Milchstraße fotografieren & nachbearbeiten

Lonely Speck

Die Milchstraße fotografieren – das war die Motivation für mich, mich endlich eingehender mit dem Thema Fotografie zu befassen. Im Vorfeld einer Reise nach Albuquerque, New Mexico, hatte ich mir bereits eine neue Kamera zugelegt. Jetzt ging es darum zu lernen, wie ich die Ausrüstung am besten einsetze – und vor allem auch, wie ich im Anschluss am Rechner das Beste aus den Bildern heraushole. Am meisten geholfen hat mir dabei der YouTube-Kanal von Ian Norman, den ich hier vorstellen möchte.

Milchstraße über New Mexico
Milchstraße über New Mexico

INFORMATIONEN AUF DEUTSCH

Der YouTube-Kanal von Ian Norman ist, da er aus Kalifornien stammt, komplett auf Englisch. Die Videos von Ian sind jedoch, was frei zugängliche Informationen zu dem Thema angeht, meiner Meinung mit Abstand das Beste was sich finden lässt. Natürlich gibt es auch Anleitungen auf Deutsch zum Fotografieren der Milchstraße. Einen guten Einstieg bietet hier zum Beispiel dieses Video von Benjamin Jaworskyj:

Videos vergleichbar mit denen von Ian habe ich allerdings bislang nicht auf Deutsch gefunden. Falls Ihr welche habt, die ähnlich gut gemacht sind, lasst es mich wissen! Es gibt natürlich auch eine ganze Reihe von Kaufvideos und -tutorials, zu denen ich allerdings nichts sagen kann. Die aus meiner Sicht wichtigsten Infos zum Thema habe ich für Euch im folgenden Text zusammengefasst.

VORBEREITUNG

PLANUNG

Ich war für rund eine Woche in Albuquerque und hatte einige Abende frei. Also schaute ich mich nach Tipps um, wo und wie man die Milchstraße am besten sehen kann. Dabei bin ich auf Astronomy Adventures gestoßen. Peter hat dort eine „dark site“ auf einer Farm in den Bergen zwischen Albuquerque und Santa Fe, auf ca. 2.400m Höhe. Dort bietet er mit seinem Teleskop geführte Touren durch den Sternenhimmel an. Gemeinsam mit ein paar Freunden hatten wir das große Glück, eine buchstäblich sternenklare Neumondnacht zu erwischen – perfekte Bedingungen. Dazu noch Peters großartige Erzählungen, der uns durch die Geschichte der Astronomie führte und einige hochinteressante Himmelsformationen zeigte.

Hierzulande ist das mit der Milchstraße wegen der Lichtverschmutzung leider nicht ganz so einfach. Um die Sterne richtig gut sehen zu können, muss man schon in den nördlichen Schwarzwald fahren, oder an die Ostseeküste. Eine sehr gute Übersicht wo es nachts richtig dunkel wird gibt es auf der Internetseite www.lightpollutionmap.info.

Aufgehender Vollmond im Odenwald
Aufgehender Vollmond im Odenwald

Eine natürliche Form der Lichtverschmutzung ist der Mond – bei Vollmond ist von den Sternen nicht mehr viel zu sehen. Zu Mondphase, Auf- und Untergang von Mond und Sonne helfen Euch prima Apps wie z.B. The Photograhper’s Ephemeris, das sich am PC oder Mac kostenlos nutzen lässt. Außerdem muss natürlich das Wetter stimmen – je weniger Wolken, je geringer die Luftfeuchtigkeit und je kälter es ist, umso besser. Und zu guter Letzt muss natürlich die Milchstraße oder das Sternbild, das Ihr fotografieren wollt, auch zu sehen sein. Auch hierfür gibt es unzählige Internetseiten und Apps; ich nutze Sky Guide für iOS.

AUSRÜSTUNG

Dieses Thema lässt sich sehr kurz zusammenfassen. Ihr braucht:

  • Eine Kamera (je größer der Sensor, umso besser – auch mit Micro Four Thirds bekommt man noch sehr gute Fotos hin; mit dem Handy dann aber nicht mehr)
  • Ein Objektiv. Dieses sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:
    • Möglichst weitwinklig (damit viel Himmel aufs Bild passt)
    • Möglichst große Blendenöffnung (also kleine Blendenzahl, damit viel Licht auf den Sensor kommt)
    • Für APS-C Spiegelreflex bietet sich z.B. das Tokina 11-20mm ƒ/2.8 DX an, das auch ich nutze.
    • Für andere Kamerasysteme gebe ich gerne die Empfehlungen von Stephan Wiesner weiter: Für APS-C Mirrorless das Samyang 12mm ƒ/2.0, und für Vollformat-Kameras das Tamron 15-30mm ƒ/2.8.
    • Teure Ausrüstung ist aber kein Muss: Auch mit dem Kit-Objektiv lassen sich schon sehr gute Bilder machen, wie unten noch gezeigt wird!
  • Stabiles Stativ
  • Optional: Fernauslöser (wenn Ihr keinen habt, nutzt den 2-Sekunden Timer Eurer Kamera)

Außerdem: warme Sachen (auch im Sommer können klare Nächte recht kalt werden), Essen, Trinken, ein Buch. Auch sehr hilfreich: eine Taschenlampe mit „Nachtsichtmodus“ (rote Lampe), damit man etwas nachschauen oder suchen kann ohne sich und andere im Dunkeln zu blenden.

