Meine Ausrüstung: Die Weiße Lady – Canon EF 70-200 mm f/2.8 L USM

Canon EF 70-200mm ƒ/2.8 L USM an der Canon 760D

Auf der Suche nach einem offenblendigen Zoom-Objektiv für Portraits und andere Gelegenheiten, bei denen die Kombination aus langer Brennweite und hoher Lichtstärke nützlich ist, hatte ich kurz vor Weihnachten 2016 das Sigma A 50-100 mm ƒ/1.8 ausgeliehen und ausprobiert. Das Objektiv war von der Bildqualität her überragend, aber ich wollte auf jeden Fall auch noch eines der klassischen 70-200 mm Objektive zum Vergleich testen.

Diese Möglichkeit ergab sich nun dadurch, dass ein befreundeter Fotograf ein solches Objektiv – gebraucht, aber in perfektem Zustand – verkaufte. Bei dieser Gelegenheit habe ich direkt zugegriffen und konnte inzwischen einige Erfahrungen damit sammeln.

CANON EF 70-200 mm ƒ/2.8 L USM

Es handelt sich dabei um die Ursprungsvariante des Objektivs ohne Bildstabilisator, die Canon seit 1995 ununterbrochen herstellt. Man erhält es aktuell (August 2017) neu für ca. 1.200,- €; gebraucht wird es je nach Zustand zwischen 600,- € und 800,- € gehandelt. Canon hat zwischenzeitlich zwei Nachfolgemodelle herausgebracht, beide mit Bildstabilisator. Während das erste einige Schwächen bei der Bildqualität offenbarte, gilt das aktuelle EF 70-200 mm ƒ/2.8 L IS ii USM als das Maß der Dinge für diese Objektivklasse. Alternativen gibt es von Sigma und Tamron; insbesondere das neue Tamron SP 70-200 mm ƒ/2.8 Di VC USD G2 hat viel Aufmerksamkeit erregt.

Diese Objektive sind alle für die Verwendung an Vollformat-Kameras konstruiert, wo sie ihre Stärken voll ausspielen können. Das heißt natürlich auch, dass sie vergleichsweise groß und schwer sind. Das kompakte Gehäuse meiner 760D machte einen etwas verlorenen Eindruck, wie es da so am Objektivanschluss hing…

AUSSTATTUNG

Mit dem ‚L‘ bezeichnet Canon seit den 1970er Jahren Objektive, in denen besondere Techniken zum Einsatz kommen, die für geringe Verzerrung, große Bildschärfe und hohe Farbtreue sorgen. Seither hat sich das ‚L‘ zum Synonym für hochwertige Profi-Objektiv entwickelt. Besonders auffällig ist dabei die weiße Farbgebung bei den Objektiven mit langer Brennweite. Da diese primär für die Sport- und Wildtierfotografie gedacht sind, mithin draußen genutzt werden, soll das übermäßige Erhitzung bei starker Sonneneinstrahlung vermeiden.

Für den harten Alltagseinsatz gedacht, ist das Objektiv entsprechend robust gebaut. Das Gehäuse ist komplett aus Metall gefertigt, was mit einem Gewicht von rund 1,3 kg einhergeht, aber auch einen entsprechend stabilen Eindruck vermittelt. Die Ursprungsversion ist allerdings noch nicht wetterfest. Natürlich gehört in dieser Größenklasse eine stabile und verstellbare Stativschelle dazu.

Schalter gibt es zwei Stück: einen für den Autofokus, wobei manuelles Eingreifen in den Fokus jederzeit möglich ist, und einen, um den Fokusbereich einzugrenzen. Es kann zwischen den Bereichen 1,5m – ∞ und 3m – ∞ gewählt werden, wobei ich den Schalter immer auf der ersten Einstellung gelassen habe.

Canon 70-200mm ƒ/2.8 L mit Objektivtasche
Canon EF 70-200mm ƒ/2.8 L USM mit Objektivtasche

Vervollständigt wird das Erscheinungsbild durch die der langen Brennweite entsprechend tiefe Gegenlichtblende. Außerdem gehört noch eine gepolsterte Objektivtasche mit Gürtelschlaufe und Umhängegurt dazu. Das Objektiv ist meinem Empfinden nach eindeutig zu schwer, um es noch am Gürtel zu tragen. Aber mit der Tasche ist es auch beim Transport im Rucksack gut geschützt.

EINSATZ UND ERGEBNISSE

Ein 70-200 mm mit Blende ƒ/2.8 ist der Klassiker zum Fotografieren auf Veranstaltungen und Feiern. Der Zoom gibt einem die nötige Flexibilität, um Personen in ständig wechselnden Entfernungen einzufangen; gleichzeitig erlaubt es die große Offenblende stets, das Motiv vom Hintergrund abzuheben. Wer eine Vollformatkamera besitzt und öfters bei solchen Gelegenheiten fotografiert, für den führt eigentlich kein Weg an einem solchen Objektiv vorbei.

Dass bei diesem Objektiv der Bildstabilisator fehlt, hat mich tatsächlich nie gestört. Dieser verringert das Risiko, dass Bilder unscharf werden, weil man beim Fotografieren mit längeren Verschlusszeiten gewackelt hat. Wenn man Menschen fotografiert, besonders auf Feiern wo erzählt und gelacht wird, treten Unschärfen im Bild allerdings in erster Linie dadurch auf, dass die Leute sich bewegen. Aus diesem Grund muss man die Belichtungszeit eh recht kurz halten. Ich persönlich halte mich an 1/100 Sekunde als Richtwert; in Ausnahmefällen geht auch mal 1/60. Bei den Fotos, die ich am Ende aussortiert habe, war das Verhältnis Bewegungsunschärfe zu Kamerawackeln etwa 9:1.

Für mich mit meiner APS-C Kamera zeigten sich aber auch einige Nachteile. Bei einem Formatfaktor von 1,6 entsprechen die 70 mm am kurzen Ende schon dem Bildausschnitt bei 110 mm an einer Vollformatkamera – und damit kommt man in geschlossenen Räumen kaum noch weit genug weg, um den gewünschten Bildausschnitt einzufangen. Außerdem wird durch den kleineren Sensor mit Blende ƒ/2.8 der Hintergrund natürlich nicht so weichgezeichnet wie beim gleichen Bildausschnitt am Vollformat. Damit ergeben sich gerade bei den zwei Punkten, die eigentlich die Stärken des Objektivs sind, deutliche Abstriche.

VERGLEICH MIT DEM SIGMA 50-100 mm ƒ/1.8

Für eine direkte Gegenüberstellung des Vollformat-Objektivs Canon 70-200 mm ƒ/2.8 L mit dem speziell für APS-C Kameras gedachten Sigma 50-100 mm ƒ/1.8 Art durfte ich wieder einmal in die Schatzkiste meiner Frau greifen. Die Puppe mit dem Kinderkleid war ca. vier Meter von der Kamera entfernt; der Busch im Hintergrund weitere sieben Meter dahinter. Alle Bilder wurden mit der Canon 760D auf einem Stativ aufgenommen; die Fotos zeigen jeweils den vollen Bildausschnitt.

Zum Vergleich die beiden folgenden Bilderreihen mit den Brennweiten, die beide Objektive abdecken: 70 mm und 100 mm. Ich habe mit jeweils ein Bild bei ƒ/2.8 aufgenommen und mit dem Sigma ein weiteres bei ƒ/1.8. Wie zu erwarten, sind die Bilder bei gleichen Einstellungen praktisch identisch. Bei dem Bild mit ƒ/1.8 sieht man dafür den deutlichen unschärferen Hintergrund, den die offenere Blende des Sigma liefert.

Vergleich Sigma 50-100 mm und Canon 70-200 mm bei 70 mm
Vergleich Sigma 50-100 mm und Canon 70-200 mm bei 70 mm

 

Vergleich Sigma 50-100 mm und Canon 70-200 mm bei 100 mm
Vergleich Sigma 50-100 mm und Canon 70-200 mm bei 100 mm

Zum Abschluss noch ein Vergleich der Brennweiten, die jeweils nur ein Objektiv unterstützt: 50 mm bzw. 200 mm. Der Unterschied ist natürlich vor allem bei 200 mm extrem. An einer APS-C Kamera ist diese Brennweite aber nur im Freien – oder wirklich großen Räumen – sinnvoll nutzbar. Hier bevorzuge ich eindeutig den Bereich, den das Sigma abdeckt. 50 mm, das entspricht dem Bildausschnitt bei 80 mm am Vollformat. Damit sind auf deutlich kürzere Entfernungen schon schöne Aufnahmen möglich, und man kommt so auch in engen Räumen wie einem Restaurant zurecht. Für mich ist das der deutlich häufigere Anwendungsfall. Zumal mir die große Offenblende auch noch bessere Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglicht.

Vergleich Sigma 50-100 mm bei 50 mm und Sigma 70-200 mm bei 200 mm
Vergleich Sigma 50-100 mm bei 50 mm und Sigma 70-200 mm bei 200 mm

ALTERNATIVEN

Da das 70-200 mm ƒ/2.8 ein absoluter Klassiker für Event-Fotografen ist, wird es auch von praktisch allen namhaften Herstellern angeboten. Für Canon-Kameras gibt es außer den beiden hauseigenen Objektiven (das „L USM“ ohne, und das „L IS ii USM“ mit Bildstabilisator) noch die Alternativen von Tamron („SP Di VC USD G2“) und Sigma („EX DG OS HSM“). Das Sigma ist das günstigste der vier, kann aber, wenn man den Reviews im Internet glaubt, mit den anderen nicht mehr mithalten. Dasselbe gilt für das ältere Vorgängermodell von Tamrons aktuellem „G2“.

Wer sich für so ein Objektiv interessiert, für den läuft es derzeit auf eine Entscheidung zwischen dem Canon „L IS ii“ und dem Tamron „G2“ hinaus. Das zweite kostet neu so viel wie das erste gebraucht. Von der Bildqualität her scheint es praktisch keine Unterschiede zu geben; dem Tamron wird aber deutliches „focus breathing“ angekreidet. Das heißt, dass sich bei kurzen Entfernungen zum Motiv die tatsächliche Brennweite verkürzt, was auf Kosten des Bokeh geht. Dazu gibt es viele sehr lange Diskussionen im Netz; wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich die (englischen) Videos von Dustin Abbott zu dem Thema. Vom Neupreis her bietet das Tamron aber auf jeden Fall das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man auf die vollen 200 mm bei kurzem Motivabstand nicht zwingend angewiesen ist.


FAZIT

Empfehlung: Ich habe mich gerade aus verschiedenen Gründen dafür entschieden, bei APS-C zu bleiben. Daher habe ich das 70-200er nun wieder verkauft und mir stattdessen das bereits getestete Sigma 50-100 mm ƒ/1.8 zugelegt. Das deckt einen für mich viel besser nutzbaren Brennweitenbereich ab und lässt zudem deutlich mehr Licht auf den Sensor.

