anlass die Marke zu wechseln – so landete schließlich 2008 bei der Olympus E-510, zusammen mit ihren beiden Kit-Objektiven: 14-42mm ƒ/3.5-5.6 und 40-150mm ƒ/4.0-5.6. Damit hatte ich insgesamt wieder in etwa einen 10-fach Zoom; umgerechnet aufs Vollformat bei 28-300mm.

Alles in allem war ich mit der E-510 über viele Jahre sehr glücklich. Sie war ein treuer Begleiter auf vielen Reisen und hat mir eine Reihe echt schöner Bilder geliefert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich dann doch meistens bei den Automatik-Programmen geblieben bin und mich nie eingehend mit den Grundlagen der Fotografie befasst habe. Ich habe die Möglichkeiten der Kamera wohl nie wirklich ausgenutzt, aber eines wusste ich: bei schlechten Lichtverhältnissen – nachts, oder im dunklen Lokschuppen – war E-510 mit ihren Kit-Objektiven schnell am Limit.

Olympus bot für die E-Reihe damals zwar auch „Profi-Objektive“ an; ich habe den Schritt dann letztlich aber doch nie gewagt – auch weil lange der konkrete Anlass fehlte, etwas an der Situation zu ändern. Genau das änderte sich jedoch letztes Jahr – und somit zu aktuellen…

KAMERA-AUSWAHL

Im Herbst 2015 hatte ich die einmalige Gelegenheit, nach Albuquerque, New Mexico zu reisen. Dort gab es gleich zwei Anlässe zum Fotografieren: zum einen die Albuquerque Balloon Fiesta mit rund 550 Heißluftballons – und zum anderen den Sternenhimmel. Abseits von Albuquerque, am Rande der Wüste und auf rund 2.400 Metern Höhe, ergibt sich ein atemberaubender Blick auf die Milchstraße. So fragte ich mich: Wie fotografiert man das richtig? Und was will ich sonst noch alles fotografieren? Also habe ich mir eine Liste geschrieben:

  • Interessiert mich vor allem („must have“): Landschaften / Städte (inkl. Dämmerung/-Nachtaufnahmen), Makros, Sternenhimmel und Mond, Innenaufnahmen auch in eher dunklen Räumen (z.B. Lokschuppen Eisenbahnmuseum)
  • Interessiert mich mäßig („nice to have“): Bilder bei Veranstaltungen (Gruppenfotos), Videos filmen
  • Interessiert mich weniger (nicht relevant für die Auswahl): „klassische“ Portraits, Sport/Action, Vögel/Tiere

Dann habe ich das Internet angeworfen und wurde zunächst schier erschlagen von der Informationsflut. Zu der Zeit habe ich vor allem YouTube als wertvolle Informationsquelle entdeckt. Mein Verdacht, mit der guten alten E-510 dabei nicht mehr weit zu kommen, wurde schnell bestätigt. Also formuliert ich meine Auswahlkriterien für eine neue Kamera:

  • Möglichst große Auswahl von Objektiven
  • Gute Bedienbarkeit
  • Großes Display
  • Gute Bildqualität, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen
  • Verfügbares Zubehör, auch von Drittanbietern
  • Erschwinglichkeit – mein verfügbares Budget damals waren rund 1.500,- €

APS-C ODER VOLLFORMAT

Die erste Entscheidung, die es zu treffen galt, war die über das Kamerasystem. Bedingt durch den letzten Punkt auf meiner Liste schien Vollformat für mich damals außer Reichweite. Da ich mir von Anfang an mehr als ein Objektiv leisten können wollte, der Flexibilität wegen, habe ich mich schließlich für das kleinere (und erschwinglichere) APS-C Format entschieden. Das habe ich bis heute auch nicht bereut. Ob ich bei langfristigerer Planung nicht vielleicht doch zur Canon 6D gegriffen hätte – schwer zu sagen. Die Situationen, wo eine Vollformat-Kamera ihre Stärken gegenüber APS-C ausspielen kann – im Dunkeln, oder beim Freistellen von Motiven – machen bei meinen Fotos dann doch nur eine Minderheit aus.

