Meine Ausrüstung: Kleine Welt ganz groß: Tamron 90mm f/2,8 Makro

Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC an der Canon 760D

Habt Ihr gewusst, dass die Augen von Schmetterlingen gepunktet sind? Für mich war es erstaunlich, das auf einem meiner eigenen Fotos zu sehen. Makros – oder Nahaufnahmen im Allgemeinen – haben mich schon immer gereizt, weil man sich darauf in Ruhe Details betrachten kann, die man sonst nicht zu sehen bekommen.

Schon für meine alten Kompaktkameras hatte ich Vorsatz-Linsen um damit z.B. nah an Blumen herangehen zu können. In Anbetracht von Können und Ausrüstung damals waren die Ergebnisse jedoch nicht sehr beeindruckend. Als ich im Herbst 2015 angefangen habe, mich eingehender mit Fotografie zu beschäftigen, bin ich auch schnell über viele Video-Tutorials zum Thema Makro-Fotografie gestolpert. Jetzt gibt es dafür technisch viele Möglichkeiten: die sogenannten „Extension Tubes“, die man zwischen Objektiv und Kamera setzt, oder Retroadapter, mit denen man ein Objektiv umgekehrt an der Kamera befestigen kann, sind gängige und preisgünstige Möglichkeiten für den Einstieg.

Ich wollte das Thema jedoch von Anfang an „richtig“ angehen und habe mich daher direkt nach einem echten Makro-Objektiv umgeschaut. Schließlich bin ich durch ein YouTube-Review von ValueTechTV auf das Tamron aufmerksam geworden und hatte dann das Glück, es für einen guten Preis gebraucht auf Ebay zu ergattern.

TAMRON SP 90mm ƒ/2,8 MAKRO DI VC

Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC
Tamron SP 90mm ƒ/2,8 Macro Di VC

Dabei ist zu bedenken, dass Makro-Objektive nicht nur für Nahaufnahmen geeignet sind. Sie liefern in der Regel eine hervorragende Bildschärfe, und mit der Offenblende von ƒ/2,8 eignen sie sich auch hervorragend für Portraits. Man bekommt das Tamron, in der Ausführung in der ich es habe (Modellnr. F004), aktuell (Feb. 2017) zwischen 350,- und 400,- Euro auf Ebay oder Amazon. Seit 2016 gibt es das Nachfolgemodell (Modellnr. F017), das neben einem neuen Design außen auch einige Verbesserungen in der Optik mit sich bringt, sofern man den Testberichten glaubt. Dieses kostet allerdings momentan zwischen 650,- und 700,- Euro. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist das alte Modell meiner Meinung nach unschlagbar, und es hat sich bei mir bestens bewährt.

AUSSTATTUNG

Das Objektiv liegt von Größe und Gewicht her im mittleren Bereich. Allein wiegt es rund 600g, zusammen mit meiner 760D 1.200g. Das lässt sich bequem tragen und wenn nötig, wie unten beschrieben, auch gut in einer Hand halten. Zum Lieferumfang gehören Deckel für Vorder- und Rückseite sowie eine Gegenlichtblende. Der Autofokus arbeitet recht fix, und lässt sich zudem auf drei verschiedene Bereiche einschränken: 0,3-0,5m, 0,5m-∞ und voller Bereich. So kann man bei der „Jagd“ auf Insekten verhindern, dass die Kamera den vollen Fokusbereich durchsucht und spart so wertvolle Zeit. Natürlich hat das Objektiv auch einen Bildstabilisator, der gute Ergebnisse liefert. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass im extremen Nahbereich andere Regeln gelten was die Verwacklungsfreiheit von Fotos angeht.

