Meine Ausrüstung: Canon 760D

Canon 760D

Seit August 2015 bin ich mit meiner Canon 760D unterwegs. Warum ich mich damals so entschieden habe, und ob ich heute wieder so entscheiden würde, das erfahrt Ihr hier. Aber zuerst gibt es einen kurzen…

KAMERA-RÜCKBLICK

KOMPAKTKAMERAS

Meine erste eigene Kamera war eine Olympus C-700 UZ. Das wesentliche Kaufkriterium dürfte rückblickend der optische 10-fach Zoom (umgerechnet auf Vollformat 38-380mm) gewesen sein. Mit ganzen 2 Megapixeln ging es im Sommer 2001 los mit der Digitalfotografie. Da ich damals im Großen und Ganzen mit der Kamera recht happy war, folgte konsequenter Weise 2004 das Upgrade zum Nachfolgemodell, der Olympus C-750 UZ, mit inzwischen 4 Megapixeln und einigen weiteren Verbesserungen.

Die beiden Kameras haben mich durch etliche Urlaube begleitet, und waren auch oft im Eisenbahnmuseum mit am Start. Dort zeigte sich auch schnell das größte Manko: der Zoom war über einen Motor angetrieben und zu langsam, um mit sich bewegenden Motiven wie etwa einem sich nähernden Zug Schritt halten zu können. In Verbindung mit dem ebenfalls nicht sonderlich schnellen Autofokus habe ich mich oft über verpasste Motive geärgert. So wuchs der Entschluss: was Größeres muss her…

DIE ERSTE SPIEGELREFLEX

Olympus E-510
Olympus E-510

Da ich mit den Kameras (Anmutung, Bedienung, Zuverlässigkeit) und den Bildern damals insgesamt durchaus zufrieden war, bestand für mich kein Anlass die Marke zu wechseln – so landete schließlich 2008 bei der Olympus E-510, zusammen mit ihren beiden Kit-Objektiven: 14-42mm ƒ/3.5-5.6 und 40-150mm ƒ/4.0-5.6. Damit hatte ich insgesamt wieder in etwa einen 10-fach Zoom; umgerechnet aufs Vollformat bei 28-300mm.

Alles in allem war ich mit der E-510 über viele Jahre sehr glücklich. Sie war ein treuer Begleiter auf vielen Reisen und hat mir eine Reihe echt schöner Bilder geliefert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich dann doch meistens bei den Automatik-Programmen geblieben bin und mich nie eingehend mit den Grundlagen der Fotografie befasst habe. Ich habe die Möglichkeiten der Kamera wohl nie wirklich ausgenutzt, aber eines wusste ich: bei schlechten Lichtverhältnissen – nachts, oder im dunklen Lokschuppen – war E-510 mit ihren Kit-Objektiven schnell am Limit.

Olympus bot für die E-Reihe damals zwar auch „Profi-Objektive“ an; ich habe den Schritt dann letztlich aber doch nie gewagt – auch weil lange der konkrete Anlass fehlte, etwas an der Situation zu ändern. Genau das änderte sich jedoch letztes Jahr – und somit zu aktuellen…

KAMERA-AUSWAHL

Im Herbst 2015 hatte ich die einmalige Gelegenheit, nach Albuquerque, New Mexico zu reisen. Dort gab es gleich zwei Anlässe zum Fotografieren: zum einen die Albuquerque Balloon Fiesta mit rund 550 Heißluftballons – und zum anderen den Sternenhimmel. Abseits von Albuquerque, am Rande der Wüste und auf rund 2.400 Metern Höhe, ergibt sich ein atemberaubender Blick auf die Milchstraße. So fragte ich mich: Wie fotografiert man das richtig? Und was will ich sonst noch alles fotografieren? Also habe ich mir eine Liste geschrieben:

  • Interessiert mich vor allem („must have“): Landschaften / Städte (inkl. Dämmerung/-Nachtaufnahmen), Makros, Sternenhimmel und Mond, Innenaufnahmen auch in eher dunklen Räumen (z.B. Lokschuppen Eisenbahnmuseum)
  • Interessiert mich mäßig („nice to have“): Bilder bei Veranstaltungen (Gruppenfotos), Videos filmen
  • Interessiert mich weniger (nicht relevant für die Auswahl): „klassische“ Portraits, Sport/Action, Vögel/Tiere

Dann habe ich das Internet angeworfen und wurde zunächst schier erschlagen von der Informationsflut. Zu der Zeit habe ich vor allem YouTube als wertvolle Informationsquelle entdeckt. Mein Verdacht, mit der guten alten E-510 dabei nicht mehr weit zu kommen, wurde schnell bestätigt. Also formuliert ich meine Auswahlkriterien für eine neue Kamera:

  • Möglichst große Auswahl von Objektiven
  • Gute Bedienbarkeit
  • Großes Display
  • Gute Bildqualität, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen
  • Verfügbares Zubehör, auch von Drittanbietern
  • Erschwinglichkeit – mein verfügbares Budget damals waren rund 1.500,- €

APS-C ODER VOLLFORMAT

Die erste Entscheidung, die es zu treffen galt, war die über das Kamerasystem. Bedingt durch den letzten Punkt auf meiner Liste schien Vollformat für mich damals außer Reichweite. Da ich mir von Anfang an mehr als ein Objektiv leisten können wollte, der Flexibilität wegen, habe ich mich schließlich für das kleinere (und erschwinglichere) APS-C Format entschieden. Das habe ich bis heute auch nicht bereut. Ob ich bei langfristigerer Planung nicht vielleicht doch zur Canon 6D gegriffen hätte – schwer zu sagen. Die Situationen, wo eine Vollformat-Kamera ihre Stärken gegenüber APS-C ausspielen kann – im Dunkeln, oder beim Freistellen von Motiven – machen bei meinen Fotos dann doch nur eine Minderheit aus.