CANON ODER NIKON (ODER SONY)

Sony hatte ich mir damals vor allem aufgrund des Themas Low-Light Performance angeschaut. Gerade die A7S machte zu der Zeit ja ordentlich Schlagzeilen in der Hinsicht. Die war preislich jedoch weit jenseits meines Horizonts, und bei den kleineren Modellen haben mich insbesondere Bedienbarkeit und Zubehör (Objektivauswahl) nicht überzeugt. Das hat sich inzwischen zwar gebessert, und ich gebe zu die A6500 ist eine durchaus interessante Kamera, nicht zuletzt durch den Bildstabilisator im Gehäuse (den ja auch meine gute alte E-510 schon hatte). Aber 1.700,- € Startpreis?

So habe ich länger zwischen Canon und Nikon geschwankt. Das ist in erster Linie eine Bauchentscheidung, denn die technischen Vor- und Nachteile beider Seiten halten sich in meinen Augen ziemlich die Waage. Mal liegt der eine leicht vorne, mal der andere. Hier der Sensor, da die Objektive. Ich habe mir in einigen Geschäften damals Kameras angeschaut, und danach stand für mich fest: Canon. Vor allem, weil ich mit deren Bedienung besser klargekommen bin. Auch der bessere Video-Autofokus spielte eine Rolle.

70D, 700D, 750D, 760D

Das waren die Modelle, die ich schließlich in die engere Auswahl genommen habe. Die 700D schied als erste aus; sie war vom Preis-Leistungsverhältnis her zwar sehr attraktiv, aber alle Berichte sagten übereinstimmend, dass der Qualitätssprung bei den Nachfolgern 750D/760D erheblich ist. Die kleinere Schwester der beiden, die 750D, war als nächste aus dem Rennen – die zusätzlichen Features der 760D, wie zum Beispiel das Schulterdisplay oder das zweite Einstellrad, waren mir den Aufpreis wert.

Somit blieb die Wahl zwischen der 70D und eben der 760D. Preislich und technisch waren sich die beiden damals recht nah. In verschiedenen Vergleichstests kam die 760D jedoch bei den Dingen die mich interessieren leicht besser weg – somit war die Entscheidung gefallen.

Und ich bin bis heute glücklich damit! Die Kamera liegt gut in der Hand, ist einfach zu bedienen und bietet gerade mit dem dreh- und schwenkbaren Touch-Display oder der Fernsteuerung per WLAN einen sehr guten Funktionsumfang. Das Wichtigste: ich bin mit der Bildqualität mehr als zufrieden. Ich würde diese Entscheidung unter der damals gegebenen Auswahl auch heute wieder so treffen.

Dazu kommt, dass ich inzwischen eine Auswahl an Objektiven habe, mit denen ich alle meine oben genannten Interessen gut abdecken kann. Welche Objektive das im Einzelnen sind, darauf werde ich hier in weiteren Posts unter der Überschrift „Meine Ausrüstung“ noch eingehen.

UND HEUTE…?

Was mich betrifft, so hat sich für mich seither eigentlich nur eine Randbedingung entscheidend geändert, und das ist die Kameraauswahl. Denn seit rund einem halben Jahr gibt es die Canon 80D, die technisch nochmal eine Schippe drauflegt – vor allem beim Thema Autofokus – und deutlich mehr Funktionen bietet als die 760D. Ein halbes Jahr nach Markteinführung ist der Preis der 80D inzwischen um ein gutes Drittel und somit auf ein akzeptables Niveau gefallen. Zukünftiges Upgrade nicht ausgeschlossen.

WAS IST JETZT RICHTIG FÜR EUCH?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Welche Kamera die beste für Euch ist, hängt immer davon ab, was Ihr damit machen wollt. Deswegen: macht Euch Listen. Schreibt Euch auf, was Euch interessiert, was Ihr fotografieren wollt – jetzt und in den nächsten Jahren. Denn ein Kamerakauf ist ja in der Regel eine längerfristige Entscheidung. Welche Punkte sind Euch an der Kamera selbst wichtig? Welches Budget habt Ihr? Dabei auch immer die Möglichkeit im Auge behalten, sich eine gebrauchte Kamera zu kaufen. Bei einigen Objektiven habe ich das gemacht, und so eine Menge Geld gespart, ohne Abstriche bei der Qualität.

Bei den Links unten habe ich Euch noch die Überlegungen einiger bekannter Fotografen zum Thema Kameraauswahl verlinkt. Schaut sie euch an – und werft dabei immer wieder einen Blick auf Eure Listen.