FOTOGRAFIEREN

Ja, und dann: Kamera auf den gewünschten Himmelsausschnitt ausrichten und los geht’s. Das Schwierigste dabei ist das richtige Fokussieren. Im Dunkeln müsst Ihr manuell fokussieren, und einfach das Objektiv auf „unendlich“ drehen funktioniert leider in den wenigsten Fällen. Ich suche mir in der Regel einen möglichst hellen Stern, der auch im Live View auf dem LCD-Monitor der Kamera zu sehen ist, nutze dort die zehnfache Vergrößerung und drehe am Fokusring bis der Stern so klein wie möglich wird. Dann mache ich eine paar Testaufnahmen, zoome maximal hinein und feintune den Fokus bis die Sterne wirklich nur noch winzige Punkte sind.

Zu den Einstellungen: Als Startwert nehme ich meistens  11mm | ƒ/2.8 | ISO 1.600 | 25 Sek.

Wenn Ihr nicht absichtlich auf Sternenspuren aus seid, könnt Ihr nicht beliebig lange belichten, denn die Erde dreht sich schneller als man denkt. Als Faustregel für die maximale Belichtungszeit, bei der die Sterne noch Punkte sind, gilt: (500 geteilt durch (Brennweite * Crop-Faktor)). Der Crop-Faktor gibt das Größenverhältnis des Bildsensors Eurer Kamera im Verhältnis zu einem Vollformat-Sensor an und muss mit eingerechnet werden, da kleinere Sensoren in der Regel auch kleinere Pixel haben und die Bewegung der Sterne somit schneller sichtbar wird. Bei Canon APS-C Kameras wie meiner 760D ist der Crop-Faktor 1,6 (bei Nikon 1,5 und bei Micro Four Thirds 2,0). Das heißt mit meiner Kamera und dem Tokina 11-20mm kann ich maximal (500 / (11 * 1,6)) = 28,4 (abgerundet: 25) Sekunden belichten. Bitte bedenkt, das ist eine Faustregel – also im Zweifelsfall das Bild hinterher genau anschauen und nötigenfalls die Einstellungen anpassen.

Fotografiert wird natürlich mit maximal offene Blende, um so viel Licht wie möglich einzufangen. Beim ISO-Wert starte ich immer bei 1.600; das ist zumindest bei der 760D ein guter Kompromiss zwischen eingefangenem Licht und Bildrauschen – um das ich mich in der Nachbearbeitung eh noch kümmere. Wenn Ihr alles eingestellt habt, kann es losgehen. Und das heißt: nie nur ein Foto von einem Himmelsausschnitt machen, sondern eine ganze Serie. Ich mache immer 16 Bilder oder mehr. Das braucht zwar eine Weile, aber damit könnt Ihr später am Rechner deutlich mehr aus den Fotos herausholen.

Milchstraße und Andromeda-Galaxie
Milchstraße und Andromeda-Galaxie

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: man läuft sehr schnell Gefahr, die Bilder zu dunkel aufzunehmen. Wenn sie auf dem recht hellen LCD-Bildschirm der Kamera draußen im Dunkeln gut aussehen, werdet Ihr daheim am Rechner enttäuscht sein. Nehmt die Bilder so auf, dass sie gefühlt viel zu hell sind. Wenn Eure Kamera eine Ansicht mit Histogramm bietet, nutzt es! Natürlich sollten keine Bildbereiche ausgebrannt (komplett weiß) sein, aber es sollte auf jeden Fall Information im rechten Teil des Histogramms (Lichter) vorhanden sein. Je heller das Bild, umso mehr Informationen habt Ihr für die Nachbearbeitung – womit wir beim eigentlichen Thema wären.

NACHBEARBEITUNG

Ian Norman ist ein in Kalifornien lebender Fotograf, der sich auf Astrofotografie spezialisiert hat. Dementsprechend findet Ihr in seinem YouTube-Kanal sehr viele Informationen rund um dieses Thema, und insbesondere zur Nachbearbeitung der Bilder. Seine Tutorials für die Arbeitsschritte in Adobe Lightroom und Photoshop sind gut erklärt und leicht nachvollziehbar. Als ich meine ersten Sternbilder bearbeitet habe, hatte ich stets das iPad griffbereit auf dem seine Videoanleitung lief. Ich habe immer wieder auf Pause gedrückt, oder zurückgespult, und bin ihm so Schritt für Schritt gefolgt. Inzwischen kann ich das meiste davon auch ohne zu spicken.

