Foto-Experiment: Rauch und Flammen

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Was tun, wenn man fotografieren will und draußen regnet und stürmt es? Natürlich kann man dem entgegnen, dass eigentlich kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur unpassende Kleidung. Aber wenn man es nicht gerade gezielt auf Schlechtwetterfotos abgesehen hat, dann gibt es doch deutlich gemütlichere Alternativen: man holt sich Foto-Ideen für zu Hause. So habe auch ich es gemacht: Ausgehend von den Video-Tutorials für die Wasserspritzer mit Obst bin ich schnell auf das Thema „Rauch fotografieren“ gekommen.  Insbesondere hat es mir dabei die Idee angetan, ein Streichholz beim Entzünden zu fotografieren. Basierend auf den Anregungen aus den Videos habe ich mir mein eigenes Setup überlegt und dann einen Nachmittag gezündelt – mit Ergebnissen, die meine anfänglichen Erwartungen deutlich übertroffen haben.

DER AUFBAU

Ich wollte, dass der Hintergrund der Fotos möglichst absolut schwarz wird, damit sich der helle Rauch und die Flamme gut davon abheben. Das lässt sich zum großen Teil schon alleine durch die Einstellungen von Kamera und Blitzen erreichen; ich habe mich dennoch dafür entschieden, die Bilder in einem abgedunkelten Raum aufzunehmen, um hier auf der sicheren Seite zu sein. Zum Aufbau des Sets an sich:

Aufgenommen habe ich die Fotos mit meiner Canon 760D. Anfangs habe ich das Tamrom SP 90mm ƒ/2.8 Macro verwendet, bin dann aber umgestiegen auf das Canon 50mm ƒ/1.8 STM. Durch die kürzere Brennweite fängt es auf dem zur Verfügung stehenden Platz einen größeren Bildausschnitt ein, und bietet zudem eine größere Schärfentiefe. Da sich der Rauch recht schnell ausbreitet, und das in drei Dimensionen, ist beides relevant. Die Kamera stand natürlich auf einem Stativ und wurde per Kabelfernauslöser bedient.

Ich habe ein Galgenstativ mit einer Halteklemme genutzt, um das Zündholz in Position zu halten. Darunter stand ein Tablett aus Metall als feuerfeste Unterlage. Entzündet wurden die Streichhölzer, indem ich eine Kerzenflamme einige Zentimeter darunter gehalten habe. Als Hintergrund diente ein schwarzer Fotokarton in ca. einem halben Meter Entfernung. Die Kamera war so ausgerichtet, dass mit dem 50mm-Objektiv der Fotokarton das Bild gerade so voll ausgefüllt hat, und sich das Zündholz im unteren Viertel befand.

Zu guter Letzt wurden die Blitze positioniert. Ich habe hier verschiedene Ausrichtungen ausprobiert, und im Laufe des Shootings optimiert. Ich beschreibe hier nur den endgültigen Stand, der die besten Ergebnisse lieferte: Dabei stand ein Blitz (Yongnuo YN565 bzw. YN568) ca. 45° links von der Kamera; der zweite genau gegenüber. Am hinteren Blitz habe ich dann noch ein Stück schwarzen Fotokarton angebracht, um zu verhindern, dass dessen Licht auf den Hintergrund strahlt. Durch diese Mischung aus Licht von vorne und Gegenlicht kam der Rauch besonders gut zur Geltung. Beide Blitze befanden sich oberhalb des Streichholzes um den Rauch anzublitzen, aber tief genug, damit nachher im Bild auch das Zündholz selbst gut angeleuchtet wurde. Gesteuert wurden sie wieder über die Yongnuo YN622c(-TX) Funkauslöser.

So sah das fertige Setup schließlich aus:

Aufbau zum Foto-Experiment "Rauch und Flammen"
Aufbau zum Foto-Experiment „Rauch und Flammen“: Die Blitze sind so ausgerichtet, dass der Hintergrund schwarz bleibt. Die Streichhölzer werden mit Hilfe der Kerze entzündet.

DIE EINSTELLUNGEN

Bei den Einstellungen gab es einiges zu Bedenken, da hier natürliche (Flamme) und künstliche (Blitze) Lichtquellen gemischt werden sollten. Ich habe also zunächst die Kamera mit Hilfe der Kerze so eingestellt, dass die Flamme möglichst hell abgebildet wurde, aber höchstens ein kleiner Teil der Flamme überbelichtet war. Die Belichtungszeit hatte ich vorher schon auf 1/200 Sekunde festgelegt. Das ist die kürzeste Zeit, die der Blitz ohne High-Speed Sync (der YN565) noch mitmacht. Ich wollte auch nicht länger belichten, um zu vermeiden, dass das heftige Flackern der Flamme beim Entzünden des Streichholzes Bewegungsunschärfe verursacht (das ist bei einigen Bildern trotzdem passiert). Tatsächlich war das Ergebnis mit den Anfangswerten Blende ƒ/8.0 (für gute Tiefen- und Bildschärfe) und ISO 100 (für gute Bildqualität) schon durchaus zufriedenstellend.