EINSATZ UND ERGEBNISSE

Die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Makrofotografie sind sehr vielseitig. Eines braucht man dabei immer, und das ist: sehr viel Licht. Im Nahbereich muss man, wenn man aus der Hand fotografiert, die Verschlusszeiten möglichst kurzhalten, um Verwackelungen im Bild zu vermeiden. Auch der Bildstabilisator hilft bei kurzen Entfernungen nur sehr bedingt – selbst bei 1/100 Sekunde sind einige verwackelte Aufnahmen nichts Ungewöhnliches. Wenn die Sonne scheint, schnapp ich mir einfach die Kamera und das Objektiv und gehe raus auf Motivsuche. So sind zum Beispiel die Fotos der Eiskristalle oder des mit Raureif überzogenen Ahorn-Samens entstanden. Während das grelle Licht der Mittagssonne für Landschafts- und Portraitaufnahmen kaum geeignet ist, wegen der starken Kontraste und harten Schatten, ist genau das für Makrofotos nahezu ideal, da es auch feine Strukturen zur Geltung bringt.

Mangelt es an der Sonne, nehme ich den Blitz zur Hilfe – entweder einen Makroblitz, der vorne ans Objektiv geschraubt wird, oder einen normalen Aufsteckblitz. Diesen halte ich dann in der linken Hand, und richte ihn passend auf mein Motiv. Ausgelöst wird er per Kabel oder Funkauslöser. Das Handhaben des Aufsteckbitzes ist zwar etwas umständlicher, gerade auch weil man dann die Kamera mit einer Hand halten und bedienen muss, aber so hat man größere Freiheiten beim Setzen des Lichts. Die Fotos von Schmetterling und Hummel unten bei den Beispielbildern sind mir so geglückt.

Klar ist auch, dass gerade die „Jagd“ auf sich bewegende Motive wie Insekten viel Geduld erfordert. Die kleinen Biester sind verdammt schnell, und wer mal versucht eine ruhig auf einer Blüte sitzende Hummel zu fotografieren der weiß auch wo die Redewendung „Hummeln im Hintern haben“ herkommt. Ich habe an einem Wochenende gut und gerne 500 Bilder an unserem Lavendelbusch gemacht – und am Ende zehn davon behalten.

Schließlich bleibt noch die Möglichkeit, Kamera und Blitz fest zu positionieren und das Motiv der Wahl zu sich zu holen. Die Pusteblume habe ich in eine kleine Vase geklemmt und dann stückweise fotografiert. Da im Nahbereich die Schärfentiefe nicht mehr ausreicht, um die ganze Blüte in einem Bild durchgehend scharf abzubilden, habe ich mehrere Aufnahmen gemacht, die auf verschiedene Bereiche der Pusteblume fokussiert waren – vorne, Mitte, hinten – und diese dann in Photoshop zu einem Bild kombiniert („focus stacking“).

Die Suche nach den kleinen Dingen, oder die Bastelei beim Focus Stacking, bereitet mir eine Menge Spaß und der Ergebnisse erstaunen mich immer wieder aufs Neue. Die hervorragende Bildqualität, die das Tamron liefert, trägt natürlich ihren Teil dazu bei.

ZUBEHÖR

Im Laufe des letzten Jahres habe ich mir noch einiges an Zubehör für die Makro-Fotografie geholt: einen Makro-Blitz, einen Schlitten fürs Stativ, ein Kabel für den Blitz und eine Vorsatzlinse für noch nähere Aufnahmen. Darüber werde ich bei Gelegenheit noch mehr schreiben, gerade wo jetzt im beginnenden Frühjahr auch die Anzahl möglicher Motive wieder stark ansteigt.


FAZIT

Empfehlung: Jedem, der sich mit Makro-Fotografie näher beschäftigen will, kann ich das Tamron sehr empfehlen. Das alte Modell (F004) liefert sehr gute Ergebnisse und ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis her praktisch unschlagbar.

Was ich gelernt habe: Makro-Fotografie macht richtig Spaß! Egal ob man draußen auf die Jagd nach Insekten, Blüten oder anderen Details geht, oder ob man sich seine Motive nach Hause holt und dort dann ganz gezielt ins Visier nimmt – anschließend auf dem Bildschirm die vielen Feinheiten in groß zu sehen ruft immer wieder Erstaunen hervor. So habe ich zum Beispiel gelernt, dass Schmetterlingsaugen gepunktet sind…


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Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.