EINZELBILDER IN LIGHTROOM BEARBEITEN

Die große Herausforderung liegt darin, einen schönen Kontrast und möglichst viele Details hinzubekommen, so dass das Bild natürlich und nicht überladen wirkt. Ihr werdet feststellen, dass die Kamera deutlich mehr Sterne sieht als Ihr mit dem bloßen Auge. Bei der Gestaltung des Nachthimmels, insbesondere was die Farben in der Milchstraße angeht, bleibt einem natürlich eine gewisse künstlerische Freiheit.

Zwei von Ians Videos möchte ich hier besonders herausheben. Im ersten Film zeigt er, wie man selbst unter ungünstigen Verhältnissen noch Bilder der Milchstraße aufnehmen kann:

Dabei erklärt er auch nochmal ausführlich warum es besser ist, Nachtaufnahmen absichtlich zu hell aufzunehmen.

Im zweiten Video beschreibt er den normalen Bearbeitungsprozess für Sternenfotos in Lightroom. Zudem beweist Ian hier eindrucksvoll, dass man auch mit nicht sehr lichtstarken Objektiven super Bilder hinbekommt, wenn man ein paar Punkte beachtet:

In beiden Videos geht es um die Bearbeitung einzelner Bilder. Die fortgeschrittene Variante ist dann, mehrere Fotos in Photoshop zu einem Bild zusammenzusetzen – aber auch dafür werden die Ausgangsdateien zunächst in Lightroom bearbeitet, wie oben, bevor es dann Photoshop weitergeht.

MEHRERE BILDER IN PHOTOSHOP ZUSAMMENFÜHREN

Aufgrund der gegebenen Grenzen bei Blendenöffnung und Belichtungszeit kommt man nicht herum, bei Fotos vom Nachthimmel den ISO-Wert anzuheben, auf 1.600 oder sogar 3.200. Die Folge ist deutlich sichtbares Rauschen im Bild, vor allem wenn man es größer betrachtet. Wendet man einfach die Rauschreduzierung an, die Bildbearbeitungsprogramme üblicher Weise anbieten, gehen leider viele Details – insbesondere kleinere Sterne – verloren.

Hier hilft es jetzt, wenn man mehrere Fotos desselben Ausschnitts gemacht hat. Je mehr, desto besser. Kurz beschrieben besteht der Trick darin, die Bilder exakt übereinander zu legen, und dann für jedes Pixel den Durchschnittswert zu errechnen. Da die Sterne bei korrekter Ausrichtung der Fotos immer an denselben Stellen sind, bleiben sie dabei erhalten. Das Bildrauschen hingegen ist zufällig und rechnet sich so bei der Mittelwertbildung heraus. Wenn ich auf diese Art vier Fotos kombiniere die mit ISO 3.200 aufgenommen wurden, entspricht das Ergebnis in etwa einem Bild das mit ISO 800 aufgenommen wurde. Ich habe bei den Milchstraßenfotos hier im Post jeweils über 20 Aufnahmen gestapelt.

Die detaillierte Anleitung dafür gibt es in diesem Video:

Die besondere Herausforderung dabei besteht im korrekten Ausrichten der einzelnen Bilder. Denn wenn das nicht exakt stimmt, verschwindet in einigen Bildbereichen nicht nur das Rauschen, sondern alle Sterne gleich mit. Bei kontrastreichen Bildern funktioniert das „automatisch ausrichten“ von Photoshop meistens sehr gut. Ich hatte aber auch schon einige Bilder, bei denen das leider gar nicht funktioniert hat. Das ist aber noch kein Grund zu verwzweifeln, denn man kann das auch manuell bewerkstelligen:

Was dann noch bleibt, ist die künslterische Ausgestaltung des Sternenhimmels. Wie man die im Bild enthaltenen Farben und Details am besten zur Geltung bringt, seht Ihr hier:

Das funktioniert natürlich nicht nur für Orion, sondern für jeden Himmelsauschnitt der entsprechend was zu bieten hat.

Es gibt auf dem Kanal noch einige weitere Anleitungen, die allesamt hilfreich sind. Wer zum Beispiel ausreichend viele Bilder von einem Himmelsausschnitt gemacht hat, kann diese auch zu einem Zeitraffer-Video zusammensetzen. Mit dem Wissen aus den hier verlinkten Videos habe ich inzwischen eine ganze Reihe von Nachtaufnahmen gemacht, und bin zunehmend glücklich mit den Ergebnissen. Wie bei allen anderen Motiven gilt natürlich auch hier: Übung macht den Meister. Also: wartet auf die nächste klare Nacht rund um Neumond, und dann nix wie raus mit der Kamera. Gerade jetzt im Winter mit den langen Nächten und trocken-kalter Luft sind die Voraussetzungen ideal…


FAZIT

Empfehlung: Unbedingt anschauen, und dann machen!

Was ich gelernt habe: Das Wissen, was man bei der Aufnahme der Bilder beachten sollte und wie man sie nachbearbeitet, ist sehr viel wichtiger als die Ausrüstung. Die richtige Vorbereitung zählt, und die nötige Geduld bei den Aufnahmen. Die Ergebnisse, mit denen man am Ende belohnt wird, sind die Mühen allemal wert!