Dann ging es daran, die Blitze einzustellen. Meine Idee war, hier mit der geringstmöglichen Leistung (1/128) zu arbeiten, und zwar aus zwei Gründen: Bei dieser Einstellung liegt die Abbrennzeit eines Aufsteckblitzes in der Größenordnung von 1/20.000 Sekunde – somit war ein gestochen scharfes Einfrieren der Bewegung des Rauchs garantiert. Außerdem ist bei dieser geringen Leistung der Kondensator im Blitz so schnell wieder aufgeladen, dass die Nutzung des Serienbildmodus der Kamera nahezu ohne Geschwindigkeitseinbußen möglich ist, was die Wahrscheinlichkeit für wirklich gute Fotos deutlich erhöht. Tatsächlich war die Aufnahmegeschwindigkeit bei einer Blitzleistung von 1/64 durch die längere Ladezeit bereits spürbar geringer.

Die ideale Balance zwischen der Helligkeit der Flamme und der des angeblitzten Rauches habe ich dann, unter den genannten Randbedingungen, bei folgenden Einstellungen gefunden:

  • Kamera: Manueller Modus, ISO 200, ƒ/8.0, 1/200 Sek, Serienbildaufnahme (sowohl anfangs mit dem 90mm als auch später mit dem 50mm Objektiv)
  • Blitze: Manueller Modus, 1/128 Leistung, Zoom 24mm (vorderer Blitz mit vorgeklappter Streuscheibe)

Es versteht sich von selbst, dass Ihr diese Einstellungen ggf. Eurem Setup und den Lichtverhältnissen anpassen müsst, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

Aufbau zum Foto-Experiment "Rauch und Flammen"
Aufbau zum Foto-Experiment „Rauch und Flammen“: ISO 200, ƒ/8.0, 1/200s, manueller Fokus eingestellt per Live View. Die Blitze werden über den Yongnuo YN622C-TX eingestellt und ausgelöst; die Kamera per Kabel-Fernauslöser.

Die Kamera habe ich dann, mit Hilfe der 10-fachen Vergrößerung im Live View, manuell auf das Streichholz fokussiert. An der Halteklammer habe ich eine Markierung angebracht, so dass ich neue Streichhölzer immer an etwa derselben Stelle einspannen konnte und dadurch nicht jedes Mal neu fokussieren musste. Zudem war der Aufnahmemodus auf Serienbild gestellt, damit ich schnell mehrere Bilder hintereinander macht konnte, und der Weißabgleich auf Automatik.

DAS SHOOTING

Nach den Testaufnahmen für die Belichtung ging es ans Eingemachte. Die größte Herausforderung dabei war herauszufinden, wie man die Kerze unter das Zündholz halten muss. Die Flamme muss nah genug dran sein, damit der Streichholzkopf heiß genug wird um zu zünden, aber weit genug weg, um nicht im Bild zu sein wenn es dann passiert. Auch wie lange man die Kerze darunter halten muss variiert, nicht zuletzt auch weil jedes Streichholz unterschiedlich dick ist. Und schließlich brennt auch jedes Zündholz anders ab: bei manchen gibt es nur eine kurze Stichflamme; bei anderen hingegen dauert es 2 Sekunden bis der Kopf verbrannt ist und nur noch das Holz brennt.

Das Vorgehen war immer gleich: in einer Hand der Fernauslöser für die Kamera, den Auslöseknopf bereits halb gedrückt, in der anderen Hand die brennende Kerze. Dann die Kerze unter das Streichholz halten und sobald dieses zündet, den Auslöser ganz durchdrücken und die Kamera 5-7 Aufnahmen machen lassen. Dann ist der Großteil des Spektakels vorbei. Wie auch schon bei den Aufnahmen der Wasserspritzer hat man das Timing für das Auslösen der Kamera recht schnell heraus.

Anschließend habe ich die Kerze wieder auf dem Tablett abgestellt, und sobald die Kamera fertig war mit dem Schreiben der Bilddaten auf die Speicherkarte, das Streichholz ausgepustet. Von dem davon ausgehenden Rauch habe ich wiederum 5-7 Aufnahmen im Serienmodus gemacht. Je nach dem, wie man das Streichholz auspustet, oder danach noch etwas mit der Hand wedelt, ergeben sich dabei fantastische Figuren.