Wer eine Vollformat-Kamera besitzt, oder den längeren Brennweiten-Bereich bevorzugt, der bekommt mit dem alten Canon L USM ohne Bildstabilisator ein robustes und sehr leistungsstarkes Objektiv. Da es nahezu unverwüstlich ist, kann man es guten Gewissens zu einem günstigen Preis gebraucht kaufen.

Was ich gelernt habe: Nur, weil jeder sagt, „das Objektiv ist ein Muss“ oder „weil jeder Profi das hat“, heißt das noch lange nicht, dass es auch das Richtige für mich ist. Ich war jedenfalls froh über die Gelegenheit, beide Objektive (Sigma 50-100 und Canon 70-200) ausgiebig selbst testen zu können. So konnte ich mich so für das entscheiden, das am besten zu meiner Art zu fotografieren passt.

Wer vor einer ähnlichen Entscheidung steht, sollte daher unbedingt die Möglichkeit nutzen, sich ein Objektiv mal für 1-2 Wochen zu leihen und auszuprobieren. Das bringt wesentlich mehr, als das dreiundzwanzigste Review im Internet anzuschauen. Natürlich kostet die Leihgebühr etwas, aber das ist deutlich weniger als man verliert, wenn man sich ein Objektiv kauft, dann merkt das es nicht das Richtige für einen ist und es wieder verkauft.


LINKS

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Es sind nicht sehr viele, da ich mit dem Objektiv überwiegend auf Feiern fotografiert habe und somit jeweils das Einverständnis aller abgebildeten Personen für die Veröffentlichung benötigt hätte.

Hmmm, lecker - Pfütze!

 

Scherben bringen Glück

 

Wer hat mein Leckerli?

 

Meine Ausrüstung: Zubehör von Peak Design

Canon 760D mit "Anchor Links" und Handschlaufe "Clutch" von Peak Design

Ich bin mit meiner Kamera relativ viel unterwegs – im Urlaub ist sie natürlich mit dabei, bei Ausflügen, oder auf Veranstaltungen. Da will ich sie schnell zur Hand haben, wenn ich sie brauche, aber den Rest der Zeit soll sie mir möglichst wenig im Weg sein. Was mich dabei bislang am meisten gestört hat, ist der mitgelieferte Kameragurt. Den finde ich aus vielen Gründen enorm unpraktisch.

Man bekommt ihn zu jeder Spiegelreflex dazu: Den Gurt, der mit viel Fummelei durch die beiden Ösen links und rechts oben am Gehäuse durchgefädelt wird, und der jeden zur wandelnden Litfaßsäule für den Kamerahersteller macht. Damit kann man sich die Kamera wie einen Brustbeutel um den Hals hängen, wo sie dann bei jedem kräftigen Schritt hin- und her schaukelt. Oder man trägt den Gurt über die Schulter – aufgrund der Befestigung oben am Gehäuse zeigt das Objektiv dabei aber nach außen, so dass man leicht damit irgendwo anstößt. Und auch sonst ist der Gurt gerne mal im Weg, zum Beispiel, wenn man die Kamera auf einem Stativ verwendet. Die Befestigung des Gurtes ist aber zu umständlich, um ihn dauernd ab- und wieder dran zu machen. Der langen Rede kurzer Sinn: Ich nutze den Originalgurt nie.

Es gibt natürlich Alternativen, die ein besseres Tragen der Kamera ermöglichen. Viele davon werden am Stativgewinde befestigt, womit auch direkt klar ist, warum das unpraktisch ist: Will man ein Stativ benutzen, ist wieder Umbauen angesagt. Mir war klar: das muss besser gehen. Und siehe da, das geht auch besser. Ich stelle Euch hier das Zubehör vor das ich nutze, um Kamera und Objektive bei mir zu haben, wenn ich unterwegs bin.

PEAK DESIGN

Um es vorweg zu nehmen: Dieser Bericht ist in keiner Weise von Peak Design gesponsert oder sonst gefördert. Ich bin Anfang 2016 über eine Crowdfunding-Kampagne auf die Produkte aufmerksam geworden. Nachdem ich die ersten Sachen bestellt hatte, hat mich das Zubehör schnell überzeugt, denn ist gut durchdacht und qualitativ hochwertig. Daher sind inzwischen noch eine Reihe weiterer Accessoires dazugekommen.

BEFESTIGUNG: „ANCHOR LINK“ UND „PLATE“

Zentraler Baustein des Peak Design Zubehörs sind die „Anchor Links“ genannten Befestigungen. Das sind robuste Plättchen von der Größe eines „Vier Gewinnt“-Spielsteines mit einer Schlaufe daran. Diese lassen sich leicht durch die Ösen auf der Oberseite des Gehäuses fädeln. Für die Unterseite der Kamera gibt es spezielle Stativplatten mit Löchern am Rand, an denen sich bis zu vier Anchor Links befestigen lassen. An den Gurten und Handschlaufen finden sich dann die passenden Schnellverbinder, so dass man diese mit einem einzigen Handgriff an der Kamera befestigen und wieder lösen kann.

An der Stativplatte "Pro Plate" können bis zu vier "Anchor Links" befestigt werden
An der Stativplatte „Pro Plate“ können bis zu vier „Anchor Links“ befestigt werden – genug für Handschlaufe und Schultergurt

Die Stativplatten von Peak Design sind Arca Swiss-kompatibel und passen daher, auch mit angebrachten Anchor Links, problemlos auf viele Stative, wie zum Beispiel mein kleines Rollei „Compact Traveller“ Reisestativ. Die Stativplatte kann so einfach immer an der Kamera bleiben.

GURTE: „SLIDE“, „LEASH“ UND „CLUTCH“

Natürlich will ich meine Kamera auch mit einem Gurt tragen können – nur eben ohne die oben genannten Nachteile. Der „große“ Kameragurt von Peak Design heißt „Slide“. Er hat zu den Anchor Links passende Schnellverbinder, mittels derer er sich mit wenigen Handgriffen an der Kamera befestigen und auch genauso schnell wieder entfernen lässt. Meine bevorzugte Tragevariante ist folgende: Ich befestige den Gurt an der Öse rechts oben am Kameragehäuse und unten an der Stativplatte. Wenn ich den Gurt jetzt über der Schulter trage, hängt die Kamera mit dem Objektiv nach unten, statt nach außen. Mit einem Griff habe ich sie einsatzbereit in der Hand, ohne mich verrenken zu müssen. Zudem ist „Slide“ angenehm gepolstert, bietet auf einer Seite eine Anti-Rutsch-Beschichtung, und ist schnell und einfach mit einer Hand in der Länge verstellbar.

Peak Design "Sling" als Schultergurt
Peak Design „Sling“ als Schultergurt – die Kamera ist griffbereit; das Objektiv zeigt nach unten. Gut zu sehen sind die Schnellverbinder, in denen die Anchor Links einrasten.

Der Gurt lässt sich sehr angenehm tragen, aber durch die Polsterung nimmt er auch einigen Platz in der Tasche weg, wenn man ihn nicht nutzt. Dafür gibt es dann den „kleinen“ Gurt namens „Leash“. Der besteht einfach aus einem etwa daumenbreiten robusten Textilband und passt auch in eine kleine Hosentasche. Natürlich kann man ihn auch als Hals- oder Schultergurt nutzen; „Leash“ ist aber noch deutlich vielseitiger. Mithilfe eines weiteren Anchor Links in der Gurtmitte lässt sich das Band auch am Gürtel oder Rucksack befestigen und als Absturz- oder Diebstahlsicherung für die Kamera nutzen. So braucht man keine Angst zu haben, dass einem die Kamera ins Wasser fällt, wenn man von einer Brücke herunter fotografiert und im falschen Moment angerempelt wird.

Peak Design "Capture Clip" mit "Pro Pad". Die Kamera ist zusätzlich mit der "Leash" am Gürtel gesichert.
Peak Design „Capture Clip“ mit „Pro Pad“. Die Kamera ist zusätzlich mit der „Leash“ am Gürtel gesichert. Unten am Clip sieht man den roten Entriegelungsknopf

Tatsächlich nutze ich die Kamera die meiste Zeit nicht mit einem Gurt, sondern mit der Handschlaufe „Clutch“. Auch damit lässt sich die Kamera sicher halten und, dank Polsterung, bequem tragen. Die Schlaufe ist bei mir permanent an der Kamera, ohne dabei zu stören. Sie ist ausreichend groß, dass ich sie an meiner Canon 760D auch mit zusätzlichem Batteriegriff noch gut nutzen kann.

CLIPS: „CAPTURE“ UND „PRO PAD“

Wie eingangs erwähnt, will ich meine Kamera unterwegs griffbereit haben, aber sie soll mir eben auch nicht im Weg sein, wenn ich sie nicht brauche. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass sie nicht plötzlich nach vorne rutscht und irgendwo dagegen schlägt, wenn ich mich bücke. Wenn man die Kamera am Gurt über die Schulter trägt, kann das schnell mal passieren und ich habe schon sehr teure Objektive gesehen, die das nicht überlebt haben.

Für mich hat sich der Gürtelclip „Capture“ als ideale Lösung erwiesen, vor allem in Verbindung mit der „Pro Pad“ genannten Polsterung. An der rechten Hüfte am Gürtel befestigt, lässt sich die Kamera mit montierter Stativplatte mit einer Hand sicher im Clip einrasten, und genauso auch wieder mit einer Hand entriegeln und herausnehmen. So hat man die Hände frei, wenn man gerade nicht fotografiert, und die Kamera kommt auch keinem eventuell noch getragenen Rucksack in der Quere. Wobei sich der Clip genauso gut auch am Tragriemen eines Rucksacks oder Messenger Bags befestigen lässt. Sowohl für Stadtbummel als auch Wanderungen empfinde ich diese Lösung als äußerst angenehm.

Peak Design "Capture Clip" und "Pro Pad" halten die Canon 760D griffbereit. Außerdem an der Kamera: die Handschlaufe "Clutch"
Peak Design „Capture Clip“ und „Pro Pad“ halten die Canon 760D griffbereit. Außerdem an der Kamera: die Handschlaufe „Clutch“

Die Verriegelung des Clips arbeitet absolut zuverlässig. Wer trotzdem Bedenken hat: Der Entriegelungsknopf lässt sich sperren, indem man ihn um 90° dreht. Versehentliches (oder unbefugtes) Entriegeln kann so vermieden werden. Und wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der macht die Kamera zusätzlich noch mit der „Leash“ am Gürtel fest. Diese Möglichkeit nutze ich bei Wanderungen in unwegsamem Gelände, oder zum Beispiel in Paris, wo es leider sehr viele Taschendiebe gibt. So kann mir die Kamera auch niemand aus der Hand reißen.