CANON ODER NIKON (ODER SONY)

Sony hatte ich mir damals vor allem aufgrund des Themas Low-Light Performance angeschaut. Gerade die A7S machte zu der Zeit ja ordentlich Schlagzeilen in der Hinsicht. Die war preislich jedoch weit jenseits meines Horizonts, und bei den kleineren Modellen haben mich insbesondere Bedienbarkeit und Zubehör (Objektivauswahl) nicht überzeugt. Das hat sich inzwischen zwar gebessert, und ich gebe zu die A6500 ist eine durchaus interessante Kamera, nicht zuletzt durch den Bildstabilisator im Gehäuse (den ja auch meine gute alte E-510 schon hatte). Aber 1.700,- € Startpreis?

So habe ich länger zwischen Canon und Nikon geschwankt. Das ist in erster Linie eine Bauchentscheidung, denn die technischen Vor- und Nachteile beider Seiten halten sich in meinen Augen ziemlich die Waage. Mal liegt der eine leicht vorne, mal der andere. Hier der Sensor, da die Objektive. Ich habe mir in einigen Geschäften damals Kameras angeschaut, und danach stand für mich fest: Canon. Vor allem, weil ich mit deren Bedienung besser klargekommen bin. Auch der bessere Video-Autofokus spielte eine Rolle.

70D, 700D, 750D, 760D

Das waren die Modelle, die ich schließlich in die engere Auswahl genommen habe. Die 700D schied als erste aus; sie war vom Preis-Leistungsverhältnis her zwar sehr attraktiv, aber alle Berichte sagten übereinstimmend, dass der Qualitätssprung bei den Nachfolgern 750D/760D erheblich ist. Die kleinere Schwester der beiden, die 750D, war als nächste aus dem Rennen – die zusätzlichen Features der 760D, wie zum Beispiel das Schulterdisplay oder das zweite Einstellrad, waren mir den Aufpreis wert.

Somit blieb die Wahl zwischen der 70D und eben der 760D. Preislich und technisch waren sich die beiden damals recht nah. In verschiedenen Vergleichstests kam die 760D jedoch bei den Dingen die mich interessieren leicht besser weg – somit war die Entscheidung gefallen.

Und ich bin bis heute glücklich damit! Die Kamera liegt gut in der Hand, ist einfach zu bedienen und bietet gerade mit dem dreh- und schwenkbaren Touch-Display oder der Fernsteuerung per WLAN einen sehr guten Funktionsumfang. Das Wichtigste: ich bin mit der Bildqualität mehr als zufrieden. Ich würde diese Entscheidung unter der damals gegebenen Auswahl auch heute wieder so treffen.

Dazu kommt, dass ich inzwischen eine Auswahl an Objektiven habe, mit denen ich alle meine oben genannten Interessen gut abdecken kann. Welche Objektive das im Einzelnen sind, darauf werde ich hier in weiteren Posts unter der Überschrift „Meine Ausrüstung“ noch eingehen.

UND HEUTE…?

Was mich betrifft, so hat sich für mich seither eigentlich nur eine Randbedingung entscheidend geändert, und das ist die Kameraauswahl. Denn seit rund einem halben Jahr gibt es die Canon 80D, die technisch nochmal eine Schippe drauflegt – vor allem beim Thema Autofokus – und deutlich mehr Funktionen bietet als die 760D. Ein halbes Jahr nach Markteinführung ist der Preis der 80D inzwischen um ein gutes Drittel und somit auf ein akzeptables Niveau gefallen. Zukünftiges Upgrade nicht ausgeschlossen.

WAS IST JETZT RICHTIG FÜR EUCH?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Welche Kamera die beste für Euch ist, hängt immer davon ab, was Ihr damit machen wollt. Deswegen: macht Euch Listen. Schreibt Euch auf, was Euch interessiert, was Ihr fotografieren wollt – jetzt und in den nächsten Jahren. Denn ein Kamerakauf ist ja in der Regel eine längerfristige Entscheidung. Welche Punkte sind Euch an der Kamera selbst wichtig? Welches Budget habt Ihr? Dabei auch immer die Möglichkeit im Auge behalten, sich eine gebrauchte Kamera zu kaufen. Bei einigen Objektiven habe ich das gemacht, und so eine Menge Geld gespart, ohne Abstriche bei der Qualität.

Bei den Links unten habe ich Euch noch die Überlegungen einiger bekannter Fotografen zum Thema Kameraauswahl verlinkt. Schaut sie euch an – und werft dabei immer wieder einen Blick auf Eure Listen.


FAZIT

Empfehlung: Unter der damals gegebenen Auswahl würde ich mich jederzeit wieder für die Canon 760D entscheiden. Aus heutiger Sicht (Oktober 2016) bevorzuge ich ganz klar die Canon 80D. Wer mit Nikon besser zurecht kommt, sollte sich die D7200 anschauen.

Was ich gelernt habe: Es gibt nicht „die eine beste Kamera“ – man muss sich in erster Linie fragen: Was will ich damit fotografieren? Es gibt für viele Anwendungen Kameras, die speziell dafür ausgelegt sind – ihre (teuren) Stärken dann aber auch nur dort ausspielen können. Für mich passt eben am besten ein Allrounder.


LINKS

LINKS AUF ENGLISCH:

Bildnachweis: Titelbild (Canon 760D), Olympus E-510: eigene Aufnahmen

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