Buchempfehlung: Stephan Wiesner – Landschaftsfotografie Tutorial

Stephan Wiesner: Landschaftsfotografie - Tutorial (Buch)

Hallo zusammen.

Allen, die an der Stelle schmunzeln, brauche ich eigentlich nicht mehr viel zu erzählen. Denn dann kennt Ihr Stephan, wie ich, durch seinen YouTube-Kanal, auf den ich im Laufe der Zeit hier noch öfter su sprechen kommen werde. Aber nun zum Buch.

RAUSGEHEN. AUSPROBIEREN.

Das ist mit das Wichtigste, was das Buch vermittelt: Landschaftsfotos entstehen nicht durchs Lesen auf dem Sofa. Stephan weckt die Lust am Rausgehen und nimmt einen regelrecht mit. Es wird nicht nur Theorie vermittelt; sondern das Buch bietet vor allem eigene Erlebnisberichte und Lernerfahrungen. Das beinhaltet das Lernen aus eigenen Fehlern. Stephan ist nicht der „unnahbare Experte“, sondern lässt den Leser augenzwinkernd und selbstkritisch an den eigenen Abenteuern teilhaben. Dadurch wirkt es sehr lebendig und vor allem authentisch; es wird anschaulich beschrieben warum bestimmte Dinge so Sinn machen, wie sie vermittelt werden, und anders eben vielleicht nicht.

Und das ist es, was dieses Bauch aus der breiten Masse heraushebt: der Schreibstil – er folgt seiner angenehmen, aus den YouTube-Videos bekannten Art. Und wer seinen Kanal kennt, wird beim Lesen unweigerlich seine Stimme im Ohr haben.

Rein technisch gesehen erfindet Stephan das Thema Landschaftsfotografie dabei nicht neu. Stephan geht natürlich auch auf die Grundlagen zu Bildaufbau, Blende, Belichtung, Fokussierung etc. ein. Aber er bindet sie praxisnah in seine Erzählungen ein und verliert sich so nicht in grauer Theorie.

In erster Linie ist es tatsächlich ein Praxis-Buch: es inspiriert, regt zum Nachdenken an und beinhaltet eine ganze Reihe von „Hausaufgaben“ – die eigentlich „Rausaufgaben“ heißen müssten. Dazu gehört die Erkenntnis: Beeindruckende Bilder und Bequemlichkeit gehen selten zusammen. So etwas erfordert Planung, frühes Aufstehen (oder spätes Schlafengehen, gelegentlich beides), und gerne auch mal wetterfeste Kleidung. Und das ist das Wesentliche: weder (Kamera-)Ausrüstung noch Wohnort zählen als Ausrede. Zu sehen gibt es überall etwas. Und so gibt es auch für das „wo“ und „wann“ die passenden Tipps.

Somit wächst die Erkenntnis, dass das Wesentliche gar nicht so sehr das Drücken des Auslösers ist – sondern die Vorbereitung und die Planung. Insbesondere sich mal eingehend Gedanken darüber zu machen: Was will ich eigentlich fotografieren? Welche Geschichte will ich erzählen, welche Stimmung rüberbringen? Viele dieser Überlegungen treffen nicht nur auf Landschaften zu, sondern lassen sich auf viele andere Motive übertragen – somit reicht das Buch in meinen Augen weit über das eigentliche Kernthema hinaus.

Ich hatte beim Lesen jedenfalls ständig das Gefühl, Stephan schaut mir über die Schulter und sagt: So, und jetzt: machen. Man bekommt auf angenehme Weise ein schlechtes Gewissen. Immerhin: einige Punkte auf meiner Fotowand sind schon abgehakt.


FAZIT

Empfehlung: Absolute Kaufempfehlung.

Was ich gelernt habe: Das Bild entsteht nicht in der Kamera, sondern im Kopf dahinter. Ideen sammeln, planen, und dann eben: rausgehen und ausprobieren. Sich merken was klappt, und – wichtiger noch – sich merken was nicht klappt, und warum.