FÜR OBJEKTIVE: „CAPTURE LENS“ UND „RANGE POUCH“

Die Kamera habe ich auf diese Weise griffbereit und sicher bei mir. Je nach den Gegebenheiten möchte man aber auch mehr als ein Objektiv zur Hand haben. Allerdings ist es bei Ausstellungen und Veranstaltungen oft nicht möglich, einen Rucksack oder eine größere Tasche mitzunehmen. Ich war an Pfingsten im Miniatur Wunderland in Hamburg. Dort wollte ich ein Weitwinkelobjektiv für die Landschaftsaufnahmen haben und ein Tele-/Makroobjektiv für die Details. Die Tasche musste aber im Schließfach bleiben.

Hier kam die „Capture Lens“-Halterung für Objektive zum Einsatz. Diese wird ebenfalls mit einem „Capture“-Clip am Gürtel festgemacht und besteht im Wesentlichen aus zwei gegenüberliegenden Objektivanschlüssen und einem Drehmechanismus. Das Befestigen und Entnehmen der Objektive funktioniert auf dieselbe Weise wie am Kameragehäuse. Man hält die Kamera in der rechten Hand und nimmt das aktuell verwendete Objektiv mit der linken Hand ab. Dieses wird auf den freien Anschluss oben am „Capture Lens“ gesteckt, und die Halterung dann um 180° gedreht. Dann kann man das zweite Objektiv entnehmen und an der Kamera anbringen. Auf diese Weise dauert der komplette Objektivwechsel, vom letzten Foto bis zum ersten mit der neuen Linse, weniger als zehn Sekunden. Vor allem erspart einem das riskante Manöver, bei denen man sich ein Objektiv unter den Arm klemmt oder sich mitten im Gedränge auf den Boden hockt. Da kann ein Rempler schnell teuer werden.

Peak Design "Capture Lens" mit dem Canon EF-S 55-250mm
Peak Design „Capture Lens“ mit dem Canon EF-S 55-250mm. Der rote Knopf an der Fassung dient zum Entriegeln des Objektivs

Einen Nachteil hat diese Lösung allerdings: Es sieht schon sehr nach „Wilder Westen“ aus, mit dem Objektiv links und der Kamera rechts am Gürtel, und ich musste mir bereits mehr als einen „Wir treffen uns um zwölf Uhr vor dem Saloon“-Witz anhören deswegen. Dafür habe ich schon etliche gute Fotos nicht verpasst, weil ich das richtige Objektiv schnell genug zur Hand hatte.

Eine zweite, weniger auffällige, Lösung ist die Objektivtasche „Range Pouch“, die es in drei verschiedenen Größen gibt. Ich habe die mittlere, in die alle meine Objektive (mit Ausnahme des 70-200er) reinpassen. Die Tasche ist wetterfest und gut gepolstert. Zum Tragen nutzt man entweder die Gürtelschlaufe an der Rückseite, oder man befestigt an den vormontierten Anchor Links einen „Slide“ oder „Leash“ als Schultergurt. Selbstverständlich lassen sich in dem Beutel nicht nur Objektive, sondern auch allerlei anderer nützlicher Kram unterbringen.

Peak Design "Range Pouch"
Peak Design „Range Pouch“, hier mit dem Sigma A 18-35 mm ƒ/1.8
Peak Design "Range Pouch"
Peak Design „Range Pouch“ mit rückseitiger Gürtelschlaufe und Anchor Links

TASCHEN

Es gibt Peak Design auch eine Reihe von Taschen: einen Rucksack, eine Tragetasche, eine kleine Umhängetasche und eine Messenger Bag. Ich habe keine davon, weil ich, um meinen Laptop oder die Kamera samt Zubehör irgendwohin mitzunehmen, bereits gute Taschen aus anderer Quelle habe.

Für die Peak Design Messenger Bag gibt es ein sehr gutes Review von Stephan Wiesner auf YouTube.


FAZIT

Empfehlung: Das gut durchdachte und hochwertige Zubehör von Peak Design kann ich uneingeschränkt empfehlen. Handschlaufe, Gürtelclip und der schnell abnehmbare Gurt haben es für mich sehr viel angenehmer gemacht, die Kamera auf Ausflüge und Veranstaltungen mitzunehmen. Falls Ihr Euch ebenfalls überlegt, Euch welche von den hier vorgestellten Sachen zu holen, dann werft einen Blick auf die angebotenen Bundles, mit denen sich etwas Geld sparen lässt.

Was ich gelernt habe:  Für jedes Problem gibt es gute Lösungen, auch für den Transport der Kamera. Gutes Zubehör ist nicht billig, aber das ist es mir auch wert – wenn man für Kamera plus Objektiv größere Summen investiert, dann sollte ein robuster und praktischer Gurt mehr 20 Euro kosten dürfen. Zumal zu erwarten ist, dass das Zubehör länger hält als die Kamera.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Der lange Arm des Sensors: Tamron 70-300 mm f/4-5.6

Tamron SP 70-300mm ƒ/4-5,6 Di VC USD an der Canon 760D

Als ich mich nach dem Umstieg auf meine Canon 760D mit den passenden Objektiven beschäftigt habe, war von Anfang klar, dass auch wieder ein Teleobjektiv zur Ausrüstung gehören sollte. Zwar nutze ich die langen Brennweiten eher selten, aber eben doch immer mal wieder. Daher war für mich vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend. Nach entsprechender Recherche kamen zwei Objektive in die engere Auswahl: Das Canon EF-S 55-250 mm ƒ/4-5.6 IS STM, auf das ich unten bei den Alternativen nochmal zu sprechen komme, und eben das Tamron, das ich Euch hier vorstellen möchte.

TAMRON SP 70-300 mm ƒ/4-5.6 DI VC USD

Nachdem es zwischen den beiden genannten Objektiven nach übereinstimmender Meinung vieler Reviews kaum Unterschiede in der Bildqualität gibt, war für mich letztlich die längere Brennweite des Tamron entscheidend. Da mein „Immerdrauf“ bereits den Bereich bis 70 mm abdeckt, konnte ich so mit dem Tamron nahtlos daran anschließen. 300 mm an einer Canon-Kamera mit APS-C Sensor liefern den gleichen Bildausschnitt wie 480 mm an einer Vollformat-Kamera. Damit kommt man, buchstäblich, ziemlich weit. Das war mir dann auch den höheren Preis im Vergleich zum Canon 55-250 wert. Neu kostet das Tamron aktuell (April 2017) um die 300,- Euro. Ich habe das Objektiv bei Ebay gebraucht, aber in sehr gutem Zustand, für ca. 180,- Euro gekauft. Auf der CP+ in Yokohama wurde die Tage übrigens ein Nachfolgemodell mit leichten Verbesserungen in Sachen Autofokus und Bildstabilisator angekündigt; es ist aber noch nicht klar, wann und zu welchem Preis das hier verfügbar sein wird.

Tamron SP 70-300mm ƒ/4-5,6 Di VC USD
Tamron SP 70-300 mm ƒ/4-5.6 Di VC USD

AUSSTATTUNG

Maßgeblich für die Charakterisierung des Objektivs sind die drei Abkürzungen am Ende der vollen Bezeichnung: „Di VC USD“. „Di“ besagt, dass es sich um ein Objektiv für Vollformat-Kameras handelt. Das passt natürlich auch auf APS-C Kameras; aber das bedeutet vor allem: Es ist groß! Insbesondere mit Gegenlichtblende und auf 300 mm ausgefahren erreicht es beeindruckende Ausmaße; aber auch in der Kameratasche nimmt es eine Menge Platz weg. Da überlegt man sich schon mal, ob man das wirklich mitnehmen will. Die große Gegenlichtblende gehört, genau wie die Objektivdeckel für Vorder- und Rückseite, zum Lieferumfang.

Hinter „VC“ verbirgt sich Vibration Control, so nennt Tamron seinen Bildstabilisator. Und der liefert beim 70-300 durchaus beeindruckende Ergebnisse, zumindest bei normalen Fotos. Videos habe ich mit dem Objektiv nie aufgenommen, da soll der Stabilisator jedoch zu nervösen Zuckungen neigen. Mehr dazu in den unten verlinkten Reviews. Ich habe mit dem Objektiv immer aus der Hand fotografiert und auch bei 300 mm waren nur selten verwackelte Bilder dabei.

„USD“ steht schließlich für „Ultrasonic Silent Drive“ und beschreibt den Autofokus-Motor. Der arbeitet ausreichend schnell und ist extrem leise. Generell ist der Autofokus beim Tamron 70-300 an meiner Canon 760D sehr treffsicher; nur bei 300 mm sucht er gelegentlich kurz, bis er den richtigen Punkt gefunden hat.

Schalter hat das Objektiv zwei Stück: einen für den Bildstabilisator und einen für den Autofokus. Dabei kann man auch bei aktiviertem AF jederzeit manuell in den Fokus eingreifen. Ein Reichweitenbegrenzer wie etwa beim Tamron 90 mm ƒ/2.8 Macro fehlt hier; allerdings ist die Naheinstellgrenze bei 1,5 Meter. Der Zoomring arbeitet stramm genug, dass man ihn einerseits gut bedienen kann; das Objektiv andererseits aber selbst mit Gegenlichtblende nicht von alleine ausfährt, wenn man die Kamera kopfüber trägt.

EINSATZ UND ERGEBNISSE

Ich habe das Objektiv tatsächlich in erster Linie dafür genutzt, weit entfernte Dinge zu fotografieren. Bei einem Mindestabstand von 1,5 Metern eignet es sich nur sehr bedingt für Nahaufnahmen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie die Beispielbilder unten zeigen. Für Portraits greife ich dann doch lieber zu einem Objektiv mit einer deutlich offeneren Blende, also dem 90 mm ƒ/2.8 oder dem 50 mm ƒ/1.8.

Das mit den weit entfernten Dingen kann das Tamron dafür richtig gut. Es ist klar, dass bei einem Zoom-Objektiv, das einen so großen Brennweitenbereich abdeckt, immer Kompromisse in der Optik eingegangen werden. Vor allem in dieser Preisklasse – schließlich kosten die Profi-Objektive in dieser Kategorie das sieben- bis achtfache. Daher mag es kaum überraschen, dass das Bild gerade bei 300 mm an einem APS-C Sensor nicht mehr gestochen scharf ist. Überraschend gut hat Tamron dafür die chromatische Aberration im Griff – die bunten Farbsäume an kontrastreichen Kanten halten sich sehr im Rahmen und lassen sich in der Nachbearbeitung leicht korrigieren.

Kurz gesagt: Mit der Bildqualität war ich durchweg immer sehr zufrieden.