LINKS

WEITERE INFORMATIONEN

Bildnachweis: Titelbild: Screenshot von YouTube; Milchstraße und Mondaufgang: eigene Aufnahmen.

Meine Ausrüstung: Canon 760D

Canon 760D

Seit August 2015 bin ich mit meiner Canon 760D unterwegs. Warum ich mich damals so entschieden habe, und ob ich heute wieder so entscheiden würde, das erfahrt Ihr hier. Aber zuerst gibt es einen kurzen…

KAMERA-RÜCKBLICK

KOMPAKTKAMERAS

Meine erste eigene Kamera war eine Olympus C-700 UZ. Das wesentliche Kaufkriterium dürfte rückblickend der optische 10-fach Zoom (umgerechnet auf Vollformat 38-380mm) gewesen sein. Mit ganzen 2 Megapixeln ging es im Sommer 2001 los mit der Digitalfotografie. Da ich damals im Großen und Ganzen mit der Kamera recht happy war, folgte konsequenter Weise 2004 das Upgrade zum Nachfolgemodell, der Olympus C-750 UZ, mit inzwischen 4 Megapixeln und einigen weiteren Verbesserungen.

Die beiden Kameras haben mich durch etliche Urlaube begleitet, und waren auch oft im Eisenbahnmuseum mit am Start. Dort zeigte sich auch schnell das größte Manko: der Zoom war über einen Motor angetrieben und zu langsam, um mit sich bewegenden Motiven wie etwa einem sich nähernden Zug Schritt halten zu können. In Verbindung mit dem ebenfalls nicht sonderlich schnellen Autofokus habe ich mich oft über verpasste Motive geärgert. So wuchs der Entschluss: was Größeres muss her…

DIE ERSTE SPIEGELREFLEX

Olympus E-510
Olympus E-510

Da ich mit den Kameras (Anmutung, Bedienung, Zuverlässigkeit) und den Bildern damals insgesamt durchaus zufrieden war, bestand für mich kein Anlass die Marke zu wechseln – so landete schließlich 2008 bei der Olympus E-510, zusammen mit ihren beiden Kit-Objektiven: 14-42mm ƒ/3.5-5.6 und 40-150mm ƒ/4.0-5.6. Damit hatte ich insgesamt wieder in etwa einen 10-fach Zoom; umgerechnet aufs Vollformat bei 28-300mm.

Alles in allem war ich mit der E-510 über viele Jahre sehr glücklich. Sie war ein treuer Begleiter auf vielen Reisen und hat mir eine Reihe echt schöner Bilder geliefert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich dann doch meistens bei den Automatik-Programmen geblieben bin und mich nie eingehend mit den Grundlagen der Fotografie befasst habe. Ich habe die Möglichkeiten der Kamera wohl nie wirklich ausgenutzt, aber eines wusste ich: bei schlechten Lichtverhältnissen – nachts, oder im dunklen Lokschuppen – war E-510 mit ihren Kit-Objektiven schnell am Limit.

Olympus bot für die E-Reihe damals zwar auch „Profi-Objektive“ an; ich habe den Schritt dann letztlich aber doch nie gewagt – auch weil lange der konkrete Anlass fehlte, etwas an der Situation zu ändern. Genau das änderte sich jedoch letztes Jahr – und somit zu aktuellen…

KAMERA-AUSWAHL

Im Herbst 2015 hatte ich die einmalige Gelegenheit, nach Albuquerque, New Mexico zu reisen. Dort gab es gleich zwei Anlässe zum Fotografieren: zum einen die Albuquerque Balloon Fiesta mit rund 550 Heißluftballons – und zum anderen den Sternenhimmel. Abseits von Albuquerque, am Rande der Wüste und auf rund 2.400 Metern Höhe, ergibt sich ein atemberaubender Blick auf die Milchstraße. So fragte ich mich: Wie fotografiert man das richtig? Und was will ich sonst noch alles fotografieren? Also habe ich mir eine Liste geschrieben:

  • Interessiert mich vor allem („must have“): Landschaften / Städte (inkl. Dämmerung/-Nachtaufnahmen), Makros, Sternenhimmel und Mond, Innenaufnahmen auch in eher dunklen Räumen (z.B. Lokschuppen Eisenbahnmuseum)
  • Interessiert mich mäßig („nice to have“): Bilder bei Veranstaltungen (Gruppenfotos), Videos filmen
  • Interessiert mich weniger (nicht relevant für die Auswahl): „klassische“ Portraits, Sport/Action, Vögel/Tiere

Dann habe ich das Internet angeworfen und wurde zunächst schier erschlagen von der Informationsflut. Zu der Zeit habe ich vor allem YouTube als wertvolle Informationsquelle entdeckt. Mein Verdacht, mit der guten alten E-510 dabei nicht mehr weit zu kommen, wurde schnell bestätigt. Also formuliert ich meine Auswahlkriterien für eine neue Kamera:

  • Möglichst große Auswahl von Objektiven
  • Gute Bedienbarkeit
  • Großes Display
  • Gute Bildqualität, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen
  • Verfügbares Zubehör, auch von Drittanbietern
  • Erschwinglichkeit – mein verfügbares Budget damals waren rund 1.500,- €

APS-C ODER VOLLFORMAT

Die erste Entscheidung, die es zu treffen galt, war die über das Kamerasystem. Bedingt durch den letzten Punkt auf meiner Liste schien Vollformat für mich damals außer Reichweite. Da ich mir von Anfang an mehr als ein Objektiv leisten können wollte, der Flexibilität wegen, habe ich mich schließlich für das kleinere (und erschwinglichere) APS-C Format entschieden. Das habe ich bis heute auch nicht bereut. Ob ich bei langfristigerer Planung nicht vielleicht doch zur Canon 6D gegriffen hätte – schwer zu sagen. Die Situationen, wo eine Vollformat-Kamera ihre Stärken gegenüber APS-C ausspielen kann – im Dunkeln, oder beim Freistellen von Motiven – machen bei meinen Fotos dann doch nur eine Minderheit aus.

CANON ODER NIKON (ODER SONY)

Sony hatte ich mir damals vor allem aufgrund des Themas Low-Light Performance angeschaut. Gerade die A7S machte zu der Zeit ja ordentlich Schlagzeilen in der Hinsicht. Die war preislich jedoch weit jenseits meines Horizonts, und bei den kleineren Modellen haben mich insbesondere Bedienbarkeit und Zubehör (Objektivauswahl) nicht überzeugt. Das hat sich inzwischen zwar gebessert, und ich gebe zu die A6500 ist eine durchaus interessante Kamera, nicht zuletzt durch den Bildstabilisator im Gehäuse (den ja auch meine gute alte E-510 schon hatte). Aber 1.700,- € Startpreis?

So habe ich länger zwischen Canon und Nikon geschwankt. Das ist in erster Linie eine Bauchentscheidung, denn die technischen Vor- und Nachteile beider Seiten halten sich in meinen Augen ziemlich die Waage. Mal liegt der eine leicht vorne, mal der andere. Hier der Sensor, da die Objektive. Ich habe mir in einigen Geschäften damals Kameras angeschaut, und danach stand für mich fest: Canon. Vor allem, weil ich mit deren Bedienung besser klargekommen bin. Auch der bessere Video-Autofokus spielte eine Rolle.

70D, 700D, 750D, 760D

Das waren die Modelle, die ich schließlich in die engere Auswahl genommen habe. Die 700D schied als erste aus; sie war vom Preis-Leistungsverhältnis her zwar sehr attraktiv, aber alle Berichte sagten übereinstimmend, dass der Qualitätssprung bei den Nachfolgern 750D/760D erheblich ist. Die kleinere Schwester der beiden, die 750D, war als nächste aus dem Rennen – die zusätzlichen Features der 760D, wie zum Beispiel das Schulterdisplay oder das zweite Einstellrad, waren mir den Aufpreis wert.

Somit blieb die Wahl zwischen der 70D und eben der 760D. Preislich und technisch waren sich die beiden damals recht nah. In verschiedenen Vergleichstests kam die 760D jedoch bei den Dingen die mich interessieren leicht besser weg – somit war die Entscheidung gefallen.

Und ich bin bis heute glücklich damit! Die Kamera liegt gut in der Hand, ist einfach zu bedienen und bietet gerade mit dem dreh- und schwenkbaren Touch-Display oder der Fernsteuerung per WLAN einen sehr guten Funktionsumfang. Das Wichtigste: ich bin mit der Bildqualität mehr als zufrieden. Ich würde diese Entscheidung unter der damals gegebenen Auswahl auch heute wieder so treffen.

Dazu kommt, dass ich inzwischen eine Auswahl an Objektiven habe, mit denen ich alle meine oben genannten Interessen gut abdecken kann. Welche Objektive das im Einzelnen sind, darauf werde ich hier in weiteren Posts unter der Überschrift „Meine Ausrüstung“ noch eingehen.

UND HEUTE…?

Was mich betrifft, so hat sich für mich seither eigentlich nur eine Randbedingung entscheidend geändert, und das ist die Kameraauswahl. Denn seit rund einem halben Jahr gibt es die Canon 80D, die technisch nochmal eine Schippe drauflegt – vor allem beim Thema Autofokus – und deutlich mehr Funktionen bietet als die 760D. Ein halbes Jahr nach Markteinführung ist der Preis der 80D inzwischen um ein gutes Drittel und somit auf ein akzeptables Niveau gefallen. Zukünftiges Upgrade nicht ausgeschlossen.

WAS IST JETZT RICHTIG FÜR EUCH?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Welche Kamera die beste für Euch ist, hängt immer davon ab, was Ihr damit machen wollt. Deswegen: macht Euch Listen. Schreibt Euch auf, was Euch interessiert, was Ihr fotografieren wollt – jetzt und in den nächsten Jahren. Denn ein Kamerakauf ist ja in der Regel eine längerfristige Entscheidung. Welche Punkte sind Euch an der Kamera selbst wichtig? Welches Budget habt Ihr? Dabei auch immer die Möglichkeit im Auge behalten, sich eine gebrauchte Kamera zu kaufen. Bei einigen Objektiven habe ich das gemacht, und so eine Menge Geld gespart, ohne Abstriche bei der Qualität.