BEISPIELBILDER:

Pusteblume - aus neun Einzelbildern durch "Focus Stacking" zusammengesetzte Aufnahme
Pusteblume – aus neun Einzelbildern durch „Focus Stacking“ zusammengesetzte Aufnahme

 

Schmetterling auf Lavendelblüte
Schmetterling auf Lavendelblüte

 

Hummel auf Lavendelblüte
Hummel auf Lavendelblüte

 

Ahorn-Samen mit Raureif in der Morgensonne
Ahorn-Samen mit Raureif in der Morgensonne

 

Eiskristall auf dem Autodach an einem frostigen Januarmorgen
Eiskristall auf dem Autodach an einem frostigen Januarmorgen

Meine Ausrüstung: Aufgefrischt – SSD im MacBook Pro

Geschafft: Die SSD an ihrem neuen Platz

Seit fast sechs Jahren ist mein MacBook Pro Modell „Late 2011“ nun mein treuer Begleiter wenn ich unterwegs bin. Ich hatte das Gerät bewusst mit einer – für die damalige Zeit – üppigen Ausstattung gewählt. Ich wollte anspruchsvolle Software gut nutzen können sowie eine über viele Jahre hinweg ausreichend leistungsfähige Hardware haben. Mit dieser Strategie bin ich bislang bestens gefahren; mein Hauptrechner ist ein iMac Modell „Mid 2010“, der sicher noch eine ganze Weile gute Dienste leisten wird. Die Mehrkosten bei der Anschaffung im Vergleich zum PC haben sich über die lange Lebensdauer inzwischen mehr als ausgeglichen – viele Freunde und Kollegen haben in der Zeit bereits ihren zweiten oder gar dritten Rechner gekauft…

In einem Punkt hat das MacBook Pro dann aber über die Jahre doch merklich nachgelassen, und das ist Geschwindigkeit. Das betrifft in erster Linie das Hochfahren des Rechners und das Starten der Programme. Läuft die Software erstmal, gibt es kaum Grund zur Klage. Im Gespräch mit Freunden war hier bald die Festplatte als Flaschenhals ausgemacht. Diese Vermutung wurde auch gestützt von der Beobachtung, dass mein iMac, obwohl über ein Jahr älter, noch deutlich flotter unterwegs ist – der hat allerdings schon ab Werk eine (kleine) SSD für das Betriebssystem eingebaut.

DER UMBAU: HDD RAUS, SSD REIN

Die Vorteile der Solid State Disk (SSD) gegenüber der klassischen Festplatte liegen auf der Hand: deutlicher Performance-Gewinn bei gleichzeitig niedrigerem Stromverbrauch. Dabei sind SSDs mittlerweile sehr erschwinglich geworden. Aktuell (Feb. 2017) besonders empfohlen werden vor allem die Samsung EVO 750/850 und die Sandisk Ultra II. Ich habe mich für letztere entschieden, in der Größe von 960 GB, um damit meine alte 1 TB-Festplatte zu ersetzen.

Der Umbau bei einem MacBook Pro wie meinem gestaltet sich zum Glück denkbar einfach. Nach Sicherung aller notwendigen Daten – zum Beispiel durch ein aktuelles TimeMachine-Backup – wird das Gerät ausgeschaltet und auf den Rücken gedreht. Mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubendreher werden die zehn Schrauben entfernt und der Deckel kann abgehoben werden.

Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug
Alles bereit zum Upgrade: SSD, MacBook Pro, Werkzeug

Bei meinem 15-Zoll Modell sind das sieben kurze und drei lange Schrauben. Falls Ihr Euch nicht gemerkt habt, in welchen Löchern die langen Schrauben waren: nicht schlimm. Einfach beim Zusammenbau mit diesen anfangen, die passen nämlich nur in ihre Löcher.

Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben
Nach dem Abnehmen des Bodens offenbart sich das Innenleben. Unten links die Festplatte.

Nach sechs Jahren teils intensiver Nutzung hatte sich auch einiges an Dreck im Gehäuse angesammelt, den ich zunächst behutsam soweit möglich entfernt habe. Dann geht es an den Ausbau der alten Festplatte. Deren Halteklammer ist mit zwei weiteren, leicht zu lösenden Kreuzschlitzschrauben befestigt. Sobald sie entfernt ist, kann die Festplatte einfach herausgenommen und der Stecker für den kombinierten Strom-/SATA-Anschluss nach hinten abgezogen werden.

Ausbau der Festplatte
Nach dem Lösen der Halteklammer kann die Festplatte herausgenommen und die Kabelverbindung getrennt werden.

Jetzt folgt ein wenig Fummelei: Die vier Schrauben, mit denen die Festplatte in den Gummidämpfern des Gehäuses gelagert ist, müssen von der alten Festplatte an die neue SSD ummontiert werden. Dazu braucht Ihr einen Torx (TX) 6 Schraubendreher. Mit etwas Geduld war auch das bald erledigt.

SSD fertig zum Einbau
Die neue SSD fertig zum Einbau. Das Anbringen der Halteschrauben, die die SSD in den Gummifassungen des Gehäuses halten, war der fummeligste Teil des ganzen Umbaus.

Der Zusammenbau erfolgt schnell und einfach in umgekehrter Reihenfolge: Das Strom-/SATA-Kabel sicher an der SSD befestigen, diese in ihre Halterung legen, die Klammer festschrauben, den Gehäusedeckel wieder auflegen, und die zehn Schrauben wieder reingehen – fertig.

Da die alte Festplatte zwar nicht die schnellste war, aber natürlich noch in Ordnung und zu gebrauchen ist, habe ich sie kurzerhand in ein externes USB-Gehäuse eingesetzt. Bei Gelegenheit wird sie noch gründlich formatiert und steht dann für neue Zwecke zur Verfügung.

In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um
In der Zwischenzeit zieht die alte Festplatte in ein externes USB-Gehäuse um

Bleibt als letzter Schritt die Neuinstallation des MacBook Pro mit macOS Sierra. Mit einem vorher als Installationsmedium eingerichtetem USB-Stick war auch das schnell erledigt, genauso wie die Installation der wichtigsten Programme. Alles zusammen war locker an einem Nachmittag erledigt.

Abschließend bleibt noch die Neuinstallation...
Abschließend bleibt noch die Neuinstallation…

FAZIT

Empfehlung: Gerade für Besitzer älterer Laptops mit klassischer Festplatte ist die Umrüstung auf SSD extrem lohnenswert. Gute und ausreichend große Modelle sind inzwischen sehr erschwinglich geworden, und zumindest bei einem MacBook Pro wie meinem ist der Umbau einfach und schnell erledigt. Vor allem beim Hochfahren macht sich der Unterschied bemerkbar: Brauchte der Laptop vorher zum Hochfahren und Anmelden mehrere Minuten, bis man damit arbeiten konnte, so ist er jetzt in ~20 Sekunden hochgefahren. Das Anmelden dauert alles in allem nochmal eine halbe Minute und schon kann’s losgehen. Der Nachmittag war extrem gut investiert!

Was ich gelernt habe: Früher, als ich zu Hause noch mit PCs gearbeitet (und gespielt 🙂 ) habe, gehörte Rechnerschrauben für mich zum Alltag. Von daher war der Wechsel des Festplatte keine Herausforderung. SSDs haben ihre anfänglichen Kinderkrankheiten überwunden und sind etabliert. Vor allem hat mich überrascht, das auch Modelle mit großen Kapazitäten nicht mehr ein Arm und ein Bein kosten. Ich bin mir sicher, dass das MacBook Pro so gerüstet nun auch noch ein paar weitere Jahre treu seinen Dienst verrichten kann.


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Bildnachweis: alle Bilder eigene Aufnahmen.

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