Um Euch einen Eindruck zu vermitteln, hier mal ein kleiner extremer Test anhand von zwei Urlaubsfotos, aufgenommen letztes Jahr im Berchtesgadener Land. Zu sehen ist der Blick von einer Berghütte auf den rund sechs Kilometer entfernten Gipfel des Hochstaufen. Zunächst mal die Totale, fotografiert am Abend mit 90 mm Brennweite:

Alpenglühen: Hochstaufen im Abendrot
Alpenglühen: Totale des Hochstaufen im Abendrot

Am nächsten Vormittag wollte ich dann schauen, was das Tamron kann. Hier der volle Bildausschnitt, der sich von diesem Standort bei 300 mm an APS-C ergibt:

Der rund 6,5km entferne Gipfel des Hochlaufen - Voller Bildausschnitt bei 300mm
Gipfel des Hochstaufen aus rund 6 km Entfernung – Voller Bildausschnitt bei 300 mm

Die 760D hat einen 24 Megapixel Sensor, liefert also Bilder in der Größe 6.000 x 4.000 Pixel. Ich habe die Anzeige auf 100% gezoomt und dann Bereich in der Mitte um das Gipfelkreuz herausgeschnitten. Das Kreuz ist rund vier bis fünf Meter groß. Wären zur Zeit der Aufnahme Bergsteiger am Gipfel gewesen, hätte man sie deutlich sehen können. Sehr gut zu erkennen ist die goldene Verzierung am Kreuz; zum Vergleich gibt es eine Nahaufnahme des Gipfelkreuzes auf der Homepage von Klaus Isbaner.

Der rund 6,5km entferne Gipfel des Hochlaufen - 100% Vergrößerung aus der Bildmitte
Gipfel des Hochstaufen aus rund 6 km Entfernung – 100% Vergrößerung aus der Bildmitte

Vermutlich hätte man an einem sonnigen Tag (kürzere Verschlusszeit) und mit Stativ noch etwas mehr an Schärfe herausholen können. Aber wer hat schon immer perfekte Bedingungen beim Fotografieren? So liefern die Bilder einen, wie ich finde, repräsentativen Eindruck was das Objektiv zu leisten vermag. Weitere „alltagsnahe“ Beispielbilder findet Ihr unten am Ende des Beitrags.

ALTERNATIVEN

Wie eingangs schon erwähnt, ist der Hauptkonkurrent für das Tamron 70-300 mm, zumindest wenn man wie ich eine Canon-Kamera mit APS-C Sensor besitzt, dass Canon EF-S 55-250 mm IS STM. Da es speziell für die kleineren Kameras konstruiert ist, kann es auch um einiges kompakter sein. Zum Vergleich: Das Tamron hat die Maße (Durchmesser x Länge) 8,1 x 14,3 cm und wiegt 767 Gramm. Beim Canon sind es 7 x 11 cm, und es wiegt mit 375 Gramm gerade mal die Hälfte. Der Unterschied beim Packmaß liest sich nicht sonderlich beeindruckend, macht sich in der Praxis aber deutlich bemerkbar. Das Canon liegt beim Neupreis bei rund 180,- Euro; das Tamron bei 300,- Euro (April 2017). Von der Bildqualität her liegen beide Objektive auf einem Niveau.

Inzwischen habe ich mich dazu entschieden, mir ein klassisches 70-200 mm Objektiv mit durchgehender Blende ƒ/2.8 zuzulegen. Die größere Blende bietet deutlich mehr Spielraum bei schlechten Lichtverhältnissen (abends oder in Innenräumen), für kurze Verschlusszeiten bei Action-Fotos oder für unscharfe Hintergründe bei Portraits. Auch da gibt es verschiedene Objektive zur Auswahl, die aber alles eines gemeinsam haben: sie sind nochmal deutlich größer und schwerer als das Tamrom. Ein 70-200 ƒ/2.8 ist also sicher kein Objektiv zum immer dabeihaben; das werde ich nur ganz gezielt mitnehmen. Umso wichtiger ist es, eine leicht zu transportierende Alternative zu haben. Daher werde ich beim „Alltags-Tele“ jetzt vom Tamron auf das Canon umsteigen. Denn was nutzt einem ein Teleobjektiv, wenn man es nicht mitnimmt, weil es zu unhandlich ist?


FAZIT

Empfehlung: Das Tamron bietet für seinen Preis eine sehr gute Bildqualität und einen leistungsstarken Bildstabilisator. Wenn Ihr sowohl eine APS-C- als auch eine Vollformat-Kamera habt, oder in absehbarer Zeit umsteigen wollt, dann ist das Tamron der perfekte Allrounder, der Euch sicher eine Menge Spaß bringen wird. Wenn Ihr ausschließlich mit APS-C fotografiert und auf die letzten 50 mm Brennweite nicht zwingend angewiesen seid, dann rate ich Euch wegen des kleineren Packmaßes und des günstigeren Preises zum Canon EF-S 55-250 mm ƒ/4-5.6 IS STM. Von der gebotenen Leistung her sind beide Objektive ebenbürtig.

Was ich gelernt habe: Zum einen steigen mit der Zeit die Ansprüche – daher das angestrebte Upgrade in Richtung 70-200 mm ƒ/2.8. Zum anderen habe ich gemerkt, dass das Tamron aufgrund seiner Ausmaße auf Dauer doch etwas unpraktisch ist – es passt kaum in meine Kameratasche. Daher werde ich nun zum ersten Mal ein Objektiv wieder verkaufen. So oder so möchte ich in meiner Ausrüstung auf ein Teleobjektiv auf keinen Fall verzichten.


LINKS

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Welpe in Aktion
Welpe in Aktion – aus ausreichender Entfernung aufgenommen, hat der Hund genügen Platz um ungestört zu spielen. Im Gras sieht man sehr schön der Verlauf der Tiefenschärfe.

 

Kurze Spielpause
Kurze Spielpause – Die längeren Brennweiten eignen sich auch hervorragend für Portraits. Der Hund saß direkt am Feldrand, zudem ist bei 180 mm die maximale Blende nur noch ƒ/5.0;  daher ist der Hintergrund nicht komplett unscharf.

Die folgenden Beispielbilder sind aus dem Beitrag „Im Brennpunkt: der Perspektivenwechsel„:

Apfelblüte in der Morgensonne
Apfelblüte in der Morgensonne. Brennweite und Blende helfen hier, die Blüten im Vordergrund herauszustellen und gleichzeitig durch die unscharfen Blüten im Hintergrund zu zeigen, dass es nur ein Ast eines blühenden Baumes ist.

 

Fächer-Ahorn im Herbst
Fächer-Ahorn im Herbst. Wieder helfen das Teleobjektiv bei 300 mm und Blende ƒ/5,6, die Details nah heranzuholen und gleichzeitig die Bäume in Hintergrund zu einer gleichmäßigen gelben Fläche werden zu lassen.

 

Kirschblüten
Kirschblüten. Mit dem Teleobjektiv auf 300 mm kann man sich die Blüten von Nachbars Kirschbaum ganz nah heranholen. Bei Blende ƒ/5,6 werden die Bäume im Hintergrund unscharf genug, um nicht abzulenken.

Meine Ausrüstung: Kleine Welt ganz groß: Tamron 90mm f/2,8 Makro

Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC an der Canon 760D

Habt Ihr gewusst, dass die Augen von Schmetterlingen gepunktet sind? Für mich war es erstaunlich, das auf einem meiner eigenen Fotos zu sehen. Makros – oder Nahaufnahmen im Allgemeinen – haben mich schon immer gereizt, weil man sich darauf in Ruhe Details betrachten kann, die man sonst nicht zu sehen bekommen.

Schon für meine alten Kompaktkameras hatte ich Vorsatz-Linsen um damit z.B. nah an Blumen herangehen zu können. In Anbetracht von Können und Ausrüstung damals waren die Ergebnisse jedoch nicht sehr beeindruckend. Als ich im Herbst 2015 angefangen habe, mich eingehender mit Fotografie zu beschäftigen, bin ich auch schnell über viele Video-Tutorials zum Thema Makro-Fotografie gestolpert. Jetzt gibt es dafür technisch viele Möglichkeiten: die sogenannten „Extension Tubes“, die man zwischen Objektiv und Kamera setzt, oder Retroadapter, mit denen man ein Objektiv umgekehrt an der Kamera befestigen kann, sind gängige und preisgünstige Möglichkeiten für den Einstieg.

Ich wollte das Thema jedoch von Anfang an „richtig“ angehen und habe mich daher direkt nach einem echten Makro-Objektiv umgeschaut. Schließlich bin ich durch ein YouTube-Review von ValueTechTV auf das Tamron aufmerksam geworden und hatte dann das Glück, es für einen guten Preis gebraucht auf Ebay zu ergattern.

TAMRON SP 90mm ƒ/2,8 MAKRO DI VC

Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC
Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC

Dabei ist zu bedenken, dass Makro-Objektive nicht nur für Nahaufnahmen geeignet sind. Sie liefern in der Regel eine hervorragende Bildschärfe, und mit der Offenblende von ƒ/2,8 eignen sie sich auch hervorragend für Portraits. Man bekommt das Tamron, in der Ausführung in der ich es habe (Modellnr. F004), aktuell (Feb. 2017) zwischen 350,- und 400,- Euro auf Ebay oder Amazon. Seit 2016 gibt es das Nachfolgemodell (Modellnr. F017), das neben einem neuen Design außen auch einige Verbesserungen in der Optik mit sich bringt, sofern man den Testberichten glaubt. Dieses kostet allerdings momentan zwischen 650,- und 700,- Euro. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist das alte Modell meiner Meinung nach unschlagbar, und es hat sich bei mir bestens bewährt.

AUSSTATTUNG

Das Objektiv liegt von Größe und Gewicht her im mittleren Bereich. Allein wiegt es rund 600g, zusammen mit meiner 760D 1.200g. Das lässt sich bequem tragen und wenn nötig, wie unten beschrieben, auch gut in einer Hand halten. Zum Lieferumfang gehören Deckel für Vorder- und Rückseite sowie eine Gegenlichtblende. Der Autofokus arbeitet recht fix, und lässt sich zudem auf drei verschiedene Bereiche einschränken: 0,3-0,5m, 0,5m-∞ und voller Bereich. So kann man bei der „Jagd“ auf Insekten verhindern, dass die Kamera den vollen Fokusbereich durchsucht und spart so wertvolle Zeit. Natürlich hat das Objektiv auch einen Bildstabilisator, der gute Ergebnisse liefert. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass im extremen Nahbereich andere Regeln gelten was die Verwacklungsfreiheit von Fotos angeht.

EINSATZ UND ERGEBNISSE

Die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Makrofotografie sind sehr vielseitig. Eines braucht man dabei immer, und das ist: sehr viel Licht. Im Nahbereich muss man, wenn man aus der Hand fotografiert, die Verschlusszeiten möglichst kurzhalten, um Verwackelungen im Bild zu vermeiden. Auch der Bildstabilisator hilft bei kurzen Entfernungen nur sehr bedingt – selbst bei 1/100 Sekunde sind einige verwackelte Aufnahmen nichts Ungewöhnliches. Wenn die Sonne scheint, schnapp ich mir einfach die Kamera und das Objektiv und gehe raus auf Motivsuche. So sind zum Beispiel die Fotos der Eiskristalle oder des mit Raureif überzogenen Ahorn-Samens entstanden. Während das grelle Licht der Mittagssonne für Landschafts- und Portraitaufnahmen kaum geeignet ist, wegen der starken Kontraste und harten Schatten, ist genau das für Makrofotos nahezu ideal, da es auch feine Strukturen zur Geltung bringt.