Mit einem frischen Zündholz in der Halteklammer ging es danach wieder von vorne los.

Foto-Experiment: Rauch und Flammen
Foto-Experiment: Rauch und Flammen. Hier seht Ihr, wie mit der Kerze das Streichholz entzündet wird. Das Foto ist unbearbeitet, so wie aus der Kamera kommt. Vergleicht es mit der fertigen Version in der Gallerie.

Am Ende der Session hatte ich 36 Streichhölzer verbraucht und knapp 600 Fotos gemacht. Auf dem Computer wurden die Ergebnisse dann in mehreren Schritten aussortiert. Nach dem Löschen der Testbilder zum Finden der richtigen Einstellungen sowie weiterer Ausrutscher, wie komplett schwarze, unscharfe oder zu früh ausgelöste Bilder, hatte sich die Anzahl bereits um über die Hälfte reduziert. Dann ging es daran, die Bilder herauszufiltern die das „gewisse Etwas“ hatten. So blieben schließlich 40 Fotos übrig, die ich weiter nachbearbeitet habe. Die „Top Ten“ daraus seht Ihr oben in der Galerie.

TIPPS & TRICKS

Auch hier gilt natürlich wieder: Versucht macht klug, und es gibt einige Punkte, die sich beim nächsten Mal verbessern ließen:

  • Brandschutz: Eine ausreichend große, feuerfeste Unterlage unter dem Streichholz und zum Abstellen der Kerze ist natürlich Pflicht. Für den Fall der Fälle schadet es auch nicht, ein großes Glas oder eine Kanne Wasser griffbereit zu haben. Und nicht vergessen: wenn das Zimmer, in dem Ihr diese Fotos macht, einen Rauchmelder hat, diesen unbedingt vorher deaktivieren (und danach wieder aktivieren!)
  • Abdunklung hin oder her, ausreichend Belüftung muss auf jeden Fall auch sein. Macht zwischendrin auch mal Pause und lüftet den Raum durch – der rauchige Geruch hält sich leider ziemlich hartnäckig.
  • Die Kerze, die Ihr zum Entzünden der Streichhölzer nutzt, sollte handlich sein und sicher stehenbleiben, wenn Ihr sie abstellt – ich habe eine Stumpenkerze genommen, die vom letzten Adventskranz übrig war. Die Flamme sollte möglichst groß sein, aber ohne zu flackern und ohne zu rußen. Hierfür ggf. mit einem Bastelmesser den Rand der Kerze zurückschneiden und etwas von dem flüssigem Wachs abgießen.
  • Als Streichhölzer empfehle ich nicht die üblichen kleinen Zündhölzer, sondern extra lange Hölzer, wie man sie z.B. zum Anzünden von Kaminen nimmt. Die, die ich verwendet habe, waren 12 Zentimeter lang, statt der üblichen 5.

FAZIT

Empfehlung: Auf jeden Fall ausprobieren! Gerade in der dunklen Winterzeit eine schöne Bastelei, mit der man stimmungsvolle Bilder erzeugen kann. Das Ganze funktioniert übrigens auch mit Wunderkerzen.

Was ich gelernt habe: Ich habe wieder einiges gelernt zur korrekten Ausrichtung und Einstellung der Blitze um den gewünschten Look zu erreichen; insbesondere in der Mischung aus natürlichem und künstlichem Licht.


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

Foto-Experiment: Spritziges mit Obst

Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst Foto-Experiment: Wasserspritzer mit Obst

In den Deko-Regalen von Möbelhäusern und Baumärkten sind sie allgegenwärtig: Bilder von frischem Obst und Gemüse, das spritzend ins Wasser fällt. Die Idee ist also nicht neu, aber dennoch durchaus eine Herausforderung: Wie macht man solche Fotos? Genau das richtige für ein graues und windiges Wochenende, an dem man nicht rausgehen mag.

Nach etwas Recherche im Internet war klar: So viel braucht es dafür gar nicht. Das einzige was gefehlt hat, war ein passendes Glasgefäß – unsere Vasen sind alle rund, und darin würde sich der Blitz spiegeln. Nach einiger Überlegung habe ich mich dann für ein 25-Liter Aquarium aus dem Baumarkt/Gartenhandel entschieden. Das wird sicher noch öfters für Experimente dieser Art zum Einsatz kommen, und die Investition von 20,- Euro war auch überschaubar.