Bei den Links unten habe ich Euch noch die Überlegungen einiger bekannter Fotografen zum Thema Kameraauswahl verlinkt. Schaut sie euch an – und werft dabei immer wieder einen Blick auf Eure Listen.


FAZIT

Empfehlung: Unter der damals gegebenen Auswahl würde ich mich jederzeit wieder für die Canon 760D entscheiden. Aus heutiger Sicht (Oktober 2016) bevorzuge ich ganz klar die Canon 80D. Wer mit Nikon besser zurecht kommt, sollte sich die D7200 anschauen.

Was ich gelernt habe: Es gibt nicht „die eine beste Kamera“ – man muss sich in erster Linie fragen: Was will ich damit fotografieren? Es gibt für viele Anwendungen Kameras, die speziell dafür ausgelegt sind – ihre (teuren) Stärken dann aber auch nur dort ausspielen können. Für mich passt eben am besten ein Allrounder.


LINKS

LINKS AUF ENGLISCH:

Bildnachweis: Titelbild (Canon 760D), Olympus E-510: eigene Aufnahmen

Buchempfehlung: Stephan Wiesner – Landschaftsfotografie Tutorial

Stephan Wiesner: Landschaftsfotografie - Tutorial (Buch)

Hallo zusammen.

Allen, die an der Stelle schmunzeln, brauche ich eigentlich nicht mehr viel zu erzählen. Denn dann kennt Ihr Stephan, wie ich, durch seinen YouTube-Kanal, auf den ich im Laufe der Zeit hier noch öfter su sprechen kommen werde. Aber nun zum Buch.

RAUSGEHEN. AUSPROBIEREN.

Das ist mit das Wichtigste, was das Buch vermittelt: Landschaftsfotos entstehen nicht durchs Lesen auf dem Sofa. Stephan weckt die Lust am Rausgehen und nimmt einen regelrecht mit. Es wird nicht nur Theorie vermittelt; sondern das Buch bietet vor allem eigene Erlebnisberichte und Lernerfahrungen. Das beinhaltet das Lernen aus eigenen Fehlern. Stephan ist nicht der „unnahbare Experte“, sondern lässt den Leser augenzwinkernd und selbstkritisch an den eigenen Abenteuern teilhaben. Dadurch wirkt es sehr lebendig und vor allem authentisch; es wird anschaulich beschrieben warum bestimmte Dinge so Sinn machen, wie sie vermittelt werden, und anders eben vielleicht nicht.

Und das ist es, was dieses Bauch aus der breiten Masse heraushebt: der Schreibstil – er folgt seiner angenehmen, aus den YouTube-Videos bekannten Art. Und wer seinen Kanal kennt, wird beim Lesen unweigerlich seine Stimme im Ohr haben.

Rein technisch gesehen erfindet Stephan das Thema Landschaftsfotografie dabei nicht neu. Stephan geht natürlich auch auf die Grundlagen zu Bildaufbau, Blende, Belichtung, Fokussierung etc. ein. Aber er bindet sie praxisnah in seine Erzählungen ein und verliert sich so nicht in grauer Theorie.

In erster Linie ist es tatsächlich ein Praxis-Buch: es inspiriert, regt zum Nachdenken an und beinhaltet eine ganze Reihe von „Hausaufgaben“ – die eigentlich „Rausaufgaben“ heißen müssten. Dazu gehört die Erkenntnis: Beeindruckende Bilder und Bequemlichkeit gehen selten zusammen. So etwas erfordert Planung, frühes Aufstehen (oder spätes Schlafengehen, gelegentlich beides), und gerne auch mal wetterfeste Kleidung. Und das ist das Wesentliche: weder (Kamera-)Ausrüstung noch Wohnort zählen als Ausrede. Zu sehen gibt es überall etwas. Und so gibt es auch für das „wo“ und „wann“ die passenden Tipps.

Somit wächst die Erkenntnis, dass das Wesentliche gar nicht so sehr das Drücken des Auslösers ist – sondern die Vorbereitung und die Planung. Insbesondere sich mal eingehend Gedanken darüber zu machen: Was will ich eigentlich fotografieren? Welche Geschichte will ich erzählen, welche Stimmung rüberbringen? Viele dieser Überlegungen treffen nicht nur auf Landschaften zu, sondern lassen sich auf viele andere Motive übertragen – somit reicht das Buch in meinen Augen weit über das eigentliche Kernthema hinaus.

Ich hatte beim Lesen jedenfalls ständig das Gefühl, Stephan schaut mir über die Schulter und sagt: So, und jetzt: machen. Man bekommt auf angenehme Weise ein schlechtes Gewissen. Immerhin: einige Punkte auf meiner Fotowand sind schon abgehakt.


FAZIT

Empfehlung: Absolute Kaufempfehlung.