Mangelt es an der Sonne, nehme ich den Blitz zur Hilfe – entweder einen Makroblitz, der vorne ans Objektiv geschraubt wird, oder einen normalen Aufsteckblitz. Diesen halte ich dann in der linken Hand, und richte ihn passend auf mein Motiv. Ausgelöst wird er per Kabel oder Funkauslöser. Das Handhaben des Aufsteckbitzes ist zwar etwas umständlicher, gerade auch weil man dann die Kamera mit einer Hand halten und bedienen muss, aber so hat man größere Freiheiten beim Setzen des Lichts. Die Fotos von Schmetterling und Hummel unten bei den Beispielbildern sind mir so geglückt.

Klar ist auch, dass gerade die „Jagd“ auf sich bewegende Motive wie Insekten viel Geduld erfordert. Die kleinen Biester sind verdammt schnell, und wer mal versucht eine ruhig auf einer Blüte sitzende Hummel zu fotografieren der weiß auch wo die Redewendung „Hummeln im Hintern haben“ herkommt. Ich habe an einem Wochenende gut und gerne 500 Bilder an unserem Lavendelbusch gemacht – und am Ende zehn davon behalten.

Schließlich bleibt noch die Möglichkeit, Kamera und Blitz fest zu positionieren und das Motiv der Wahl zu sich zu holen. Die Pusteblume habe ich in eine kleine Vase geklemmt und dann stückweise fotografiert. Da im Nahbereich die Schärfentiefe nicht mehr ausreicht, um die ganze Blüte in einem Bild durchgehend scharf abzubilden, habe ich mehrere Aufnahmen gemacht, die auf verschiedene Bereiche der Pusteblume fokussiert waren – vorne, Mitte, hinten – und diese dann in Photoshop zu einem Bild kombiniert („focus stacking“).

Die Suche nach den kleinen Dingen, oder die Bastelei beim Focus Stacking, bereitet mir eine Menge Spaß und der Ergebnisse erstaunen mich immer wieder aufs Neue. Die hervorragende Bildqualität, die das Tamron liefert, trägt natürlich ihren Teil dazu bei.

ZUBEHÖR

Im Laufe des letzten Jahres habe ich mir noch einiges an Zubehör für die Makro-Fotografie geholt: einen Makro-Blitz, einen Schlitten fürs Stativ, ein Kabel für den Blitz und eine Vorsatzlinse für noch nähere Aufnahmen. Darüber werde ich bei Gelegenheit noch mehr schreiben, gerade wo jetzt im beginnenden Frühjahr auch die Anzahl möglicher Motive wieder stark ansteigt.


FAZIT

Empfehlung: Jedem, der sich mit Makro-Fotografie näher beschäftigen will, kann ich das Tamron sehr empfehlen. Das alte Modell (F004) liefert sehr gute Ergebnisse und ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis her praktisch unschlagbar.

Was ich gelernt habe: Makro-Fotografie macht richtig Spaß! Egal ob man draußen auf die Jagd nach Insekten, Blüten oder anderen Details geht, oder ob man sich seine Motive nach Hause holt und dort dann ganz gezielt ins Visier nimmt – anschließend auf dem Bildschirm die vielen Feinheiten in groß zu sehen ruft immer wieder Erstaunen hervor. So habe ich zum Beispiel gelernt, dass Schmetterlingsaugen gepunktet sind…


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Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Pusteblume - aus neun Einzelbildern durch "Focus Stacking" zusammengesetzte Aufnahme
Pusteblume – aus neun Einzelbildern durch „Focus Stacking“ zusammengesetzte Aufnahme

 

Schmetterling auf Lavendelblüte
Schmetterling auf Lavendelblüte

 

Hummel auf Lavendelblüte
Hummel auf Lavendelblüte

 

Ahorn-Samen mit Raureif in der Morgensonne
Ahorn-Samen mit Raureif in der Morgensonne

 

Eiskristall auf dem Autodach an einem frostigen Januarmorgen
Eiskristall auf dem Autodach an einem frostigen Januarmorgen

Meine Ausrüstung: Aufgefrischt – SSD im MacBook Pro

Geschafft: Die SSD an ihrem neuen Platz

Seit fast sechs Jahren ist mein MacBook Pro Modell „Late 2011“ nun mein treuer Begleiter wenn ich unterwegs bin. Ich hatte das Gerät bewusst mit einer – für die damalige Zeit – üppigen Ausstattung gewählt. Ich wollte anspruchsvolle Software gut nutzen können sowie eine über viele Jahre hinweg ausreichend leistungsfähige Hardware haben. Mit dieser Strategie bin ich bislang bestens gefahren; mein Hauptrechner ist ein iMac Modell „Mid 2010“, der sicher noch eine ganze Weile gute Dienste leisten wird. Die Mehrkosten bei der Anschaffung im Vergleich zum PC haben sich über die lange Lebensdauer inzwischen mehr als ausgeglichen – viele Freunde und Kollegen haben in der Zeit bereits ihren zweiten oder gar dritten Rechner gekauft…

In einem Punkt hat das MacBook Pro dann aber über die Jahre doch merklich nachgelassen, und das ist Geschwindigkeit. Das betrifft in erster Linie das Hochfahren des Rechners und das Starten der Programme. Läuft die Software erstmal, gibt es kaum Grund zur Klage. Im Gespräch mit Freunden war hier bald die Festplatte als Flaschenhals ausgemacht. Diese Vermutung wurde auch gestützt von der Beobachtung, dass mein iMac, obwohl über ein Jahr älter, noch deutlich flotter unterwegs ist – der hat allerdings schon ab Werk eine (kleine) SSD für das Betriebssystem eingebaut.

DER UMBAU: HDD RAUS, SSD REIN

Die Vorteile der Solid State Disk (SSD) gegenüber der klassischen Festplatte liegen auf der Hand: deutlicher Performance-Gewinn bei gleichzeitig niedrigerem Stromverbrauch. Dabei sind SSDs mittlerweile sehr erschwinglich geworden. Aktuell (Feb. 2017) besonders empfohlen werden vor allem die Samsung EVO 750/850 und die Sandisk Ultra II. Ich habe mich für letztere entschieden, in der Größe von 960 GB, um damit meine alte 1 TB-Festplatte zu ersetzen.

Der Umbau bei einem MacBook Pro wie meinem gestaltet sich zum Glück denkbar einfach. Nach Sicherung aller notwendigen Daten – zum Beispiel durch ein aktuelles TimeMachine-Backup – wird das Gerät ausgeschaltet und auf den Rücken gedreht. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubendreher werden die zehn Schrauben entfernt und der Deckel kann abgehoben werden.

Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug
Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug

Bei meinem 15-Zoll Modell sind das sieben kurze und drei lange Schrauben. Falls Ihr Euch nicht gemerkt habt, in welchen Löchern die langen Schrauben waren: nicht schlimm. Einfach beim Zusammenbau mit diesen anfangen, die passen nämlich nur in ihre Löcher.

Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben
Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben. Unten links die Festplatte.

Nach sechs Jahren teils intensiver Nutzung hatte sich auch einiges an Dreck im Gehäuse angesammelt, den ich zunächst behutsam soweit möglich entfernt habe. Dann geht es an den Ausbau der alten Festplatte. Deren Halteklammer ist mit zwei weiteren, leicht zu lösenden Kreuzschlitzschrauben befestigt. Sobald sie entfernt ist, kann die Festplatte einfach herausgenommen und der Stecker für den kombinierten Strom-/SATA-Anschluss nach hinten abgezogen werden.

Ausbau der Festplatte
Nach dem Lösen der Halteklammer kann die Festplatte herausgenommen und die Kabelverbindung getrennt werden.

Jetzt folgt ein wenig Fummelei: Die vier Schrauben, mit denen die Festplatte in den Gummidämpfern des Gehäuses gelagert ist, müssen von der alten Festplatte an die neue SSD ummontiert werden. Dazu braucht Ihr einen Torx (TX) 6 Schraubendreher. Mit etwas Geduld war auch das bald erledigt.

SSD fertig zum Einbau
Die neue SSD fertig zum Einbau. Das Anbringen der Halteschrauben, die die SSD in den Gummifassungen des Gehäuses halten, war der fummeligste Teil des ganzen Umbaus.

Der Zusammenbau erfolgt schnell und einfach in umgekehrter Reihenfolge: Das Strom-/SATA-Kabel sicher an der SSD befestigen, diese in ihre Halterung legen, die Klammer festschrauben, den Gehäusedeckel wieder auflegen, und die zehn Schrauben wieder reingehen – fertig.

Da die alte Festplatte zwar nicht die schnellste war, aber natürlich noch in Ordnung und zu gebrauchen ist, habe ich sie kurzerhand in ein externes USB-Gehäuse eingesetzt. Bei Gelegenheit wird sie noch gründlich formatiert und steht dann für neue Zwecke zur Verfügung.

In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um
In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um

Bleibt als letzter Schritt die Neuinstallation des MacBook Pro mit macOS Sierra. Mit einem vorher als Installationsmedium eingerichtetem USB-Stick war auch das schnell erledigt, genauso wie die Installation der wichtigsten Programme. Alles zusammen war locker an einem Nachmittag erledigt.

Abschließend bleibt noch die Neuinstallation...
Abschließend bleibt noch die Neuinstallation…

FAZIT

Empfehlung: Gerade für Besitzer älterer Laptops mit klassischer Festplatte ist die Umrüstung auf SSD extrem lohnenswert. Gute und ausreichend große Modelle sind inzwischen sehr erschwinglich geworden, und zumindest bei einem MacBook Pro wie meinem ist der Umbau einfach und schnell erledigt. Vor allem beim Hochfahren macht sich der Unterschied bemerkbar: Brauchte der Laptop vorher zum Hochfahren und Anmelden mehrere Minuten, bis man damit arbeiten konnte, so ist er jetzt in ~20 Sekunden hochgefahren. Das Anmelden dauert alles in allem nochmal eine halbe Minute und schon kann’s losgehen. Der Nachmittag war extrem gut investiert!

Was ich gelernt habe: Früher, als ich zu Hause noch mit PCs gearbeitet (und gespielt 🙂 ) habe, gehörte Rechnerschrauben für mich zum Alltag. Von daher war der Wechsel des Festplatte keine Herausforderung. SSDs haben ihre anfänglichen Kinderkrankheiten überwunden und sind etabliert. Vor allem hat mich überrascht, das auch Modelle mit großen Kapazitäten nicht mehr ein Arm und ein Bein kosten. Ich bin mir sicher, dass das MacBook Pro so gerüstet nun auch noch ein paar weitere Jahre treu seinen Dienst verrichten kann.