DER AUFBAU

Die Fotos sind dann am heimischen Esstisch entstanden, und der Aufbau ist schnell erklärt:

  • Aufgenommen habe ich die Fotos mit der Canon 760D und dem Tamrom SP 90mm ƒ/2.8 Macro
  • Das Aquarium steht erhöht auf einer Kiste, damit der Tisch dahinter nicht im Bild zu sehen ist
  • Der erste Blitz – ein Yongnuo YN568 EX II – ist von links auf Höhe des Wasserpegels ins Aquarium gerichtet
  • Die gegenüberliegenden Seite ist mit Alufolie abgedeckt, die als Reflektor dient
  • Der zweite Blitz – ein Yongnuo YN565 EX II – ist auf den ca. einen Meter entfernten Hintergrund, einen weißen Faltreflektor, gerichtet.
  • Eingestellt und ausgelöst werden die Blitze über Funksteuerungen Yongnuo YN622C(-TX)
  • Für die Kamera nutze ich einen einfachen Kabelauslöser

So sah das ganze Setup schließlich aus:

Aufbau zum Foto-Experiment "Wasserspritzer mit Obst"
Aufbau zum Foto-Experiment „Spritziges mit Obst“: 25 Liter Aquarium, ein Blitz für die Früchte und Wasserspritzer, Alufolie als Reflektor. Der zweite Blitz und der weiße Hintergrund kommen nur bei den hellen Bildern zum Einsatz.

DIE EINSTELLUNGEN

Hier hilft keine Automatik, da die Bilder ja gezielt über- bzw. unterbelichtet werden sollen (weißer bzw. schwarzer Hintergrund), und der Autofokus die fallenden Früchte auch nicht zuverlässig erfasst. Es muss also alles manuell eingestellt werden. Deshalb habe ich zunächst eine Geschenkpapierrolle über das Aquarium gelegt und von dieser an der Stelle, an der später die Früchte ins Wasser geworfen werden, ein Lineal herunterhängen lassen. Dann habe ich an der Kamera per Live View manuell auf das Lineal fokussiert. Weiter zur Belichtung:

  • Kameraeinstellungen: ISO 100, ƒ/8.0, 1/200s

Die Einstellungen sind so gewählt, dass ein ohne Blitz aufgenommenes Bild komplett schwarz ist. Für die Blende habe ich den Wert 8 gewählt, damit die Früchte auch dann noch scharf abgebildet werden, wenn sie nicht genau an der vorgesehenen Stelle ins Wasser fallen. Wenn Ihr das Experiment nachmacht, und mit diesen Einstellungen bei Euch noch etwas von der Umgebung im Bild zu sehen ist (zum Beispiel ein helles Fenster), dann schließt die Blende noch weiter, z.B. auf ƒ/11.0. Um eine kürzere Belichtungszeit wählen zu können, braucht Ihr Blitze die High-Speed Synchronisation unterstützen. Das ist für das spätere Bild allerdings nicht relevant, da das Einfrieren der Bewegung über die Abbrennzeit des Blitzes erfolgt, sie sehr viel kürzer ist als 1/200 Sekunde.

Als nächstes geht es ans Einstellen der Blitze. Diese müsst Ihr natürlich Euren Lichtverhältnissen anpassen, daher dienen die hier genannten Werte lediglich zur Orientierung. Für die Bilder mit weißem Hintergrund habe ich zunächst den hinteren Blitz eingestellt. Dafür habe ich in der Kamera die Überbelichtungswarnung („Blinkies“) eingeschaltet und den Blitz dann so eingestellt, bis ein Teil des Hintergrunds als überbelichtet angezeigt wurde. Ihr solltet den Blitz nicht zu hell einstellen, weil der weiße Hintergrund sonst die Wasserspritzer und die Ränder der Früchte überstrahlt.

Danach ging es mit einigen Testbildern daran, den Aquariumblitz so einzustellen, dass die weißen Stellen der Zitronenscheibe gerade so nicht überbelichtet waren. Dieser kommt mit sehr viel weniger Power aus. Hier müsst Ihr die Helligkeit des Blitzes ggf. sogar je nach Frucht anders einstellen – die dunkle Orangenscheibe verträgt mehr Blitzpower als die helle Zitrone. Für die Bilder mit schwarzem Hintergrund bleibt der Hintergrundblitz einfach aus; dafür muss der Aquariumblitz stärker eingestellt werden, weil das Licht von hinten fehlt.