LINKS

Titelbild: Buchtitel; Quelle: http://stephanwiesner.de

YouTube-Empfehlung: DigitalRevTV

DigitalRevTV

Der YouTube-Kanal „DigitalRevTV“ ist mit rund 1,8 Millionen Abonnenten wohl die größte Fotografie-Show im Internet. Dahinter steckt eine ganze Gruppe von Leuten. Im Wesentlichen werden die Videos von Kai und Lok aus Hong Kong präsentiert, die allerhand Themen rund ums Fotografieren behandeln und sich dabei selber nicht all zu ernst nehmen. Dieser Punkt ist leider Segen und Fluch gleichermaßen: Zum Einen macht es genau den Reiz des Kanals aus, dass die Videos nicht nur knochentrockene technischen Daten aneinander reihen und dadurch recht kurzweilig sind; andererseits kommt der eigentliche Informationsgehalt dadurch gelegentlich auch mal zu kurz oder es gleitet Richtung Klamauk ab. Da die beiden wie gesagt aus Hong Kong kommen, sind die Videos alle auf Englisch – aber es ist „British English“ und sehr gut zu verstehen.

Es gibt dort unter anderem eine ganze Reihe Testberichte zu Kameras und Objektiven; diese geben jedoch im Vergleich zu dem, was andere Kanäle zu bieten haben, vergleichsweise wenig her. Ich schaue sie gelegentlich trotzdem, aber tatsächlich in erster Linie des Unterhaltungswertes wegen. Dafür gibt es andere Rubriken, die durchaus lohnenswert sind.

PLAYLIST – EMPFEHLUNGEN

  • „How To“ Videos: Hier finden sich inzwischen fast 100 Videos mit allerhand kreativen Ideen: Was kann man machen, wenn man bei schlechtem Wetter zu Hause festsitzt? Wie fotografiert man Rauch? Oder Wasser? Welche Spielereien kann man mit unscharfen Hintergründen oder Lightpainting machen? Einfach mal durchklicken; da sind ein paar echt coole Ideen dabei – einige davon werde ich bei Gelegenheit sicher auch mal selber ausprobieren.
  • „Pro Photographer, Cheap Camera“: Wie der Name schon sagt, hier bekommt ein namhafter Profi-Fotograf eine „billige“ Kamera in die Hand gedrückt und dann eine zu erfüllende Aufgabe gestellt. Wobei „billig“ hier alles mögliche sein kann: teils sind es einfach uralte Kameras, teils sind es tatsächlich Spielzeugkameras – allen gemein ist jedoch, dass im Vergleich zu dem was heute üblich ist die technischen Möglichkeiten deutlich eingeschränkt sind. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, was für fantastische Bilder dann doch dabei heraus kommen!

UPDATE DEZEMBER 2016

Ende 2016 haben, innerhalb weniger Tage, sowohl Kai als auch Lok DigitalRevTV verlassen. Nach dem Weggang der beiden bisherigen Hauptakteuren – Kai vor der Kamera, Lok dahinter – ist nun keiner der ursprünglichen Gründer des Kanals mehr dabei. DigitalRevTV macht in neuer Besetzung weiter, gemacht von Leuten die auch früher schon dabei waren, wenn auch eher in zweiter Reihe. Man darf gespannt sein, was die sich so ausdenken.

Und auch Kai und Lok machen weiter. Kai hat inzwischen seinen eigenen YouTube-Kanal auf dem er weiter unterhaltsame Kamera-Reviews posted. Innerhalb von drei Wochen hat er es schon auf 200.000 Follower gebracht. Lok scheint noch unentschlossen; vielleicht tun sich die beiden ja wieder zusammen…


FAZIT

Empfehlung: Sehr interessante Anregungen; insgesamt eher eine Seite zum Stöbern. Keine zwingende Empfehlung.

Was ich gelernt habe: Für wirklich tolle Bilder ist die Kamera zweitrangig. Man braucht die Idee, und das Auge für das Motiv. Anregungen gibt es hier dafür einige.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

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