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Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

YouTube-Empfehlung: Christopher Frost

Christopher Frost Photography

Als ich angefangen habe, mich nach weiteren Objektiven für meine 760D umzuschauen, war der YouTube-Kanal von Christopher Frost einer der ersten, die ich abonniert habe. Chris ist ein begeisterter Fotograf und angehender Vikar, der in Cardiff lebt. Er bezeichnet sich selbst als „Objektiv-Enthusiast“ und veröffentlicht laufend detaillierte Testberichte.

Genau diese Testberichte habe ich sehr zu schätzen gelernt. Chris geht dabei gewissenhaft und nach einem konsistenten Schema vor, so dass die Berichte auch untereinander vergleichbar sind. Gelegentlich nutzt er dies, um mehrere Videos zu einer „Battle“ zusammenzufassen – zum Beispiel zehn verschiedene 50mm Objektive oder acht Ultra-Weitwinkel. So sieht man nicht nur sehr gut, wie sich ein bestimmtes Objektiv unter verschiedenen Einstellungen oder an unterschiedlichen Kameras verhält, sondern kann die Objektive auch leicht untereinander vergleichen.

Die folgenden Punkte werden von ihm bewertet:

  • Anmutung, Qualität und Ausstattung
  • Bildqualität (Schärfe, Kontrast, chromatische Aberrationen) – und zwar an Vollformat als auch an APS-C soweit möglich sowie bei verschiedenen Blendenstufen und (bei Zoom-Objektiven) Brennweiten.
  • Verzerrung und Vignettierung
  • Bildqualität an der Naheinstellgrenze
  • Verhalten bei Gegenlicht
  • Bokeh

Dabei testet er an Objektiven so ziemlich alles, was auf eine Canon DSLR passt; insbesondere von Drittanbietern. Inzwischen sind so schon über 130 Videos entstanden. Zuletzt hat er sich auch eine spiegellose Kamera zugelegt, so dass er nun auch Objektive speziell für DSLM betrachtet.

Die Videos sind sehr angenehm gemacht und beinhalten neben den immer gleichen Testbildern auch stets einige Beispielbilder und persönliche Erfahrungsberichte. Er ist mit Begeisterung bei der Sache, jedoch ohne dabei zu übertreiben. Die Videos haben mit jeweils fünf bis zehn Minuten eine angenehme Länge. Sein Englisch ist sehr gut zu verstehen. Ich habe mich anhand seiner Tests zum Beispiel für mein Tele-Objektiv, das Tamrom SP 70-300mm ƒ4-5,6 Di VC, entschieden.

PLAYLIST-EMPFEHLUNGEN

  • Canon Objektive – Berichte zu Canons eigenen EF, EF-S und neuerdings auch EF-M Linsen.
  • Sigma Objektive – Objektive aus den aktuellen „Art“, „Contemporary“ und „Sports“ Reihen sowie ältere Modelle
  • Tamron Objektive – Gläser aus dem Hause Tamron
  • Berichte zu weiteren Objektiven – Tests zu Linsen von Irix, Mitakon, Tokina, Venus ‚Laowa‘, Yongnuo und Zeiss sowie einige eigenartige Exemplare

Darüber hinaus hat Chris noch weitere Playlisten, die sich um Musik, Fernsehserien oder sein Engagement in der Kirche drehen.


FAZIT

Empfehlung: Wer angenehm gestaltete, fundierte und informative Testberichte zu Objektiven für Canon-Kameras sucht, ist bei Chris an der richtigen Adresse – große Empfehlung!

Was ich gelernt habe: Gerade durch die Vergleichbarkeit der Tests untereinander habe ich verstanden, wie unterschiedlich sich Objektive hinsichtlich Schärfe und Farbsäumen bei verschiedenen Blenden und Brennweiten unterhalten und auch, wie groß die Unterschiede sein können, wenn man dasselbe Objektiv an einer Vollformat- oder APS-C Kamera nutzt.


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Titelbild: Screenshot von YouTube

Meine Ausrüstung: Unendliche Weiten – Tokina 11-20mm f/2.8 DX

Tokina AT-X Pro SD 11-20mm ƒ/2,8 DX an der Canon 760D

Der wesentliche Grund für mich, im Herbst 2015 eine neue Kamera anzuschaffen, war die einmalige Möglichkeit, in den Bergen am Rande der Wüste in New Mexico (USA) die Milchstraße fotografieren zu können. Damit war auch klar: Es musste ein besonders für die Astro-Fotografie geeignetes Objektiv her. Aus den Recherchen im Internet ergaben sich schnell die beiden grundlegenden Anforderungen:

  • möglichst weitwinklig, um viel Himmel aufs Bild zu bekommen
  • möglichst offene Blende, um viel Licht einzufangen

Für APS-C Kameras wie meine 760D liegt der Brennweitenbereich für „Ultra-Weitwinkel“ in der Größenordnung 10-20mm. Tatsächlich gibt es in diesem Bereich eine ganze Reihe von Objektiven verschiedener Hersteller. Die meisten haben allerdings eine variable Blende zwischen ƒ/3,5 oder ƒ/4 und ƒ/5,6 und sind somit nicht sehr lichtstark. Doch es gibt eines, das aus dieser Menge mit einem Alleinstellungsmerkmal heraussticht.

TOKINA AT-X Pro SD 11-20mm ƒ/2,8 (IF) DX

Tokina AT-X Pro SD 11-20mm ƒ/2,8 DX
Tokina AT-X Pro SD 11-20mm ƒ/2,8 DX

Das Tokina hat eine durchgehende Offenblende von ƒ/2,8 und fängt damit deutlich mehr Licht ein (rund zwei- bis viermal so viel) als die anderen Objektive in diesem Brennweitenbereich. Dafür ist es mit aktuell rund 600,- € (Jan. 2017) auch das teuerste Objektiv – mal abgesehen von Canons Profilinsen, wie dem 14mm ƒ/2,8 L für rund 2.000,- €. Wenn Ihr den Nachthimmel fotografieren wollt und daher auf die große Blende angewiesen seid, ist das Tokina die Investition allerdings auch wert.

AUSSTATTUNG

Eine große Offenblende bedeutet immer viel Glas, folglich ist das Objekt groß und schwer. Es liegt jedoch zusammen mit der Kamera gut in der Hand. Es ist gut verarbeitet, und auch wenn das Gehäuse aus Plastik ist, wirkt es nicht übermäßig „billig“. Kritikpunkt aus meiner Sicht bei der Verarbeitung: Das Umschalten zwischen Autofokus und manuellem Fokus erfolgt durch Verschieben des Fokusrings, wie man an den Markierungen im Bild oben erkennen kann. Das geht nicht in jeder Position ohne zu haken, und es kommt beim Umschalten daher leicht vor, dass man den eingestellten Fokuspunkt unabsichtlich verschiebt. Davon abgesehen arbeitet der Autofokus zuverlässig, und manuell kann man gefühlvoll fokussieren. Einen Bildstabilisator hat das Objektiv nicht; dieser ist bei so kurzen Brennweiten meiner Meinung nach aber auch nicht unbedingt nötig. Zum Lieferumfang gehört neben den Deckeln für Vorder- und Rückseite auch eine Gegenlichtblende. Diese ist, dem weiten Blickwinkel geschuldet, zum einen recht flach und hat zum anderen einen sehr großen Durchmesser. Daher passt sie nicht mit dem Objektiv zusammen in einen üblichen Köcher, sondern muss extra verstaut werden. Aufgrund von Größe und Gewicht nehme ich das Tokina auch nicht überall mit hin, sondern nur gezielt bei Bedarf.

EINSATZ UND ERGEBNISSE

Ich verwende das Objektiv inzwischen regelmäßig. Natürlich für Aufnahmen des Sternenhimmels, wie unten in den Beispielen zu sehen. Aber nicht nur dafür – auch für Innenaufnahmen eignet es sich bestens, besonders in eher engen oder kleinen Räumen und auch bei stimmungsvoller Beleuchtung. Das Foto vom Dampflokführerstand, der nur mit einer einfachen Lampe ausgeleuchtet war, wäre aufgrund der Platzverhältnisse mit einer längeren Brennweite gar nicht möglich gewesen. Ebenso ist es hervorragend für Landschaften geeignet, wie etwa den Sonnenaufgang am Strand. Für diese Zwecke braucht man zwar nicht zwingend die 2.8er Blende, doch hat man dadurch immer noch den Vorteil, dass das Objektiv beim Abblenden bereits deutlich früher ein bis in die Ecken scharfes Bild erzeugt.

Die Bildbeispiele unten sind alle am kurzen Ende – also bei 11mm – aufgenommen, denn dafür habe ich mir das Objektiv ja gekauft. Auch wenn ich für das lange Ende mit dem Sigma C 17-70mm und dem Sigma A 18-35mm Alternativen habe, so gibt mir der Zoombereich des Tokina bis 20mm doch die Möglichkeit, zwischendrin auch eine „normale“ Weitwinkel-Aufnahme machen zu können, ohne gleich das Objektiv wechseln zu müssen.

Mit der Bildschärfe, die das Tokina liefert, bin ich auf jeden Fall zufrieden. In der Mitte ist es immer scharf; die Ecken sind bei Blende ƒ/2,8 deutlich weicher – bei der Aufnahme von der Milchstraße unten kann man den Unterschied zwischen Bildmitte und den Ecken anhand der Größe der Sterne gut sehen. Dieses Verhalten ist jedoch normal für ein Ultra-Weitwinkel und bewegt sich in einem für mich akzeptablen Rahmen. Blendet man ab, ist das Bild spätestens ab ƒ/5,6 durchgehend sehr scharf. Schließt man die Blende noch weiter bis auf ƒ/11, so erzeugt die Blende schön anzuschauende Sonnensterne. Allerdings hat man bei Gegenlicht mit deutlich sichtbaren Lensflares zu kämpfen. Diese können sehr stylisch aussehen, sind aber nicht immer erwünscht.


FAZIT

Empfehlung: Wenn Ihr nachts die Sterne fotografieren oder Bilder in nur mäßig beleuchteten, engen Innenräumen aufnehmen wollt, dann lohnt sich die Investition in das Tokina auf jeden Fall. Es ist solide, zuverlässig und liefert eine durchaus gute Bildqualität. Es ist allerdings auch nicht frei von Mängeln, und die Empfehlung beruht in erster Linie auf dem Alleinstellungsmerkmal der durchgehenden 2,8er Blende.

Wenn Ihr diese hohe Lichtstärke nicht braucht, dann empfehle ich Euch das Canon EF-S 10-18mm ƒ/4,5-5,6 (Link auf Amazon). Es ist deutlich kleiner, leichter, und vor allem auch preiswerter (Jan. 2017: 230,- €) als das Tokina. Es liefert ebenfalls scharfe Bilder, lässt aber im Vergleich nur rund ein Viertel des Lichts herein, so dass Ihr auf ausreichend helle Motive, längere Belichtungszeiten oder höhere ISO-Werte angewiesen seid.