FAZIT

Empfehlung: Unter der damals gegebenen Auswahl würde ich mich jederzeit wieder für die Canon 760D entscheiden. Aus heutiger Sicht (Oktober 2016) bevorzuge ich ganz klar die Canon 80D. Wer mit Nikon besser zurecht kommt, sollte sich die D7200 anschauen.

Was ich gelernt habe: Es gibt nicht „die eine beste Kamera“ – man muss sich in erster Linie fragen: Was will ich damit fotografieren? Es gibt für viele Anwendungen Kameras, die speziell dafür ausgelegt sind – ihre (teuren) Stärken dann aber auch nur dort ausspielen können. Für mich passt eben am besten ein Allrounder.


LINKS

LINKS AUF ENGLISCH:

Bildnachweis: Titelbild (Canon 760D), Olympus E-510: eigene Aufnahmen

Buchempfehlung: Stephan Wiesner – Landschaftsfotografie Tutorial

Stephan Wiesner: Landschaftsfotografie - Tutorial (Buch)

Hallo zusammen.

Allen, die an der Stelle schmunzeln, brauche ich eigentlich nicht mehr viel zu erzählen. Denn dann kennt Ihr Stephan, wie ich, durch seinen YouTube-Kanal, auf den ich im Laufe der Zeit hier noch öfter su sprechen kommen werde. Aber nun zum Buch.

RAUSGEHEN. AUSPROBIEREN.

Das ist mit das Wichtigste, was das Buch vermittelt: Landschaftsfotos entstehen nicht durchs Lesen auf dem Sofa. Stephan weckt die Lust am Rausgehen und nimmt einen regelrecht mit. Es wird nicht nur Theorie vermittelt; sondern das Buch bietet vor allem eigene Erlebnisberichte und Lernerfahrungen. Das beinhaltet das Lernen aus eigenen Fehlern. Stephan ist nicht der „unnahbare Experte“, sondern lässt den Leser augenzwinkernd und selbstkritisch an den eigenen Abenteuern teilhaben. Dadurch wirkt es sehr lebendig und vor allem authentisch; es wird anschaulich beschrieben warum bestimmte Dinge so Sinn machen, wie sie vermittelt werden, und anders eben vielleicht nicht.

Und das ist es, was dieses Bauch aus der breiten Masse heraushebt: der Schreibstil – er folgt seiner angenehmen, aus den YouTube-Videos bekannten Art. Und wer seinen Kanal kennt, wird beim Lesen unweigerlich seine Stimme im Ohr haben.

Rein technisch gesehen erfindet Stephan das Thema Landschaftsfotografie dabei nicht neu. Stephan geht natürlich auch auf die Grundlagen zu Bildaufbau, Blende, Belichtung, Fokussierung etc. ein. Aber er bindet sie praxisnah in seine Erzählungen ein und verliert sich so nicht in grauer Theorie.

In erster Linie ist es tatsächlich ein Praxis-Buch: es inspiriert, regt zum Nachdenken an und beinhaltet eine ganze Reihe von „Hausaufgaben“ – die eigentlich „Rausaufgaben“ heißen müssten. Dazu gehört die Erkenntnis: Beeindruckende Bilder und Bequemlichkeit gehen selten zusammen. So etwas erfordert Planung, frühes Aufstehen (oder spätes Schlafengehen, gelegentlich beides), und gerne auch mal wetterfeste Kleidung. Und das ist das Wesentliche: weder (Kamera-)Ausrüstung noch Wohnort zählen als Ausrede. Zu sehen gibt es überall etwas. Und so gibt es auch für das „wo“ und „wann“ die passenden Tipps.

Somit wächst die Erkenntnis, dass das Wesentliche gar nicht so sehr das Drücken des Auslösers ist – sondern die Vorbereitung und die Planung. Insbesondere sich mal eingehend Gedanken darüber zu machen: Was will ich eigentlich fotografieren? Welche Geschichte will ich erzählen, welche Stimmung rüberbringen? Viele dieser Überlegungen treffen nicht nur auf Landschaften zu, sondern lassen sich auf viele andere Motive übertragen – somit reicht das Buch in meinen Augen weit über das eigentliche Kernthema hinaus.

Ich hatte beim Lesen jedenfalls ständig das Gefühl, Stephan schaut mir über die Schulter und sagt: So, und jetzt: machen. Man bekommt auf angenehme Weise ein schlechtes Gewissen. Immerhin: einige Punkte auf meiner Fotowand sind schon abgehakt.