Was ich gelernt habe: Das Bild entsteht nicht in der Kamera, sondern im Kopf dahinter. Ideen sammeln, planen, und dann eben: rausgehen und ausprobieren. Sich merken was klappt, und – wichtiger noch – sich merken was nicht klappt, und warum.


LINKS

Titelbild: Buchtitel; Quelle: http://stephanwiesner.de

YouTube-Empfehlung: DigitalRevTV

DigitalRevTV

Der YouTube-Kanal „DigitalRevTV“ ist mit rund 1,8 Millionen Abonnenten wohl die größte Fotografie-Show im Internet. Dahinter steckt eine ganze Gruppe von Leuten. Im Wesentlichen werden die Videos von Kai und Lok aus Hong Kong präsentiert, die allerhand Themen rund ums Fotografieren behandeln und sich dabei selber nicht all zu ernst nehmen. Dieser Punkt ist leider Segen und Fluch gleichermaßen: Zum Einen macht es genau den Reiz des Kanals aus, dass die Videos nicht nur knochentrockene technischen Daten aneinander reihen und dadurch recht kurzweilig sind; andererseits kommt der eigentliche Informationsgehalt dadurch gelegentlich auch mal zu kurz oder es gleitet Richtung Klamauk ab. Da die beiden wie gesagt aus Hong Kong kommen, sind die Videos alle auf Englisch – aber es ist „British English“ und sehr gut zu verstehen.

Es gibt dort unter anderem eine ganze Reihe Testberichte zu Kameras und Objektiven; diese geben jedoch im Vergleich zu dem, was andere Kanäle zu bieten haben, vergleichsweise wenig her. Ich schaue sie gelegentlich trotzdem, aber tatsächlich in erster Linie des Unterhaltungswertes wegen. Dafür gibt es andere Rubriken, die durchaus lohnenswert sind.

PLAYLIST – EMPFEHLUNGEN

  • „How To“ Videos: Hier finden sich inzwischen fast 100 Videos mit allerhand kreativen Ideen: Was kann man machen, wenn man bei schlechtem Wetter zu Hause festsitzt? Wie fotografiert man Rauch? Oder Wasser? Welche Spielereien kann man mit unscharfen Hintergründen oder Lightpainting machen? Einfach mal durchklicken; da sind ein paar echt coole Ideen dabei – einige davon werde ich bei Gelegenheit sicher auch mal selber ausprobieren.
  • „Pro Photographer, Cheap Camera“: Wie der Name schon sagt, hier bekommt ein namhafter Profi-Fotograf eine „billige“ Kamera in die Hand gedrückt und dann eine zu erfüllende Aufgabe gestellt. Wobei „billig“ hier alles mögliche sein kann: teils sind es einfach uralte Kameras, teils sind es tatsächlich Spielzeugkameras – allen gemein ist jedoch, dass im Vergleich zu dem was heute üblich ist die technischen Möglichkeiten deutlich eingeschränkt sind. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, was für fantastische Bilder dann doch dabei heraus kommen!

UPDATE DEZEMBER 2016

Ende 2016 haben, innerhalb weniger Tage, sowohl Kai als auch Lok DigitalRevTV verlassen. Nach dem Weggang der beiden bisherigen Hauptakteuren – Kai vor der Kamera, Lok dahinter – ist nun keiner der ursprünglichen Gründer des Kanals mehr dabei. DigitalRevTV macht in neuer Besetzung weiter, gemacht von Leuten die auch früher schon dabei waren, wenn auch eher in zweiter Reihe. Man darf gespannt sein, was die sich so ausdenken.

Und auch Kai und Lok machen weiter. Kai hat inzwischen seinen eigenen YouTube-Kanal auf dem er weiter unterhaltsame Kamera-Reviews posted. Innerhalb von drei Wochen hat er es schon auf 200.000 Follower gebracht. Lok scheint noch unentschlossen; vielleicht tun sich die beiden ja wieder zusammen…


FAZIT

Empfehlung: Sehr interessante Anregungen; insgesamt eher eine Seite zum Stöbern. Keine zwingende Empfehlung.

Was ich gelernt habe: Für wirklich tolle Bilder ist die Kamera zweitrangig. Man braucht die Idee, und das Auge für das Motiv. Anregungen gibt es hier dafür einige.


LINKS

Titelbild: Screenshot von YouTube

YouTube-Empfehlung: Marc Levoy – Lectures on Digital Photography

Marc Levoy - Lectures on Digital Photography

Wenn man sich mit der Theorie des Fotografierens beschäftigt, kommt man leicht vom Hundertsten ins Tausendste: man merkt schnell, dass es mit dem Belichtungsdreieck alleine nicht getan ist. Wie kommt das Bild überhaupt auf den Sensor? Wie sieht die Kamera Farben? Wie sehen wir sie? Woher kommt das Bildrauschen? Das kann man sich entweder alles einzeln zusammensuchen – oder man schnappt sich das „Rundum-Sorglos-Paket“ von Marc Levoy.