Was ich gelernt habe: Das Fotografieren mit einem Ultra-Weitwinkel Objektiv macht eine Menge Spaß – weil man auch auf engstem Raum noch eine Menge auf das Bild bekommt und weite Landschaften mit nur einer Aufnahme einfangen kann. Damit einher geht allerdings die Herausforderung, den Vordergrund nicht zu leer wirken zu lassen, denn sonst fühlt sich der Betrachter schnell verloren im Bild – daran arbeit ich noch. Speziell mit dem Tokina habe ich für mich den Spaß an der Sternenfotografie entdeckt, auch wenn das mit der Lichtverschmutzung hier im Rhein-Main-Gebiet alles andere als einfach ist.


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Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Sonnenaufgang auf St. Simon's Island
Sonnenaufgang auf St. Simon’s Island

 

Feuerkorb auf der Terrasse
Feuerkorb auf der Terrasse

 

Führerstand einer Güterzug-Dampflok (HDR)
Führerstand einer Güterzug-Dampflok (HDR)

 

Milchstraße über Albuquerque
Milchstraße über Albuquerque

 

Berghütte in einer Vollmond-Nacht
Berghütte in einer Vollmond-Nacht

YouTube-Empfehlung: ValueTechTV

ValueTechTV

Hinter ValueTech steht im Wesentlichen der Berliner Matthias Proske mit seinem Team. Die Platform bietet dabei sehr viel mehr als nur den YouTube-Kanal, auf den ich zuerst gestoßen bin. Dazu gehört auch die Homepage mit geschriebenen Testberichten und einem recht aktiven Forum rund um Fotografie und Computer. ValueTech ist auch auf den üblichen sozialen Medien aktiv.

Mich haben vor allem die gut gemachten und angenehm präsentierten Testberichte zu Kameras und Objektiven überzeugt, und so war das einer der ersten Kanäle, die ich abonniert habe. Die Tests sind praxisnah, weder zu akademisch oder wissenschaftlich, aber auch nicht zu abschweifend. So habe ich über die Reviews auf diesem Kanal zum Beispiel mein Makro-Objektiv gefunden, mit dem ich sehr glücklich bin und das  mir schon einige faszinierende Aufnahmen beschert hat.

Angenehm hier auch: Matthias ist nicht auf eine bestimmte Kamera-Marke festgelegt sondern testet alle großen Hersteller gleichermaßen, so dass man sehr guten Überblick erhält.

PLAYLIST-EMPFEHLUNGEN

  • DSLR, DSLM und Kompaktkameras – Diese Kanal sammelt alle Kameratests von Canon, Nikon, Samsung, Sony und Co. Die jeweils fünf bis zehn Minuten langen Videos geben einen guten Überblick über das vorgestellte Modell und umfassen gelegentlich auch Vergleiche mit Vorgänger- oder Konkurrenzmodellen oder ein Unboxing. Zu ausgewählten Kameras gibt es dann jeweils nochmal eigene Playlists mit mehreren Videos, wie zum Beispiel für meine Canon 760D.
  • Objektive – Was wäre eine gute Kamera ohne die passenden Objektive? Hier gibt es die Testberichte nicht nur den Objektiven der Kamerahersteller wie Canon, Nikon oder Sony selber, sondern auch Drittanbieter wie Tamron und Sigma sind hier gut vertreten.
  • Foto- und Videozubehör – Diese Kategorie ist extrem umfangreich. Von Stativen über Speicherkarten und Mikrofonen zu Filtern, Taschen und Gimbals findet man hier eigentlich alles, was außer Kameras und Objektiven eben noch zum Thema Fotografie gehört.

Abschließend sei erwähnt, dass es auch noch eine Playlist mit 12 Tipps für bessere Fotos gibts. Der Begriff „Tutorial“ wäre hier allerdings übertrieben, aus meiner Sicht ist das eher ein Video-Glossar in dem einzelne Aspekte der Fotografie ganz kurz vorgestellt werden.


FAZIT

Empfehlung: Gut gemachte, informative Reviews zu Kameras, Objektiven und Ausrüstung. Auf jeden Fall ein Abonnement auf YouTube wert!

Was ich gelernt habe: Die Videos von ValueTechTV haben mir dabei geholfen, einige gute Entscheidungen für meine Ausrüstung zu treffen.


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Titelbild: Screenshot von YouTube

Ausgeliehen und ausprobiert: Sigma A 50-100mm f/1.8

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 an der Canon 760D

Eine verbleibende Lücke in meiner Ausrüstung ist ein hochwertiges Tele-Zoom-Objektiv – also insbesondere eines, das sich auch für Portraits mit schön unscharfem Hintergrund (Bokeh) eignet. Mit dem „nifty fifty“ Canon 50mm ƒ/1.8 sowie dem Tamron SP 90mm ƒ/2.8 Di VC Macro habe ich zwar schon zwei geeignete Festbrennweiten, aber gerade für Situationen wie Veranstaltungen bei denen sich die Leute bewegen, möchte ich die Flexibilität eines Zooms haben.

Grundsätzlich kommen hier zwei Objektive infrage: zum einen der „Klassiker“, ein 70-200mm ƒ/2.8, das es von Canon, Sigma und Tamron in verschiedenen Ausführungen gibt. Oder das noch recht neue Sigma 50-100mm ƒ/1.8 speziell für APS-C Kameras wie meine 760D. Diese Gläser haben jedoch alle eines gemeinsam: Sie liegen in einer Preisklasse in der man nicht mehr „auf Verdacht“ kauft. Natürlich gibt es unzählige Testberichte, aber um herauszufinden welches Objektiv besser zu meiner Art zu fotografieren passt, bleibt nur eines: ausprobieren.

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Die wenigsten von Euch werden das Glück haben einen Fotografen zu kennen, von dem man sich so ein Objektiv mal eben für eine Weile ausleihen kann. Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern, bei denen man Foto-Ausrüstung mieten kann – nicht nur Objektive, auch Kameras oder ganze Blitz- und Beleuchtungsausrüstungen. Ich habe diesen Service inzwischen zwei Mal genutzt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

ZOOMYRENTALS

Der Anbieter, den ich nutze, heißt ZoomyRentals.de. Die Firma sitzt in Berlin und bietet eine große Auswahl an Kameras, Objektiven und Zubehör von bzw. für Canon, Sony und Nikon. Der Ausleihvorgang verläuft ganz einfach:

  • Ihr registriert Euch
  • Vor Eurer ersten Bestellung müsst Ihr einmalig eine Kopie Eures Personalausweises zur Verifizierung im Profil hinterlegen. Euer Name und Eure Anschrift müssen gut lesbar sein.
  • Ihr sucht Euch die gewünschte Ausrüstung aus
  • Ihr wählt den Starttermin und die Mietdauer – diese kann zwischen 3 Tagen und 4 Wochen betragen
  • Los geht’s!

Ich empfehle Euch unbedingt, bei jeder Bestellung die angebotene optionale Versicherung mit abzuschließen. Gerade bei teureren Sachen gilt die Devise „better safe than sorry“.

LIEFERUNG

Die Lieferung erfolgt durch einen DHL-Boten. Ihr erhaltet die Ausrüstung am Vormittag des ersten Miettags, und sie wird bei Mietende wiederum vormittags per Boten abgeholt. Das funktioniert sehr zuverlässig; Empfang und Abholung werden jeweils durch Unterschrift bestätigt. Somit seid Ihr auf der sicheren Seite. Vor allem landet das teure Objektiv nicht versehentlich beim Nachbarn oder auf der Terrasse.

Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand
Gut verpackt: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 fertig zum Versand

Bei Objektiven gehören in der Regel je ein Deckel für Vorder- und Rückseite, Sonnenblende, Schutzfilter und eine Objektivtasche zum Lieferumfang. Das alles wird zum Versand sicher in dicken Schaumstoff verpackt. In dem Karton befindet sich dann neben dem Lieferschein auch direkt der Adressaufkleber für die Rücksendung.

Und dann kann es losgehen: Ihr könnt die gemietete Ausrüstung für die Leihdauer nach Lust und Laune ausprobieren. Sorgsamer Umgang mit den Sachen versteht sich von selbst.

SIGMA A 50-100mm ƒ/1.8

Ich habe mir im Dezember 2016 den „großen Bruder“ meines Sigma A 18-35mm ƒ/1.8 eine Woche lang ausgeliehen. In der Zeit hatte ich Besuch und es stand unter anderem eine Feier an, so dass sich ausreichend Gelegenheit zum Testen bot.

LOOK & FEEL

Das Objektiv fällt sofort auf: Es ist groß. Und es ist schwer. Die Kamera locker mit einer Hand herumzutragen wird da schnell zu einer sportlichen Herausforderung; sicherlich kein Objektiv das man immer dabei hat, sondern nur gezielt mitnimmt. Setzt man das in Relation zum Preis von aktuell (Dez. 2016) rund 1.000 Euro wird schnell klar, dass diese Investition wohl überlegt sein will. Das Gewicht hat aber auch seinen Grund: Bei 100mm Brennweite und Blende ƒ/1.8, dazu noch mit dem Zoom, kommt eine Menge Glas zusammen. Zudem ist das Objektiv aus Metall gefertigt und sehr hochwertig verarbeitet.

Sowohl den Zoom als auch den Fokusring habe ich von der Bedienung her als sehr angenehm empfunden. Insgesamt hat mich die Verarbeitung, die ich ja auch schon vom 18-35er her kenne, wieder absolut überzeugt. Die in Reviews im Internet oft kritisierte Objektivschelle hat mich in der Handhabung kaum gestört.

Sigma A 50-100mm ƒ/1.8
Groß, schwer, hochwertig: Sigma A 50-100mm ƒ/1.8

AUSSTATTUNG & EINSATZGEBIET

Dieses Objektiv dient eigentlich genau einem Zweck: nämlich auch mit einer APS-C Kamera professionelle Portraitaufnahmen mit butterweichem Hintergrund machen zu können. Die durchgehende Offenblende von ƒ/1.8 ist das Alleinstellungsmerkmal. Der Zoombereich ist mit 50-100mm recht begrenzt – gerade mal ein 2x Zoom, verglichen mit rund 3x bei einem 70-200er. Insbesondere beim Fotografieren auf der Feier habe ich diesen Bereich jedoch als genau richtig empfunden. Die kürzere Anfangsbrennweite ist in geschlossenen Räumen auf jeden Fall von Vorteil, und am langen Ende kann man, dank der enormen Bildschärfe, durch Zuschneiden des Bildes noch einiges herausholen.

Was sich auf jeden Fall bemerkbar macht ist das Fehlen eines Bildstabilisators. Im stimmungsvoll beleuchteten Raum war ich mit der Belichtungszeit auch bei Blende ƒ/1.8 und ISO 800 meistens in einem Bereich zwischen 1/60 und 1/10 Sekunde. Da wird es selbst mit Aufstützen auf Tisch oder Stuhllehne schwer, die Bilder nicht zu verwackeln – insbesondere bei 100mm. Höher als 800 gehe ich bei der 760D mit dem ISO-Wert nur in Ausnahmefällen, weil das Bildrauschen ab ISO 1600 für meinen Geschmack zu auffällig wird.