  • Blitz-Einstellungen für weißen Hintergrund:
    • Hintergrund: 1/4 + 0.7
    • Aquarium: 1/64 + 0.7
  • Blitz-Einstellungen für schwarzen Hintergrund:
    • Hintergrund: aus
    • Aquarium: 1/8 + 0.3
Aufbau zum Foto-Experiment "Wasserspritzer mit Obst"
Aufbau zum Foto-Experiment „Spritziges mit Obst“: ISO 100, ƒ/8.0, 1/200s, manueller Fokus eingestellt per Live View. Die Blitze werden über den Yongnuo YN622C-TX eingestellt und ausgelöst; die Kamera per Kabel-Fernauslöser.

DAS SHOOTING

Mit den passenden und griffbereit zurecht gelegten Fruchtstücken habe ich mich, mit dem Fernauslöser für die Kamera in der Hand, neben das Aquarium gestellt – und dann ging’s los. Es war einfacher, als ich dachte. Man bekommt den Bogen ziemlich schnell heraus, wie man mit der einen Hand die Früchte fallen lässt und mit der anderen Hand die Kamera im richtigen Moment auslöst. Ich hatte nur wenige Bilder, die vom Timing her völlig daneben waren.

Glückssache ist es da schon eher, wie die einzelnen Sachen ins Wasser fallen – etwa, ob man die Limettenscheibe nur von der Seite sieht, oder der Apfel einen fetten Schatten auf die Orange wirft.

Alles in allem hat es wirklich sehr viel Spaß gemacht und für einen kurzweiligen Nachmittag gesorgt. Dabei ist der Aufwand echt überschaubar – auch mit nur einem externen Blitz kann man solche Fotos machen, statt des Aquariums tut es genauso eine rechteckige Glasvase, und für den Hintergrund kann man ebenso Fotokarton oder eine Tischdecke nehmen.

TIPPS & TRICKS

Wenn man so etwas zum ersten Mal macht, merkt man relativ schnell, dass es immer wieder Kleinigkeiten gibt, an die man nicht gedacht hat – und die man beim nächsten Mal besser machen kann. Hier eine Zusammenstellung meiner wesentlichen Erkenntnisse, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Nach jedem (wirklich jedem) Wurf die Glasscheiben an Vorder- und Rückseite des Aquariums wieder trockenwischen – am besten mit einem Mikrofasertuch. Das ist zwar lästig, aber dieser Handgriff spart Euch später viel Zeit in der Nachbearbeitung der Fotos; vor allem bei den Bildern mit schwarzem Hintergrund.
  • Wenn Ihr mit Zitrusfrüchten arbeitet, macht erst die Bilder mit schwarzem, danach die mit weißem Hintergrund. Bei diesen Früchten lösen sich bei jedem Wurf kleine Stückchen Fruchtfleisch, die dann als helle Fussel im Bild herum schwimmen. Diese fallen in den weißen Bildern nicht so auf bzw. lassen sich leichter entfernen. Irgendwann werdet Ihr das Wasser komplett wechseln müssen. Wenn Ihr noch andere „Wurfobjekte“ habt, nehmt diese zuerst.
  • Aufpassen mit Hintergrund und Untergrund: Ich habe auf unseren Holztisch eine Plastiktischdecke gelegt, um ihn vor dem Wasser zur schützen. Eine blaue Plastikdecke. Mit bunten Luftballons drauf. Haha. Findet den Fehler. Die Glasscheiben des Aquariums und vor allem auch die Wasseroberfläche reflektieren das gnadenlos – wer bei den Bildern oben genau hinschaut, kann in einigen Wasserspritzern das Blau mit den roten Tupfen aus den Setup-Fotos wiederfinden. Beim nächsten Versuch wird hier alles schwarz bzw. weiß abgedeckt.
  • Wenn Ihr die Früchte und Wasserspritzer gleichsam unterhalb und oberhalb der Wasseroberfläche aufnehmen wollt, muss der ins Aquarium gerichtete Blitz auf derselben Höhe mit dem Wasserpegel sein. Ich hatte ihn zuerst tiefer stehen – mit der Folge, dass sein Licht von der Wasseroberfläche nach unten reflektiert wurde, und alles was über Wasser war, im Dunkeln lag. Als Alternative könnt Ihr den Blitz auch deutlich über das Aquarium stellen und von seitlich oben herunter blitzen lassen; damit imitiert ihr den Lichteinfall von natürlichem Sonnenlicht.

FAZIT

Empfehlung: Unbedingt selber machen! Ideal als Bastelei an einem trüben Nachmittag, und nebenbei lernt man auch noch, mit externen Blitzen zu arbeiten und das Licht richtig zu setzen.

Was ich gelernt habe: Versuch macht klug – das Meiste dazu habe ich ja schon oben bei den Tipps & Tricks geschrieben. Experimente dieser Art werde ich jedenfalls in nächster Zeit sicher noch öfter angehen…


LINKS:

Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

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