ZUSAMMENFASSUNG

Marc Levoy ist emeritierter Professor der Universität Stanford, und arbeitet jetzt bei Google. Von 2009 bis 2014 hat er an der Universität seine Vorlesung unter der Überschrift „Wie Kameras funktionieren, und wie man mit ihnen gute Bilder macht“ gehalten. In Frühjahr 2016 hat er seine Vorlesung in angepasster Form noch einmal gehalten, bei Google, wo sie dankenswerter Weise aufgezeichnet und komplett ins Netz gestellt wurde. 18 Vorlesungen, das sind über 22 Stunden Videomaterial. Hier die Übersetzung der Kursbeschreibung:

Eine Einführung in die wissenschaftlichen, künstlerischen und rechnerischen Aspekte der digitalen Fotografie. Die Themen beinhalten Objektive und Optik, Licht und Sensoren, optische Effekt in der Natur, Perspektive und Tiefenschärfe, Datenauswertung und Rauschen, die Kamera als Berechnungsplattform, Bildverarbeitung und Bearbeitung, und Fotografie mithilfe von Computern. Wir werfen außerdem einen Blick auf die Geschichte der Fotografie, schauen uns die Arbeiten berühmter Fotografen an, und sprechen über den Aufbau aussagestarker Bilder.

Wer des Englischen halbwegs mächtig ist, sollte sich diese Vorlesungsreihe auf keinen Fall entgehen lassen. Die Vorträge sind sehr angenehm; sein Englisch ist sehr gut zu verstehen und er verliert sich in „Fachchinesisch“, auch wenn er natürlich durchaus sehr tief ins Detail geht. Dabei verliert er aber nie den roten Faden, und das macht das Gesamtpaket so interessant.

Auf der Homepage zur Vorlesung gibt es nicht nur die Links zu den 18 Videos auf YouTube, sondern auch alle in der Vorlesung verwendeten Applets inklusive Anleitung, sowie die gestellten Aufgaben zum selber ausprobieren!


FAZIT

Empfehlung: Auf jeden Fall anschauen!

Was ich gelernt habe: Eine Menge 🙂 Vor allem sind mir eine Menge Hintergründe und Zusammenhänge klar geworden, die sich einem nicht erschließen wenn man sich nur punktuell mit einzelnen Themen auseinandersetzt. Man kann sich natürlich über den Stundenplan auf der Homepage auch gezielt die Themen heraussuchen, die einen besonders interessieren. Meine Empfehlung ist aber ganz klar sich die Zeit zu nehmen um sich nach und nach die gesamte Reihe anzuschauen.


LINKS

Auf interessante Stunden,
– Jochen =8-)

Titelbild: Screenshot der o.a. Homepage

In eigener Sache: Bitte einsteigen!

Bitte Einsteigen!

„Das Problem mit dem Einstieg in die Fotografie ist nicht, dass man keine Informationen dazu findet – sondern viel zu viel davon.“ – Eigene Erkenntnis

Das war zumindest meine Schlussfolgerung, als ich mich dazu entschlossen habe in das Thema endlich „so richtig“ einzusteigen. Bis dahin hatte ich mit meiner ersten Spiegelreflex – einer Olympus E-510 – eigentlich nur geknipst. Ich hatte zwar eine ungefähre Vorstellung von dem, was ich wollte, aber so Themen wie Blende, Tiefenschärfe, Blickwinkel usw. gingen weitgehend an mir vorbei. Ich vertraute weitgehend den Automatik-Programmen. Auch so habe ich ein paar sehr schöne Bilder hinbekommen – aber oft nicht wirklich gewusst, warum.

Im Herbst 2015 ergab sich für mich die einmalige Gelegenheit, in die USA nach Albuquerque, New Mexico, zu reisen. Und dort nicht nur mit der Albuquerque International Balloon Fiesta das weltgrößte Heißluftballontreffen zu besuchen, sondern auch mal nachts in die Berge zu fahren und, weit entfernt vom Licht der Städte und in klarer Bergluft, Sterne zu schauen. Das war die Initialzündung: Wie fotografiert man die Milchstraße – und zwar richtig? Welche Ausrüstung braucht es, welche Einstellungen, wie bearbeitet man die Bilder danach?

Damit begann die Odyssee durch die Weiten des World Wide Web. Zunächst erschlagen von der schieren Menge an Informationen, begannen sich bald die für mich brauchbaren Seiten und Video-Kanäle herauszukristallisieren.

Nun, über ein Jahr später, habe ich einen recht guten Überblick darüber, welche Fotografen, Internetseiten, Blogger, YouTuber und Software mir weiterhelfen, und welche nicht. So entstand im Laufe der Zeit eine Positiv-Liste mit entsprechenden Bookmarks – und natürlich auch eine Negativ-Liste…

Bist Du auch gerade an diesem Punkt? Fotografie interessiert Dich, aber Du weißt nicht, wo Du anfangen sollst?

Dann findest Du hier hoffentlich die passende Einstiegshilfe.

Viel Spaß!
– Jochen =8-)

Titelbild: Eigene Aufnahme, 2012

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