Ich werde daher auf jeden Fall auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator testen. Durch die im Vergleich zum Sigma um gut eine Stufe kleinere Blende wird die Verschlusszeit zwar länger. Dafür sinkt jedoch unter dem Strich das Risiko ein Bild zu verwackeln deutlich. Wie sich das insgesamt in der Praxis auswirkt, werde ich dann sehen.

ZUVERLÄSSIGKEIT & BILDQUALITÄT

Bei den Sigma Art Objektiven mit Blende 1.8 – sowohl beim 18-35er als auch beim 50-100er – ist das mit dem Autofokus so eine Sache. Scheinbar hängt es vom einzelnen Objektiv ab, wie zuverlässig der Autofokus im Phasendetektionsmodus (durch den optischen Sucher) arbeitet. Das gemietete 50-100er zeigte sich hier vorbildlich: Bei praktisch allen Bildern, die ich gemacht habe, saß der Fokus da, wo ich ihn haben wollte. Bei meinem eigenen 18-35er hingegen ist es Glückssache: Bei rund einem Drittel der Bilder greift der Autofokus komplett daneben. Testberichte im Internet bestätigen den Eindruck, dass dies vom konkreten Objektiv abhängt; die Urteile reichen in diesem Punkt bei beiden Objektiven von „hoffnungslos“ bis „problemlos“.

Als Ausweichlösung bietet sich an, den Live-View zu nutzen, denn der Autofokus per Kontrasterkennung funktioniert immer – ist aber langsamer (wer wissen will warum das so ist, kann sich diese Vorlesung anschauen). Und wer die nötige Geduld oder das Feingefühl hat, kann auch manuell fokussieren. Beim Fotografieren mit Stativ nutze ich diese Möglichkeit eigentlich immer.

Die Bildqualität ist dafür über jeden Zweifel erhaben. Bereits bei Offenblende ist die Bildschärfe bis in die Ecken atemberaubend. Das muss sie auch sein, denn in dem Blendenbereich unterhalb von 2.8 liegt ja gerade die Besonderheit des Objektivs. Die Zeichnung der unscharfen Hintergründe ist angenehm weich; nur gelegentlich wird das Bokeh unruhig wenn viele kleine Lichter im Hintergrund sind. Schließt man die Blende, wird man mit wunderschönen Lichtsternen belohnt. Mich haben die gemachten Bilder, drinnen wie draußen, Personen wie Landschaft, durchweg begeistert. Die Bildqualität ist auf jeden Fall ein ganz starkes Argument zugunsten des Sigma A 50-100mm ƒ/1.8.

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 1

Sigma A 100-150mm ƒ/1.8 - Beispiel 3


FAZIT

Empfehlung: Das Sigma A 50-100mm ƒ/1.8 besetzt eine sehr kleine Nische, nämlich professionelle Portraits mit einer APS-C Kamera zu erstellen. Diese Nische besetzt es allerdings sehr gut. Mich hat vor allem die herausragende Bildqualität begeistert! Verarbeitung und Anmutung entsprechen dem hohen Wert. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, damit zu arbeiten.

Ich werde, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet, auch noch ein 70-200mm ƒ/2.8 mit Bildstabilisator zum Vergleich ausprobieren und dann auf Basis der gewonnenen Erfahrungen mit beiden Objektiven eine Entscheidung treffen. Die gibt es dann auch wieder hier zum Nachlesen.

Was ich gelernt habe: Ein Objektiv mal für eine Woche auszuleihen ist die perfekte Art, es in Ruhe ausprobieren und sich einen Eindruck verschaffen zu können, ob es die eigenen Vorstellungen und Erwartungen erfüllt. Ich werde diese Möglichkeit in Zukunft mit Sicherheit noch öfter nutzen.

Und: Es macht unheimlich Spaß, mit so einem Profi-Objektiv zu fotografieren. Die Testwoche hat mir aber auch gezeigt: So schön die Bilder auch sind, die große Offenblende beim 50-100er allein ist nicht alles. Ich will vor einer Entscheidung auf jeden Fall den Vergleich haben, und von daher war die Entscheidung, das Objektiv erstmal nur zu mieten, genau richtig.


LINKS

Bildnachweis: Alle Bilder eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Das „Immerdrauf“ – Sigma C 17-70mm f/2.8-4.0

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Nachdem ich mich für die neue Kamera entschieden hatte, stellte sich als nächstes die Frage nach den passenden Objektiven. Ich hatte dieses Mal ganz bewusst das Gehäuse ohne das sonst übliche Kit-Objektiv, das Canon EF-S 18-55mm ƒ/3.5-5.6, gekauft – ich wollte etwas mit mehr „Bums“.

ALTERNATIVEN ZUM KIT-OBJEKTIV

Als direktes Upgrade zum Kit-Objektiv gibt es von Canon selbst das Canon EF-S 17-55mm ƒ/2.8. Das lässt am kurzen Ende zwei Drittel mehr, am langen Ende sogar viermal so viel Licht rein wie das Kit-Objektiv! Aber es schlägt dafür auch direkt mit (Stand Nov. 2016) rund 750,- € zu Buche. Zum Glück gibt es ja auch noch Drittanbieter! So hatte ich nach einigem Suchen drei Gläser in der engeren Auswahl:

  1. Sigma 17-50 mm ƒ/2.8
  2. Tamron 17-50mm ƒ/2.8
  3. Sigma 17-70 mm ƒ/2.8-4.0

Die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich recht schnell zusammenfassen:

  • Nr. 1 und 2 haben beide einen Dreifach-Zoom und eine konstante Offenblende von ƒ/2.8. Beide kosten neu (Nov. 2016) um die 300,- €
  • Nr. 3 hat einen Vierfach-Zoom, dafür am langen Ende „nur“ ƒ/4.0. Neupreis (Nov. 2016) liegt bei 400,- €.

Nach Studium zahlreicher Reviews habe ich das Tamron-Objektiv als erstes von dieser Liste gestrichen, da den beiden Sigmas übereinstimmend bessere Qualität bescheinigt wurde. Dies betrifft sowohl das Objektiv selbst, als auch die erzeugten Bilder. Damit blieb noch eine Frage zu beantworten: Was ist mir wichtiger – längere Brennweite oder offenere Blende? 70mm mit ƒ/4.0 oder 50mm bei konstant ƒ/2.8?

Ich habe mich schließlich für das 17-70er entschieden. Letztlich war mir die größere Flexibilität durch die 20mm Brennweite „extra“ dann doch wichtiger.

SIGMA C 17-70mm ƒ/2,8-4,0 DC MAKRO OS HSM

Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0
Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0

Das Sigma ist sicher maßgeblich daran beteiligt, dass mir das Fotografieren so richtig Spaß macht seit ich die neue Kamera habe. Nicht nur dass es deutlich lichtstärker ist – Bildschärfe und die Farbwiedergabe haben mich durchaus begeistert, und so macht es seinem Namen als „Immerdrauf“ alle Ehre. Äußerlich kann es ebenfalls überzeugen: Materialien und Verarbeitung empfinde ich als sehr gut. Zudem wird es komplett mit Objektivdeckel und Gegenlichtblende geliefert – letztere kostet bei Canon gerne mal extra. Von Größe und Gewicht her ist es sehr handlich und liegt zusammen mit der Kamera gut in der Hand.

Was das Fotografieren selbst angeht: Der Autofokus arbeitet an meiner 760D sehr zuverlässig, genauso wie der Bildstabilisator. Damit sind auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder aus der Hand möglich. Ein echtes Makro-Objektiv ist es zwar nicht – aber mit einem Abbildungsmaßstab von 1:2,8 sind schon beeindruckende Nahaufnahmen möglich. Und Dank der offenen Blende sind durchaus auch Aufnahmen mit einem schönen unscharfen Hintergrund (Bokeh) möglich.

GIBT ES AUCH NACHTEILE?

Ja, aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gibt es ein paar (wenige) Kritikpunkte. Was mir dabei am meisten auffällt: Der Zoom ist ziemlich leichtgängig. Trägt man die Kamera mit dem Objektiv nach unten, am Gürtelclip oder Schultergurt, so fährt das Objektiv beim Laufen durch das eigene Gewicht (mit Gegenlichtblende) von alleine auf 70mm aus. Das kann unangenehm sein, weil man so leichter irgendwo dagegen stößt und zudem meist erstmal wieder den Zoom zurückdrehen muss, wenn man die Kamera in die Hand nimmt.

Bei der Aufnahme von Videos ist, sofern man kein von der Kamera deutlich entferntes externes Mikro verwendet, ein leises Knacken und Schnarren von Bildstabilisator und Autofokus zu hören. Da ich allerdings nur selten Videos aufnehme, stört mich das kaum.

Bei den Fotos hingegen gibt es praktisch nichts auszusetzen – die leichte Vignettierung (dunkle Ecken) bei Aufnahmen mit offener Blende lässt sich in der Nachbearbeitung mit wenigen Klicks (in Adobe Lightroom zum Beispiel reicht schon die Auswahl des korrekten Objektprofils) beheben. Chromatische Aberrationen – grüne oder violette Farbsäume an kontrastreichen Kanten – sind vernachlässigbar.


FAZIT

Empfehlung: Wer nach einem Upgrade für das Kit-Objektiv sucht, dem kann ich das Sigma C 17-70mm ƒ/2.8-4.0 absolut empfehlen. Es ist extrem vielseitig einsetzbar, zuverlässig und liefert sehr überzeugende Ergebnisse. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass das „Original“ von Canon nahezu das Doppelte kostet, diesen Aufpreis meiner Meinung nach aber nicht wert ist.

Auch das Schwestermodell, das Sigma 17-50mm ƒ/2.8, ist eine Überlegung wert – vor allem, wenn Ihr öfter Videos filmt, wobei eine konstante Offenblende wichtiger ist. Zwei meiner Freunde haben sich dafür entschieden, an einer Canon 350D bzw. einer Nikon D7100, und sind damit ebenfalls sehr glücklich.

Was ich gelernt habe: Die gründliche Recherche im Vorfeld hat sich absolut gelohnt! Und vor allem: Wenn Ihr nach einem neuen Objektiv sucht, schaut Euch auch die Dritthersteller an – Samyang, Sigma, Tamrom, Tokina und wie sie nicht alle heißen. Sowohl von der Qualität als auch vom Preis-Leistung-Verhältnis her findet Ihr dort sehr interessante Alternativen.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Herbstfarben
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Portrait einer Schnecke
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Frankfurt - Skyline bei Nacht (HDR)
Frankfurt – Skyline bei Nacht (HDR)
Sonnenaufgang im Dezember
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Die Schmiede (HDR)
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