FAZIT

Empfehlung: Absolute Kaufempfehlung.

Was ich gelernt habe: Das Bild entsteht nicht in der Kamera, sondern im Kopf dahinter. Ideen sammeln, planen, und dann eben: rausgehen und ausprobieren. Sich merken was klappt, und – wichtiger noch – sich merken was nicht klappt, und warum.


LINKS

Titelbild: Buchtitel; Quelle: http://stephanwiesner.de

YouTube-Empfehlung: DigitalRevTV

DigitalRevTV

Der YouTube-Kanal „DigitalRevTV“ ist mit rund 1,8 Millionen Abonnenten wohl die größte Fotografie-Show im Internet. Dahinter steckt eine ganze Gruppe von Leuten. Im Wesentlichen werden die Videos von Kai und Lok aus Hong Kong präsentiert, die allerhand Themen rund ums Fotografieren behandeln und sich dabei selber nicht all zu ernst nehmen. Dieser Punkt ist leider Segen und Fluch gleichermaßen: Zum Einen macht es genau den Reiz des Kanals aus, dass die Videos nicht nur knochentrockene technischen Daten aneinander reihen und dadurch recht kurzweilig sind; andererseits kommt der eigentliche Informationsgehalt dadurch gelegentlich auch mal zu kurz oder es gleitet Richtung Klamauk ab. Da die beiden wie gesagt aus Hong Kong kommen, sind die Videos alle auf Englisch – aber es ist „British English“ und sehr gut zu verstehen.

Es gibt dort unter anderem eine ganze Reihe Testberichte zu Kameras und Objektiven; diese geben jedoch im Vergleich zu dem, was andere Kanäle zu bieten haben, vergleichsweise wenig her. Ich schaue sie gelegentlich trotzdem, aber tatsächlich in erster Linie des Unterhaltungswertes wegen. Dafür gibt es andere Rubriken, die durchaus lohnenswert sind.

PLAYLIST – EMPFEHLUNGEN

  • „How To“ Videos: Hier finden sich inzwischen fast 100 Videos mit allerhand kreativen Ideen: Was kann man machen, wenn man bei schlechtem Wetter zu Hause festsitzt? Wie fotografiert man Rauch? Oder Wasser? Welche Spielereien kann man mit unscharfen Hintergründen oder Lightpainting machen? Einfach mal durchklicken; da sind ein paar echt coole Ideen dabei – einige davon werde ich bei Gelegenheit sicher auch mal selber ausprobieren.
  • „Pro Photographer, Cheap Camera“: Wie der Name schon sagt, hier bekommt ein namhafter Profi-Fotograf eine „billige“ Kamera in die Hand gedrückt und dann eine zu erfüllende Aufgabe gestellt. Wobei „billig“ hier alles mögliche sein kann: teils sind es einfach uralte Kameras, teils sind es tatsächlich Spielzeugkameras – allen gemein ist jedoch, dass im Vergleich zu dem was heute üblich ist die technischen Möglichkeiten deutlich eingeschränkt sind. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, was für fantastische Bilder dann doch dabei heraus kommen!

UPDATE DEZEMBER 2016

Ende 2016 haben, innerhalb weniger Tage, sowohl Kai als auch Lok DigitalRevTV verlassen. Nach dem Weggang der beiden bisherigen Hauptakteuren – Kai vor der Kamera, Lok dahinter – ist nun keiner der ursprünglichen Gründer des Kanals mehr dabei. DigitalRevTV macht in neuer Besetzung weiter, gemacht von Leuten die auch früher schon dabei waren, wenn auch eher in zweiter Reihe. Man darf gespannt sein, was die sich so ausdenken.

Und auch Kai und Lok machen weiter. Kai hat inzwischen seinen eigenen YouTube-Kanal auf dem er weiter unterhaltsame Kamera-Reviews posted. Innerhalb von drei Wochen hat er es schon auf 200.000 Follower gebracht. Lok scheint noch unentschlossen; vielleicht tun sich die beiden ja wieder zusammen…


FAZIT

Empfehlung: Sehr interessante Anregungen; insgesamt eher eine Seite zum Stöbern. Keine zwingende Empfehlung.

Was ich gelernt habe: Für wirklich tolle Bilder ist die Kamera zweitrangig. Man braucht die Idee, und das Auge für das Motiv. Anregungen gibt es hier dafür einige.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

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